Wenn
Claus Kleber „über Ansprüche an Journalisten und
Wahrheit in der Berichterstattung“ spricht, dann
hat das was. So, als würde Claudia Roth über deutschen
Patriotismus und die Bedeutung der Volkszugehörigkeit referieren.
Oder Greta Thunberg über die Vorzüge des
Nachverbrennungskatalysators und die Bedeutung der Automobilindustrie
für den Wirtschaftsstandort.
Dass
das Ganze in der Alpen-Prawda passiert, wundert nicht wirklich, zeigt
aber herrlich diese Filterblase: da palavert ein linksextremer
Hardcore-Propagandist von geradezu Schnitzlerscher Qualität in einem
linksextremen Propaganda-Schmierblatt darüber, dass Journalismus
wertneutral berichten muss. Das ist Situationskomik pur. So wie die
permanent Selbstbeschreibung der marxistischen und linksradikalen
Grünen als bürgerlich-liberale Umweltschützer.
Noch komischer wird es aber,
wenn der Meinungs- und Haltungsspezialist Kleber zum Thema
Meinungsfreiheit feststellt:
„Man darf nicht behaupten,
dass die Meinungsfreiheit eingeschränkt sei, nur weil man keinen
Widerspruch erträgt.“
Einen Satz, in dem man
klarstellen möchte, dass es keine Einschränkung der
Meinungsfreiheit gibt, mit den Worten „Man darf nicht
behaupten...“ zu beginnen, ist entweder abgrundtief naiv, was
ich einem Menschen vom Format Klebers nicht unterstellen möchte,
oder Chuzpe. Da verscheißert einer offensichtlich den Rest der Welt.
„Meinungsfreiheit muss man
benutzen: use it or lose it“, doziert der Herr
Meinungsbildunsgbeauftragte; „use it and lose your reputation“
kommt ihm nicht über die Lippen. Kaltgestellte Ex-Kollegen, die die
Meinungsfreiheit als Freiheit, eine andere Meinung als jene zu
offenbaren, die ihnen vorgegeben wurde, missinternretierten und dann
abgeschossen, vom Bildschirm verbannt, aus den Buchläden geräumt
und abendfüllend verhetzt wurden und werden, erwähnt er
selbstverständlich nicht. Die Filterblase soll ja keine Schlieren
bekommen.
Ja, Herr Kleber, ich „use“
Meinungsfreiheit, und das ohne ein Jahressalär weit über einer
halben Million sondern gratis, ohne ein mächtiges
parteiunterstütztes Medienunternehmen im Rücken, denn dort ist bei
mir nur die Wand – und deshalb muss ich befürchten, Besuch von
Leuten zu bekommen, die Ihre Kommentare in linksextremen Hetzmedien
wohlwollend kommentieren und sich bemüßigt fühlen, den Worten
ihrer Haltungsstifter Taten folgen zu lassen, ebenso persönlich wie
wirtschaftlich angegriffen zu werden und mit sinnlosen und kaum
juristisch erfolgversprechenden aber trotzdem finanziell
existenzbedrohenden Klagswellen überschüttet zu werden. Nein, ich
werde wohl kaum das Schicksal türkischer oder gar nordkoreanischer
Dissidenten erleiden, zumindest noch nicht, denn Deutschland ist auf
einem Weg in interessante Zeiten, der selbst das für die Zukunft
nicht mehr unmöglich erscheinen lässt. Menschen mit Millionen am
Konto, einem Meinungskonzern als Basis und politischer Angepasstheit
im Gepäck wie Claus Kleber werden wohl keinen Mangel an
Meinungsfreiheit orten, denn sie haben ja die richtige
Meinung.
Wie es denen geht, die die
falsche Meinung haben, wird er wohl nie begreifen, obwohl er
mit seiner gern auch mal verhetzenden Art der Berichterstattung
selbst dazu beiträgt, für diese Menschen das Leben von Tag zu Tag
gefährlicher zu gestalten.
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