„Ich bin ein überzeugter und konsequenter Kritiker des Parteien-Parlamentarismus und Anhänger eines Systems, bei dem wahre Volksvertreter unabhängig von ihrer Parteizugehörigkeit gewählt werden.“
Alexander Issajewitsch Solschenizyn, 2007

Montag, 25. September 2017

Nur noch AfD

Erstmal: Herzlichen Glückwunsch an das Deutsche Volk! Es hat dem Parlament, das zur Mauschelbude eines Einheitsparteienblocks verkommen ist, die Kontrollfunktion zurückgegeben. Es waren noch zu wenige, aber aus dem Stand auf Platz 3, und das trotz aller Möglichkeiten der kreativen Briefwahlauszählung und Ungültigkeitserklärung, das hat was.

Die Klatsche für Merkel, immerhin Minus ein Fünftel zum letzten Mal und schlechtestes Unionsergebnis in der Geschichte der Bundesrepublik (unterstützt durch den fulminanten Absturz der Seehoferschen CSU in Bayern, die auch über 10% zur AfD abgeben durfte, weil es immer mehr CSU-Wählern mit dem hilflosen Zappeln Seehofers in Merkels Hintern genug ist), schallt genauso laut wie die für Schulz, ebenso Minus ein Fünftel und ebenso historisches Tief, wird sie aber weiter in ihrem Sessel kleben lassen. Im Gegensatz zum erhofften Gottkanzler, der nach der missglückten messianischen Rettung Deutschlands durch eine ultralinke Koalition mit den Melonen und den alten kommunistischen Mauerschützen wohl den Sessel wieder für seinen Kumpel mit dem dicken Stinkefinger räumen darf. Man wird den, mit einer kleinen Prise Häme gewürzten, Verdacht nicht los, die Roten haben den ganz bewusst an der Front verheizt. Alter Politversager, der nicht einmal mehr in Brüssel gebraucht wird, was wirklich was heißen will, wird einfach mit Jubel und Klatschen ins Kreuzfeuer gejagt, und der mutmaßliche Depp hat das auch noch geglaubt und sich vom Hype getragen gefühlt, dabei war er von Anfang an vielleicht nur als die Strohfigur geplant, die das politische Überleben des Dicken zu sichern, denn der Absturz war vorhersehbar.

Ohne Schulz ist dann auch wieder Schwarz-Rot möglich. Aber die Roten werden sich erstmal zieren. Erst müssen sie die Wahl in Niedersachsen schlagen und nebenher den Stoßdämpfer nach Brüssel zurückschicken, dann geht es wieder. Also die nächsten Wochen wird ein bisschen Jamaika-Verhandlung gespielt, der Cem und die Karin dürfen von Umwelt- und Integrationsministerium träumen und Claudia Roth wird weinen. Lindner darf sich überlegen, ob die FDP sich nochmal von Merkel demontieren lassen will. Aber vielleicht hat er auch nicht vor, freche Bedingungen in den Koalitionsvertrag zu schreiben wie Westerwelle damals, als dieser den Abzug der amerikanischen Atomraketen in den Vertrag reklamierte.

Fakt ist zumindest Eines: Merkel bleibt die Alternativlose, egal wie abgeklatscht. Sie kann sich aussuchen, mit wem es weitergeht, und die Roten garantieren wenigstens den gezielten Einsatz der Sturmtruppen und die Treue der von ihnen eingesetzten Verfassungsrichter. Das Deutsche Volk hatte noch nie einen so lange herrschenden Kanzler, nicht mal der mit der Rotzbremse. Ja , Merkel ist länger im Amt als der Tausendjährige. Und es kommt einem auch so lange vor.
Aber wir haben ja nichts anderes erwartet.
An ein Ende von Schwarz-Rot kann ich nicht glauben. Warum soll Merkel auf Pitbulls wie Maas und seine Privatstasi sowie den verlässlichen Einsatz der Sturmtruppen vom linksextremen Rand verzichten? Sie mögen Idioten sein, aber sie sind nützliche Idioten. Im Gegensatz zu den Grünen. Die sind nur Idioten. Nützlich ist an denen nichts.

13% für die Alternative sind keine Mehrheit. Aber sie sind ein fulminanter Start. Hoffentlich nicht zu spät.
Interessant wird es in den nächsten Monaten. Der Umgang mit der wahrscheinlich stärksten Oppositionskraft wird zeigen, was den angeblichen „Demokraten“ die Demokratie wirklich wert ist.
Es bleibt zu vermuten: nicht viel.

Ach ja, eines noch: Den ganzen gestrigen Abend auf verschiedenen Sendern, und den ganzen Abend hieß die „AfD“ einfach nur „AfD“ und nicht „die rechtspopulistische AfD“. Ob da dem einen oder anderen verantwortlichen Redakteur spät aber doch das Lichtlein aufgegangen ist, dass in Zukunft auch Blaue im Rundfunkrat sitzen werden?

Und noch eines: die sogenannten „Neuen Bundesländer“ haben die AfD sogar zur zweitstärksten Kraft gewählt. Das Nazi-Kernland, die Pegida-Heimat, nicht umsonst im Blickfeld den Volkstod in Brandbomben herbeisehnender Linksfaschistinnen, hat die SPD in die Bedeutungslosigkeit niedergewatscht und hinter die AfD geprügelt; das Ergebnis ist fast reziprok zum Bundes-Gesamtergebnis. Auch ein historischer Vorgang: der Osten lehrt dem Westen Demokratie.

Sonntag, 24. September 2017

Proteste

Unter dem Titel „Lautstarke Proteste gegen die AfD“ verharren Korrespondenten vor der Wahlparty der Blauen am Berliner Alex. Man hofft auf interessante Bilder, wenn die Antifa ausrastet.
Und stellt klar, wer, sollte es zu Ausfällen kommen, daran Schuld hat: die AfD selbst.
Sie können ihrer linken Logik nicht entsagen: Wer von der Antifa zum Ziel der Aggression erkoren wurde, muss etwas getan haben, um sich das verdient zu haben.
Dass man sich argumentativ da auf der gleichen Schiene befindet wie islamistische Imame, die bei Vergewaltigungen der aufreizenden Provokation barbeiniger Schlampen die Selbst-Schuld geben, den armen muselmanischen Testosteronbomber eben mit körperlichen Reizen so lange provoziert zu haben, bis der gar nicht mehr anders konnte als sich lüstern auf sie zu stürzen, begreifen diese Berichtbestatter gar nicht mehr.
Auch nach dem fulminanten Abwatschen haben die nichts gelernt. Gar nichts. Sie quatschen die gleichen Parolen weiter und verdrehen die Tatsachen wie gehabt.
Wirklich geändert hat sich nichts.

Jamaica also ...

haben die Deutschen bestellt. LePenseur schüttelt bedauernd den Kopf und wagt die Prognose: es wird nicht halb, ach was sag' ich: nicht einmal 1% so lustig, wie das Video ...


Also: Herzliches Beileid, ihr Deutschen! Ihr habt es wieder mal leicht vergeigt ...


Der war gut!

Schulz in seiner Abschiedsrede (er weiß es nur noch nicht): „Wir sind das Bollwerk der Demokratie!“
Und ruft sich selbst zur Opposition aus.
Tschüss Martin!

Es ist amtlich!

Erste Wahlprognose: Merkel ist Sauer.

Mittagstisch am Wahltag

Ich saß im Restaurant und studierte die Karte.
Es gab Kürbisknödel mit Sojasoße. Ich finde Kürbis grauslich.
Aber es gab ja auch Spinat mit Erdäpfeln. Altes Kindheitstrauma: nie wieder Spinat!
Möglich wäre auch Obst gewesen, aber die Äpfel waren faulig, die Bananen schwarz und schleimig und die Weintrauben sahen aus wie gammelige Rosinenknödel.
Es gab laut Karte auch Backhendl mit Reis. Lecker. Genau das, was ich mag.
Der Ober kam und frug mich grinsend, ob ich gewählt hätte.
Ich wollte schon ansetzen und „Ba...“ sagen, da setzte er nach: „Essen Sie was immer Sie wollen, aber auf keinen Fall Backhendl! Nur durch die konsequente Wahl aller anderen Gerichte können Sie vermeiden, dass auch morgen noch arme Hühner für die primitive Fleischfressergier lebensverachtender Unmenschen gekeult werden!“
Er sah mich streng an.
Die anderen Gäste, vor ihren dampfenden Mahlzeiten, die mich an Komposthaufen erinnerten, wandten sich zu uns um und musterten mich durchdringend. Stille umfing mich.
„Ich möchte“, begann ich leise und schluckte schwer, „trotzdem das Backhendl“.
Ein entsetztes Keuchen erfüllte den Speisesaal, der Ober wurde kreidebleich und entschwand wortlos in der Küche. Eine junge Frau am Nachbartisch spuckte auf den Boden und wandte sich angewidert von mir ab, ihr Begleiter machte mit dem Handy schnell ein Foto von mir und zog dann einen Notizblock hervor, in den er eilig etwas kritzelte. Einige tuschelten, ein älteres abgezehrtes Paar stand auf und verließ mit angewidertem Blick demonstrativ das Lokal. Ich fing Getuschel auf von „widerlich“ über „gehört selbst geschlachtet“ bis hin zu „ewiggestriger weißer Sack“.
Nach wenigen Minuten kam der Ober, knallte eine schmuddelige Schüssel mit rohen Hühnerteilen vor mich hin und schnauzte: „Hier haben Sie Ihre Leiche! Und jetzt verschwinden Sie und kommen gefälligst nie wieder!“
Ich habe gewählt.
In Zukunft werde ich mein Essen nur noch selbst zubereiten.

Njus

Heute voll fett Wahl bei de Mörkel. Gute Köter Kreuz macht bei Mutti. Scheiß Nazis Kreuz macht gegen Mutti. Gibt mehr gute Köter als scheiß Nazi, keine Sorge, alles reddi, Mutti Montag bleibt Chefin von Köterland. Köter geht malochen, Kohle von Hartzbude sicher.

Keine Sorge, ich übe nur. Getreu der Agenda 2035 muss ich mich ja auf die Integration in die Gesellschaft der Zukunftsdeutschen vorbereiten. Und nehme mir ein positives Beispiel an der BBC. Was der BBC ihr „Pidgin“ ist dem Fragolin „Kanaksprak“.
Man kann nicht früh genug anfangen.

Langeweile

Die menschenbeschenkte Hohepriesterin der Bereicherung, die sich in den letzten Monaten so sehr darauf konzentriert hat, die Regeln des gesellschaftlichen Zusammenlebens täglich neu auszuverhandeln, wahrscheinlich an einem Runden Tisch mit Vertretern aller Migrantenorganisationen plus Aiman Mazyek, um den es vor der Wahl sehr ruhig geworden ist, dass sie sich kaum noch darum kümmern konnte, mit öffentlichen Auftritten den letzten zweifelnden Grünwählern die Gewissheit zu geben, jahrelang falsch gewählt zu haben und das heute dringend korrigieren zu müssen, hat schnell noch ihr Versäumnis eingesehen und zum Abschluss des Wahlkampfes eine Begründung nachgeladen, warum es ruhig noch ein paar Prozente weniger sein dürfen:

Ohne den Islam wäre es langweilig in Deutschland“

Okay, damit hat sie sogar grundlegend Recht. Öde vergartenzwergte Spießigkeit würde sich breitmachen, sechzehnjährige Mädchen müssten auf Gruppenbereicherungsspiele verzichten, so mancher Knabe würde das wunderschöne Gefühl, wenn der Schmerz im zusammengetretenen Gesicht nachlässt, niemals kennenlernen, Stadtfeste wie in Chemnitz würden einfach nur blödes Geschunkel, ein paar Besoffene, zwei angekotzte Haustüren und vielleicht einen Polizeieinsatz, weil eine angefressene Ex ihrem abservierten Trottel das Bier über die Hosen gegossen hat und der Trottel jetzt ohne Hosen heimwärts torkelt, was Oma Hilde die Beamten rufen lässt, produzieren. Wir hätten keinen Boom der Hersteller von Merkel-Lego, Bauzäunen und Betonpollern, keine Befürchtungen vor Nagelbomben in Papierkörben oder „südländisch aussehenden Jugendlichen“ mit Rucksäcken, keine Sorge um Geldtasche und Handy, keine Hände zwischen den Beinen junger Mädchen und „Antanzen“ würden wir für einen neuen Tanzschritt halten. Mei, wie fad!

Und wenn sie dann anfängt, fast etwas Vernünftiges zu sagen, dann liefert sie im Nachsatz wieder den Beweis, dass ihr Mundwerk scheinbar ohne jede Direktverbindung zu irgend einer Form rudimentären Denkapparates funktioniert.

Die Spitzenkandidatin der Grünen, Katrin Göring-Eckardt, hat sich gegen ein generelles Verschleierungsverbot für Frauen in der Öffentlichkeit ausgesprochen.“

Ganz meine Meinung. Erstens soll jeder rumlaufen wie er will und zweitens auch die Folgen dafür tragen. Sprich: Wer sich demonstrativ von der Gesellschaft abkapseln will, soll das tun, aber hat keinen Anspruch darauf, in irgend einer Weise von dieser Gesellschaft akzeptiert zu werden. Von mir aus sollen sich die Leute einbetonieren und nur noch durch einen Strohhalm ernähren, solange mir keine Görings oder Roths damit auf die Nuss gehen, diesen Leuten würde ein Gänsebraten zustehen.

Außerdem bin ich gegen jedwedes generelle Verbot. Verbot von Diskriminierung, Verbot der Vertragsfreiheit, Verbot freier Preisgestaltung, Verbot von Glühlampen oder Verbot freier Meinungsäußerung. Alles Kernkompetenzen der Grünen. Aber plötzlich, wenn es um Verstoffsackte geht (Das Thema Unterschied zwischen einem Schleier und einem Stoffsack hatten wir zur Genüge), dann erfährt das Grüne Herz plötzlich die Freude der Ablehnung eines Verbotes.
Aber jetzt kommt es: Mit welcher Begründung?

Ein Verschleierungsverbot führe dazu, daß die Frauen nicht mehr auf die Straße gehen könnten, sondern zu Hause eingesperrt würden...“

Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen! Die Grünen haben sich absolut damit abgefunden, dass Verstoffsackte ausschließlich so das Haus verlassen dürfen, unter der Androhung, bevor sie ihre Nase der Welt zeigen, würden sie eingesperrt bleiben oder den Ehrentod sterben. Die Grünen akzeptieren die Unterdrückung der Frau durch Mann oder Clan, die sie sonst daheim einsperren würden. Sie bekämpfen nicht die frauenverachtenden Handlungen dieser Clans und Männer sondern finden sich damit ab, den Frauen die Möglichkeit zur Aufnahme stoffgefilterter Frischluft allein dadurch zu ermöglichen, dass man ihnen erlaubt, vollversackt hinter ihrem Gebieter herzuhuschen.

Natürlich gehört der Islam zu Deutschland, und natürlich gehören Muslime zu Deutschland.“

Natürlich. Natürlich gehört auch der Nationalsozialismus zu Deutschland und natürlich gehören auch Neonazis zu Deutschland. Komischerweise findet da aber keiner was dabei, wenn man trotzdem was dagegen unternimmt. Es gehören viele Dinge zu Deutschland, gegen die man etwas unternehmen darf, wenn es aus dem Ruder läuft. Autobahnraser, Hooligans, Fußpilz – egal. Oder als Ökos getarnte Kommunisten.
Was sagt uns das jetzt?
Richtig: Nichts. Wenn man den Inhalt der Aussagen der Spitzen-Grünen hernimmt und sich vorstellt, dass weiter unten noch weniger passiert, dann weiß man, warum die heute um ihre 5% bangen müssen. So wie der „Weiße Riese“ früher „weißer als weiß“ waschen konnte, können die Grünen Zwerge heute hohler als hohl dampfplaudern.
Ach einen noch: Natürlich gehört die AfD zu Deutschland und natürlich gehören deren Anhänger zu Deutschland.

Und ich finde, darüber können wir ganz schön froh sein.“

Bin ich auch. Also was die AfD angeht. Sonst gäbe es gar keinen Stachel mehr im faulig gewordenen Fleisch der verwesenden Demokratiereste.

Es wäre sehr langweilig, wenn wir nur mit uns zu tun hätten.“

Finde ich nicht. Ich finde Frau KGE äußerst unterhaltsam. Wenn ich nur mit solchen Typen zu tun hätte, würde mir nie langweilig werden, da brauche ich keine fundamentalistischen Anhänger einer steinzeitlichen Wüstenreligion, die ihre Frauen in Stoffkäfige einnähen, damit man die Spuren der korangerechten Züchtigung nicht so sieht. Nicht in Deutschland und nicht in Österreich. Deshalb brauche ich auch kein Verbot der Verstoffsackung sondern einfach keine Menschen in meinem Heimatland, die glauben, es müsse eine Verstoffsackung geben. Wer solches glaubt oder verteidigt, hat hier einfach nichts verloren, der ist am falschen Ort. Was man korrigieren kann. Und sollte.

Ach ja, einen habe ich noch. Gegen die Langweiligkeit und für die Verstoffsackung: Eine österreichische Studie unter unseren muslimischen Zu-Uns-Gehörern hat die einigen unter uns nicht sehr überraschende Erkenntnis gebracht, dass die eher laxen und liberalen Gewohnheitsmuslime westlicher Prägung eine eher verschwindende Minderheit darstellen, die überwältigende Mehrheit als fundamentalistisch, im Schnitt jeder Dritte sogar als hochfundamentalistisch einzustufen ist. Guckstu hier.
Ich gehe mal davon aus, dass es in Deutschland nicht anders aussieht.

Samstag, 23. September 2017

Mimose, die zweite: Das Glaskinn-Prinzesserl

von LePenseur 


Wenn es eines Beweises bedurft hätte, daß Kern vielleicht ein halbwegs braver »Manager« für eine geschützte Werkstätte namens ÖBB gewesen sein mag, aber eines halt mit Sicherheit nicht kann – nämlich: »Bundeskanzler« –, dann wurde er gestern geliefert:

Kanzler Kern reagierte am Freitag extrem emotionell auf die morgendliche Zeitungslektüre. Weil ÖSTERREICH das SPÖ-interne „Geheim-Papier“ veröffentlicht hat, in dem Mitarbeiter von Ex-Parteichef Gusenbauer an SPÖ-Wahlkampfberater Tal Silberstein ein „Psychogramm“ von Kern verfasst haben, sagte der Kanzler im ersten Zorn ein vereinbartes Interview mit oe24-TV ab. Und schob ein wenig Kanzler-likes „Habt‘s mich gern“ nach.

Die ungewöhnliche 
Wut des Chefs

In Telefonaten versuchten dann Kanzler-Mitarbeiter die ungewöhnliche Wut ihres Chefs zu erklären. Das bisher geheime Mail des Büros Gusenbauer hätten „mehrere Zeitungen“ bekommen - dem Kanzlerbüro sei es aber gelungen, den Abdruck zu verhindern: „Nur ihr habts das abgedruckt und machts uns den Wahlkampf kaputt.“
(Quelle
Das bekannt links-affine oe24.at wäre freilich nicht original, wenn es nicht versuchte, sogar noch auf eine emotionelle »Geht's sch....«-Ansage eines Roten nicht doch Relativierendes nachzuschieben:
Interview-Verweigerungen von Regierungs-Chefs gegenüber kritischen Medien sind weltweit nichts Neues: Der deutsche Kanzler Kohl verweigerte dem Spiegel wegen dessen kritischer Berichterstattung fast die gesamte Amtszeit lang Interviews.
In den USA ist der neue Präsident Donald Trump für seine Interview-Boykotts gegen kritische Medien bereits legendär: Er verweigert von CNN bis zur New York Times der halben Medien-Landschaft Interviews.
Ja, ja ... ist doch ganz dasselbe ... ... Nö, ist es nicht! Trump verweigert sich nicht Interviews, weil er Angst vor CNN oder NYT hätte, sondern weil er sie wegen ihrer Desinformation und Links-Affinität verachtet. Detto Kohl und »Spiegel«. Nun ist aber »Österreich« geradezu traditionell ein Links-Organ und alles andere als ein Medium für Sozenfresser!

Nein: Kern kann einfach nicht mit der Blamage umgehen, daß er sogar parteiintern als Prinzessin mit dem Glaskinn ridikülisiert wird, und ein Massenblatt wie »Österreich« sich nicht an die Vergatterung, das nicht zu veröffentlichen, gehalten hat. 

Sorry: wer so wenig souverän mit hämischer Kritik umgehen kann, sollte wirklich nicht Kanzler werden!

Friedensprojekt

Das „Friedensprojekt“ EU steckt in der Zwickmühle. Auf der einen Seite wollen sich die Verwaltungsbeamten rund um Truchseß Juncker neuerdings irgendwie demokratiekompatibel geben, auf der anderen Seite spuckt ihnen der Wahlpöbel mal wieder gehörig in die Suppe.

In Spanien sind in diesen Tagen Bilder zu sehen, von denen man nicht weiß, ob man dabei an die Krim oder die Ostukraine denken soll. Das katalanische Volk will sein (übrigens im Völkerrecht verankertes) Grundrecht auf ein Referendum über seine Unabhängigkeit von Spanien wahrnehmen. Die demokratisch gewählte Vertretung der Autonomen Gemeinschaft Kataloniens hat dazu ein Gesetz verabschiedet, das die Modalitäten des Referendums regelt und dieses Referendum zum ersten Oktober angesetzt hat.
Und wie das so ist in einem „demokratischen“ Gebilde, haben prompt in Madrid die Parlamentarier der restlichen Regionen Spaniens mit überwältigender Mehrheit beschlossen, dass das illegal sei. Die drei Wölfe haben beschlossen, dass die Entscheidung des Schafes, nicht zum gemeinsamen Frühstück gehen zu wollen, automatisch zur gerechten Strafe des Gefressenwerdens führt.

Bis dahin roch das alles nach einer Politposse. Doch wie es scheint, wird es langsam ernst. Die Spanische Zentralregierung hat der Katalanischen Regierung die Guardia Civil, jene paramilitärische Zivilbehörde, die nicht erst seit ihrer unrühmlichen Rolle während des Franco-Faschismus und wegen ihres Versuches, danach per Putsch das Land zu übernehmen, besondere Beliebtheit genießt, auf den Hals geschickt. Regionalregierungsmitglieder wurden verhaftet, Stimmzettel konfisziert und vernichtet, Wahlbehörden mit Repressalien bedroht und über 700 katalanische Bürgermeister werden angeklagt und vor Gericht gestellt, weil sie öffentlich bekräftigt haben, für das Referendum zu sein. Dabei müssen sie nicht einmal pro Sezession eingestellt sein, allein die Befürwortung des Referendums reicht.

An diesem Punkt hat es bereits den Geruch türkischer Zustände. Demokratisch gewählte Volksvertreter eines Regionalparlamentes werden von der Zivilgarde der Zentralmacht in den Knast gesteckt, ihre Büros und Wohnungen durchfilzt, Stimmzettel zu einem Referendum vernichtet, Befürworter Repressalien ausgesetzt. Inzwischen gehen tausende Katalanen täglich auf die Straße.

Das Paradoxe ist ja, dass seit Monaten Umfragen ein Bild ergeben, das eine deutliche Führung der Gegner einer Abspaltung zeigt. Man müsste einfach abstimmen lassen und dann feststellen, dass es eh alles beim Alten bleibt. Aber irgendwie bekommen anscheinend einige alte Recken der Guardia und deren politischen Falkenfreunde, die schon lange nicht mehr gegen die eigenen Leute die Waffen anlegen durften, das Jucken im Abzugsfinger, und provozieren die Katalanen bis aufs Blut. Allein durch das repressive Vorgehen gegen demokratisch gewählte Volksvertreter Kataloniens steigt den stolzen Katalanen die Wut auf. Österreicher kennen das Gefühl. Und so kommt es zu der Situation, dass zwar noch immer eine Mehrzahl gegen die Abspaltung zu sein scheint, aber eine überwältigende Mehrheit jetzt das von Madrid inkriminierte Referendum fordert. Und Befürworter wie Gegner sich zum Protest gegen Madrid treffen.

Spätestens an diesem Punkt wäre eine Stellungname, ach was, ein aktives schlichtendes Eingreifen der EU gefordert. Das großartige „Friedensprojekt“ schaut irritiert auf Spanien, das im Inneren mit täglich wachsender repressiver Gewalt gegen Teile der eigenen Bevölkerung vorgeht, demokratische Beschlüsse, gewählte Volksvertreter wegen ihrer politischen Tätigkeit einsperrt und seine Gardetruppen samt Schützenpanzern rings um Barcelona zusammenzieht. Und kann nichts tun. Denn würde die EU den militärischen Aufmarsch gegen die katalanischen Separatisten verdammen, müsste sie Gleiches auch gegen die Kiewer Regierung aussprechen. Würde sie den Separatisten das Recht auf Abspaltung zugestehen, müsste sie das auch dem Donbass. Wenn sie aber das aggressive militärische Drohgebaren inklusive Inhaftierungen und Razzien gegenüber den Katalanen befürwortet, dann kann sie sich kaum noch ernsthaft von Erdogan und dessen Kampf gegen kurdische Separatisten distanzieren. Man hat sich politisch in eine Sackgasse manövriert, wie das früher oder später passiert, wenn Schein und Sein nicht zusammenpassen. Als heldenhafte Kämpfer für die Rechte der einfachen Menschen müssen sie die militärischen Muskelspiele Madrids gegen die eigene Bevölkerung verdammen, als Truchsesse des selbst über den Spanischen Zentralstaat gestülpten Europäischen Reiches müssen sie aber jede noch so kleine Sezessionsbestrebung auf Kontinentaleuropa mit allen Mitteln bekämpfen.

Egal, wo sich Brüssel positioniert, ja sogar egal, ob es das überhaupt tut, in jedem möglichen Fall ist die Katalonien-Krise ein Fiasko.

Was ihr auch auf den Kopf fallen kann, ist der Vertrag von Lissabon. Denn wie heißt es so schön in der den Völkern aufgestülpten EU-Verfassung neben der Erlaubnis zum letalen Waffengebrauch bei „Aufständen“ (und als solchen wird Madrid beim Fallen des ersten Schusses die Separatisten-Demos bezeichnen):
Ein Staat kann in seinem Recht die Todesstrafe für Taten vorsehen, die in Kriegszeiten oder bei unmittelbarer Kriegsgefahr begangen werden; diese Strafe darf nur in den Fällen, die im Recht vorgesehen sind, und in Übereinstimmung mit dessen Bestimmungen angewendet werden ...“
Man erkläre den Bürgerkrieg und dann spielt es sich, dass Erdogan dagegen wie ein lupenreiner Demokrat aussieht.
Und das mit dem Segen der EU. Dann fallen die Masken.