„Ich bin ein überzeugter und konsequenter Kritiker des Parteien-Parlamentarismus und Anhänger eines Systems, bei dem wahre Volksvertreter unabhängig von ihrer Parteizugehörigkeit gewählt werden.“
Alexander Issajewitsch Solschenizyn, 2007

Samstag, 22. September 2018

What a Joy!

von LePenseur



Rainer Nowak jubiliert merklich. DiePresse bringt seinen Leitartikel über die vermutlich kommende SPÖ-Chefin Joy Pamela Rendi-Wagner — und wie so oft fragt sich der Leser: was nimmt der Mann, um solche Artikel zu schreiben. Egal, ob man damit Scheine oder Tabletten (oder andere Substanzen) meint: ganz normal ist solch ein Verhalten wohl eher nicht.

Da entblödet sich der Chefredakteur eines vorgeblich bürgerlichen Qualitätsmediums nicht, Sätze wie diese hinzuschreiben:
Viel wichtiger als das persönliche Schicksal Kerns ist nämlich die SPÖ. Ja, wie schon festgehalten, braucht dieses Land eine funktionierende Opposition, die nur die SPÖ anführen und in der Breite darstellen kann – wie wir beim BVT-Skandal erleben mussten, gehören Zurückhaltung, staatspolitische Räson und Sensibilität nicht gerade zu den Stärken der türkis-blauen Regierung.
Na klar! An der SPÖ Wesen soll Österreichs Demokratie genesen! Hat Herr Nowak noch nie was von den Bestechungsinseraten der Wiener Stadt- und der Bundes-SPÖ gehört, mit denen eine rotgefärbte Berichterstattung durchgesetzt wurde? Ist der bis heute dezent unter die Decke gekehrte BAWAG-Skandal (aus dessen Trümmern sich eine zuvor fast bankrotte, doch danach wundersam finanziell sanierte SPÖ wie ein Phönix aus der Asche erhob; nur die Bank und die dort in Aktien gebunkerten Beiträge der Gewerkschaftsmitglieder — die waren dann halt leider futsch ...) nie über die Schwelle seiner Wahrnehmung gelangt? Hat er völlig vergessen oder verdrängt, daß überall, wo Rot dabei war, die Korruption und das raffgierige Verbrechen mit roter Vetternwirtschaft fröhliche Urständ feierten: vom AKH-Skandal, über den Fall Lucona bis zu den Skandalen um das neuen Krankenhaus Nord mit seinen versenkten Milliarden etc. etc.

Und die »Zurückhaltung« der SPÖ ist einfach legendär! Sie hält jeden zurück (und mit jedem Mittel), der ihren Machtinteressen gefährlich werden könnte. Und wenn es nur mit Lügen  und Meineiden geht, dann eben auch damit — der burgenländischer Philosoph (»Es ist alles sehr kompliziert«) vom Ballhausplatz konnte, bestraft durch einen mutigen Richter, der das Gesetz vor seine Karriere reihte, davon dann ein Liedchen singen ...

Und die »staatspolitische Räson«, die die SPÖ immer an den Tag legt, wenn es darum geht, an den Futtertrögen der Macht zu verweilen, ist ja bemerkenswert, und besonders bemerkenswert, wenn das mal nicht ganz klappt. Dann wird flink die Nazi-Keule ausgepackt, dann wird diffamiert und intrigiert was das Zeug hält. Dann vernadert man Österreich mit Hochgenuß im Ausland und schwelgt in der Solidarität der Sozialistischen Internationale, wenn nur die kleinste Chance besteht, eine Regierung ohne Sozen dadurch stürzen, oder wenigstens maximal anpatzen zu können.

Und die »Sensibilität« der SPÖ konnte man miterleben, wenn ihre Funktionäre loskrakelen und bspw. damit drohen, daß »Österreich brennt«, wenn eine Regierung ohne SPÖ nicht eiligst abtritt — alles schon vergessen, Herr Chefredakteur?
Nein, Herr Nowak: in Wahrheit braucht keiner in Österreich die SPÖ, wenigstens nicht dringlicher, als einen Nagel ins Knie! Und, ganz im Vertrauen geflüstert: DiePresse braucht auch keinen Krypto-Sozen wie Sie als Chefredakteur, sonst wird sie bald feststellen können, daß Österreich DiePresse nicht mehr braucht. Um Lobhudeleien auf linke Politruks zu lesen, dazu reichen nämlich Standard und Falter völlig aus ...


1 Kommentar:

Heinz hat gesagt…

Chapeau, au point