„Ich bin ein überzeugter und konsequenter Kritiker des Parteien-Parlamentarismus und Anhänger eines Systems, bei dem wahre Volksvertreter unabhängig von ihrer Parteizugehörigkeit gewählt werden.“
Alexander Issajewitsch Solschenizyn, 2007

Dienstag, 17. Oktober 2017

Die Nutzlosen

Das leise Singen eines Schleifsteines hallt durch die Flure der Grünen, die sich wohl bald in einem Kleinbüro zusammenkuscheln müssen, wenn erstmal die Millioneneinnahmen aus Parteienförderung und Klubförderung ausbleiben und fast vier Millionen für die Schulden aus der Wahlfinanzierung zusammengekratzt werden müssen, und es ist der Schleifstein der die Schneide der Guillotine schärft, bevor das Große Kopferollen beginnt. Vereinzelt ist auch ein hartes Kratzen zu hören und unter dem Hintern diverser Bundesvorstandsmitglieder bilden sich kleine Häufchen von Sägespänen neben den Sesselbeinen.

Man hat sich überhoben. Das kommt eben davon, wenn man überheblich ist. Immerhin hat man einen Bundespräsidenten installiert und glaubte sich damit unbesiegbar, und hat nicht eine Sekunde begriffen, dass der nicht etwa gewählt wurde, weil er ein Grüner ist, sondern weil er es erstaunlich erfolgreich geschafft hat, den Blau-Verhinderern vorzugaukeln, eigentlich überhaupt nie richtig ein Grüner gewesen zu sein.

Ausgerechnet Ulrike Lunacek kurz vor der eurokratischen Mumifizierung nochmal aus der Brüsseler Nekropole auszugraben und als strahlende Erneuerung zu präsentieren, und das nach der Implosion des intriganten Innenlebens um die Karawankenmamba, ließ selbst hartgesottene Grünwähler den Kopf schütteln; zu sehr ergab sich das Bild einer personell ausgebluteten Versagertruppe. Alles roch nur noch nach feministischer Nabelschau, aber nirgends kam mehr ein Problem zur Sprache, das die Menschen in der alltäglichen Lebensrealität bewegt. Binnen-I und Diversitätsjubel angesichts explodierender Mieten, einer krachenden Wirtschaft, Migrationskrise und Kriminalitätsexplosion locken keinen mehr hinter dem Ofen hervor. Und wenn diese Inhaltsleere auch noch von einer abgehalfterten wie -gehobenen Eurokratin präsentiert wird, die vor laufenden Kameras argumentatorische Inkompetenz mit weinerlichem Prinzessinnengehabe auslebt, dann ist der Absturz vorprogrammiert.

Und sie kapiert es nicht. Typisch Feministin, die zwar von selbst nichts auf die Reihe bekommt aber davon überzeugt ist, einfach dadurch bereits überragend zu sein, weil sie, um es mal mit den Monty Pythons zu sagen, eine Mumu hat. Nach oben getragen nicht durch Kompetenz sondern parteiinterne Intriganz und Quotenforderung, bekommt sie einmal im Leben eine wirklich herausfordernde Aufgabe übertragen, bei der sie erwartungsgemäß die Karre an die Wand knallt, nur um dann festzustellen, dass – na, wer hat es erraten? Richtig – ein Mann daran schuld ist! Und deshalb hat sie noch am Wahlabend nach dem weiblichen Heulkrampf begonnen, typisch feministisch gegen Peter Pilz anzugiften, der natürlich die volle Verantwortung für das eigene Versagen trägt. Ohne irgend einen Mann, der für sie verantwortlich ist, kommen die Feminazissen eben nirgends aus.

Und so werden die Messer gewetzt und erste Stuhlbeine angesägt, während der bereits vom Präsidentenwahlkampf und jetzt noch viel höher verschuldete Inkompetenzhaufen in Schockstarre liegt. Vollkommen planlos, weil die Fähigkeit zur Reflektion schon lange im unermesslichen Mittelmeer ihrer moralischen Überheblichkeit und Fehleinschätzung der eigenen Inkompetenz jämmerlich ersoffen ist. Lunacek wird sich heulend nach Brüssel zurückschleichen und den Schrotthaufen hinter sich lassen; dort kann sie dann die Schuld des Verräters beweinen und über den üblen „Rechtsruck“ in Österreich beschweren. Zurück in ihrer Filterblase kann sie sich wenigstens voll und ganz der Pflege ihrer Realitätsverweigerung widmen. Aus dem Alter, noch lernfähig zu sein, ist sie sehr wahrscheinlich heraus.

Nachdem die grünen Genderistinnen ihre eigene Parteijugend zu den Kommunisten getrieben und den alten Rest an realitätsbezogenen Mitgliedern rausgeekelt haben, bleibt ein zerstrittener stutenbissiger Haufen übrig, der sich überlegen sollte, seine Bundesorganisation einfach aufzulassen. Mit dem verbliebenen Bodensatz wird das nichts mehr.
Sollen sie einen Verlag gründen und Märchenbücher gendern. Sowas kauft zwar keine Sau, aber irgendwer in irgendeinem Amt wird sich noch finden, der das üppig mit Steuergeld fördert. Und ob das Ergebnis ihrer Arbeit irgend einen Nutzen hat, ist eine Frage, die sie sowieso nicht gewohnt sind.

Montag, 16. Oktober 2017

Rot-Blau

Wie tönte unsere Pizza-Prinzessin bei ihrem Busenfreund im Rotfunk vor sechs Wochen?

Wenn er Zweiter werde, gehe er in Opposition. Und eine rot-blaue Koalition sei Lichtjahre entfernt. Mit diesen beiden Aussagen wartete SPÖ-Bundeskanzler Christian Kern am Montagabend im ORF-Sommergespräch auf. Zwei klare Botschaften, mit denen Kern sechs Wochen vor der Nationalratswahl noch das Steuer herumreißen möchte.“

Tja, das liest sich hier nur einen Tag nach der Wahl anders:

Nach vierstündigen Beratungen beschlossen Präsidium und Vorstand, mit allen infrage kommenden Parteien über eine etwaige Koalition zu reden. Das heißt: Auch Rot-Blau ist eine Option.“

Und die „Standard“-Poster? Tja, die sind plötzlich ganz handzahm. Rot-Blau, das wäre jetzt nicht gerade eine Traumkoalition, aber naja, immer noch besser als der böse Basti, und Schwarz-Blau ist sowieso des Teufels, da marschieren die Nazis auf, aber Rot-Blau würde das verhindern…
Den Kanzler zu stellen ist es wert, alle Parteibeschlüsse und Feindschaften über Bord zu werfen. Gestern trennten sie noch „Welten“, heute schon wird über den Preis einer „Welt“ in Silberlingen verhandelt.

Und was aufgefallen ist: im ganzen Wahlkampf habe ich nicht ein Plakat von Strache gesichtet, das wie gewohnt mit Hakenkreuzen, Nazirunen oder Hitlerbärten verziert war. Die Sozen haben ihre Stiefeltruppe scheinbar an der Kandare gehalten. Was auf zwei Dinge hinweisen könnte: erstens, dass diese Option schon immer in den Köpfen der Roten war und zweitens, dass sie solche Sudelaktionen auch in der Vergangenheit durchaus auf Parteiweisung steuern konnten.

Wiehnachtliches

Michael Klonovsky, eine Freude und Inspiration an jedem Tag, mit einem umwerfenden Argument für jede Diskussion mit durch kultursensibel vermiedene Erklärung des Hintergrundes unserer Feiertage aufgerissene Wissenslücken mit sich herumtragenden zeitgeisteltrigen Nachwuchs:

Innenminister Thomas de Maizière hat die Einführung eines muslimischen Feiertages vorgeschlagen. Aber es gibt bereits einen. Am 25. Dezember feiern wir die Geburt des zweitwichtigsten islamischen Propheten. Ich meine, das sollte genügen.“

Meine ich auch.

Wahlsieger

Was haben wir gelernt aus dieser Wahl?
Es interessiert den Wähler nicht, mit welchen Mitteln eine Partei arbeitet, mit welcher Niedertracht und krimineller Energie, mit welcher interner Blödheit und Intriganz, mit welchen dubiosen Gestalten sie sich ins Bett legt und was für Dreck sie um sich wirft. Auch Inhalte spielen keine große Rolle, denn bis auf die drei immer gleichen Stehsätze kam von den Kandidaten genau gar nichts. Nein, es geht eigentlich nur darum, ob der Spitzenkandidat den Leuten genug gefällt, sympathisch und emotional ansprechend ist, das genügt in postfaktischen Zeiten.

Anders ist das Ergebnis der SPÖ nicht mehr zu erklären, die maximal einen Einser vor ihrem Ergebnis stehen haben müsste, wenn man nicht von der erschreckenden Vermutung ausgehen will, dass ein Viertel der Österreicher skrupellose Armleuchter sind, die einen persönlichen Vorteil von einer Regierung der Klientelbeschenkung haben und dafür egal welchen Kriminellen wählen würden, Hauptsache es klingelt in ihrer Kasse.

Bei der Frage, ob so viele Landsleute einfach Idioten sind, die nix überzuckern, oder berechnende gemeine Armleuchter, denen für persönlichen Vorteil egal ist, ob das Land vor die Hunde geht, klingt die erste Antwort zumindest tröstlicher. Aber die Lehren, die Parteien aus diesem Wahlkampf und dem Ausbleiben einer Wählerreaktion darauf ziehen können, dürften sich auf kommende Wahlschlachten nicht unbedingt qualitätssteigernd auswirken.

Der eigentliche Wahlsieger heißt Tal Silberstein.
Widerlich.

Fake News

Nachdem es nur Schweigen in den Medien zu den nächtlichen Verwüstungen der Verlagsstände der „Rechten Verlage“ auf der Frankfurter Buchmesse gab, wabert jetzt aber ein Riesenskandal durch die deutschen Medien, weil es angeblich zu brutalen Übergriffen von Neonazis auf einen armen vorbeigehenden Linken gekommen sei.

Die Wahrheit hat dankenswerterweise Hadmut Danisch auf seinem Blog aufgedeckt: Der Linke wollte in eine Lesung stürmen und wurde von der Polizei überwältigt, die diese Veranstaltung vor genau solchen offenbar latent aggressiven und gewalttätigen Toleranzfaschisten beschützen muss. Es gibt sogar ein Video davon. Es lebe das Smartphone, das immer mehr Lügen aufdeckt.
Aber bezeichnend ist die weiterhin erfolgende mediale Dauertrommlung dieser Fake News eines verlogenen linken Gewalttäters in den Systemmedien. Man ist sowas von geil auf bad news about the right-wings, dass man auf jede Recherche, jede Reflexion, jedes Denken verzichtet und geifert und hetzt hasszerfressen jede Lüge durch. Sie haben nichts gelernt. Gar nichts.

Sonntag, 15. Oktober 2017

Die Systemparteien haben sich konsolidiert

von LePenseur


Es war eine Wahl, wie wir sie — mutatis mutandis — bereits vor ein paar Wochen in Deutschland erlebten: in manchem ein wenig weniger kurios im Ergebnis, in manchem jedoch noch kurioser. Insgesamt jedoch für jeden Freund von Freiheit und Rechtsstaatlichkeit alles andere als erfreulich ...

Doch fangen wir bei den wenigen erfreulichen Punkten des heutigen Wahlausganges (sofern er nicht von Magic Christian noch durch das systemisch betrugslastige Wahlkartensystem in einen kleinen Sieg umgefälscht werden kann):

1. immerhin sind mehr als ein Viertel der Wähler bereits aufgewacht. Das ist immerhin schon eine signifikante Zahl — und der etwas gallige Hinweis von Generalsekretär Kickl, daß bei Mitrechnung der ÖVP-Stimmen, die schließlich für ein weitgehend von der FPÖ abgekupfertes Wahlprogramm erzielt werden konnten, die Zahl der Aufgewachten sich den 60% der Wählerschaft nähert, hat inhaltlich auch seine Berechtigung. Der Rest freilich dämmert noch dahin. Was bei über 40% der Wählerschaft auch nicht gerade beruhigend stimmt.

2. Daß die Grünen, so wie's momentan aussieht, endlich aus dem Parlament fliegen, wäre zwar erfreulich, wird aber durch den Umstand, daß die Partei eines zwielichtigen, linksextremistischen Egomanen (und Ex-Grünen) dafür in den Nationalrat einzieht, mehr als getrübt. Die sprichwörtliche »Melonenpartei« (außen grün, innen rot) wäre damit geschält — aber der tiefrote Rest säße nach wie vor im Parlament. Meine Begeisterung (und wohl nicht bloß meine!) darüber hielte sich in Grenzen.

3. Daß die pinke Truppe um den NLP-Spezialisten Strolz durch ihren fast selbstverleugnenden Kotau vor der abgehalfterten Ex-»Spitzenjuristin« Griss praktisch nichts gewonnen hat, erheitert zwar, aber auch nur mäßig — gibt aber zur Hoffnung Anlaß, daß dieses Zeitgeist-Trüppchen vielleicht bei der nächsten Wahl dann doch wieder aus dem Parlament fliegt.

Und damit wären auch die kleinsten Reste von Erfreulichkeit dieses Wahlergebnisses seziert. Denn alles andere reicht von unerfreulich bis schlicht und einfach: skandalös.

Eine Partei wie die SPÖ, die sich ungeniert des gezielten Rufmordes als Wahlkampfmittel bediente, wird von den Wählern nicht abgestraft, sondern landet (sofern Magic Christian, s.o., nicht greift!) auf demselben Stand wie vor vier Jahren. Man kann demnach davon ausgehen, daß mehr als ein Viertel der österreichischen Wähler keinerlei Problem damit haben, eine Partei zu wählen, die sich mit kriminellen Machenschaften — koste es, was es wolle — an der Macht halten möchte. Ein Sittenbild enthüllt sich unseren Augen! 

Daß fast ein Drittel der Wähler einem dem damaligen Chef gegenüber höchst illoyal agierenden Ankündigungspolitiker und Plagiator auf den Leim gegangen sind, läßt das Vertrauen in die Weitsicht der Wählerschaft nicht gerade steigen. Was erwarten die jetzt eigentlich? Daß der smarte  Ankündigungspolitiker Kurz auf einmal wirklich etwas macht — was ihn vielleicht Polularität kosten könnte? Und selbst wenn er es versuchen wollte: er wäre angesichts der mächtigen Hintermänner in der ÖVP politisch schneller tot, als er bis drei zählen könnte!

Es darf nicht vergessen werden, daß der ÖVP-Filz in Bünden, Ländern und Kammern zwar vor der Wahl Kreide gefressen hat, weil diese Apparatschiks genau wußten, daß sie mit einem Aufbegehren gegen Kurz vor der Wahl Selbstmord mit Anlauf begehen würden — aber nach der Wahl sieht die Welt, dank eines stattlichen Wahlergebnisses, schon wieder anders aus! Dann werden sich die alten Seilschaften wieder zu Wort melden, und Kurz (ob er es will, oder nicht, ob er es jetzt schon weiß, oder nicht ...) zu »überreden« wissen, daß eine weitere Koalition mit einem »vernünftigen« Partner, wie bspw. dem Doskozil von der SPÖ doch viiiiel vernünftiger und erfolgversprechender ist, als eine riskante Koalition mit der FPÖ. Und der Hofbürger wird dem kleinen Basti auch ganz großväterlich ins Gewissen reden, wollen wir wetten ...?

Man kann also — und hier begebe ich mich auf das ungeliebte Terrain des Propheten, der (wenn er rechtbehält) wie Kassandra gehaßt, oder (wenn durch kommende Ereignisse widerlegt) verhöhnt wird — davon ausgehen, daß das Rot-Schwarze Gewurschtel durch ein Schwarz-Rotes ebensolches ersetzt wird. Denn daß Kurz in den Koalitionsverhandlungen wirklich an die FPÖ große Konzessionen — wie z.B.: eine starke direkte Demokratie, ORF-Privatisierung und Abschaffung der ORF-Gebühren, Abschaffung der Pflichtmitgliedschaft bei den Kammern, Abstriche bei Sozialleistungen an Migranten, etc. — macht (d.h.: wird machen dürfen!), wäre wohl eher unrealistisch. Ohne solche Konzessionen wäre freilich die FPÖ gut beraten, den Drang nach Pöstchen noch zu bezähmen, und lieber aus der Opposition die einander bald (wie zuvor) durch taktische Spielchen kannibalisierenden GroKo-Zwillinge beim Untergang zu beobachten.

Der FPÖ ist jetzt überhaupt Vorsicht anzuraten: denn es ist durchaus denkbar, daß die politischen Drahtzieher in der EU und jenseits des Atlantik jetzt eine gezielte Falle stellen wollen: zunächst (Schein-)Konzessionen der ÖVP an die FPÖ in Richtung auf mehr Freiheit, Re-Nationalisierung der Kompetenzen weg vom Moloch Brüssel, Eindämmung der Invasorenhorden aus Süd und Ost — und dann, leider, leider: geht halt alles nicht, weil da die EU-»Partner« nicht zustimmen wollen, weil dort ein Stirnrunzeln aus Washington ernstgenommen werden sollte, weil — Überraschung! — auf einmal eine europaweite Medienkampagne läuft gegen den ... — ach, ist doch piepegal gegen wen, Hauptsache: einer von diesen FPÖlern wird angepatzt! Und nochmal ein paar profitable Jahre für die Systemlinge herausgeschunden ...

Nein, defintiv: Wahlen waren schon einmal ein erfreulicheres Thema für Kommentare. In Zeiten von Big Data, allgegenwärtiger Bespitzelung, Bevormundung und Gängelung, immer höherer Abgaben (die jegliche wirtschaftliche Freiheit der Bürger zur Farce machen!) und einer weltweit vernetzten Polit-Mafia, die sich durch Demokratie-Simulation an der Macht behaupten kann, ist das alles nicht mehr wirklich lustig. Vor allem, wenn ein Ausweg aus der Malaise wohl nur durch Bürgerkriege gefunden werden könnte.

Die DDRler hatten's damals leichter: ihr Staat kollabierte fast widerstandslos — und ein über Deutschland sturmfreies Zyklon-Auge der Weltpolitik ermöglichte einen friedlichen Übergang. Es wäre vermessen, in einem Menschenleben solche historische Zufälligkeiten zweimal zu erhoffen. Und selbst wenn — an welchen »großen Bruder« sollte sich Österreich denn anschließen? Und wäre das überhaupt wünschenswert ...?

Fürwahr: wir leben in interessanten Zeiten. Und Kenner chinesischer Sprichwörter wissen, was das heißt ...

Prost

Sonntag abend 18:45, Hochrechnung auf ORF und Puls4: Grüne 3,8%; Hochrechnung servusTV: Grüne 3,6%.
Und das bereits unter Einberechnung der erwarteten Briefwahlergebnisse.
Wenigstens das hat gesessen.
Der Rest: wie erwartet. Schwarz vorne, Rot und Blau zittern um Platz 2.
Prost!

Abwarten

Die „Salzburger Nachrichten“, vorsichtig ausgedrückt ein eher linksaffines Blatt, haben ihrem Chefredakteur, also sich selbst, eine Bühne gezimmert und trällern von dort das Lied linksmedialen Demokratieverständnisses.
Zwei Punkte nur möchte ich da herausgreifen, die mir besonders aufgestoßen sind.

„Diese Verwerfungen mit den verschiedenen Kampagnen gegen einzelne Kandidaten, das war für mich überraschend stark.“

Nicht verschiedene, sondern eine. Von den Roten. Gegen alle anderen.
Realitätskonstruktivismus bis zum letzten Atemzug.
Aber es kommt ja nochwas.

„Ich hätte mir im Vorfeld gewünscht, dass sich die Parteien zu einer Koalitionsfrage durchringen können. Ich fände es gut, wenn die Menschen in diesem Land wüssten, mit welcher möglichen Regierung sie es zu tun haben, wenn sie eine Partei A, B, C, oder D wählen. Das hat in Österreich keine Tradition und es war auch diesmal nicht so. Sie haben uns alle auf den heutigen Tag verwiesen.“

Genau. Und das vollkommen zu recht. Denn grundlegend haben in einer Demokratie erstmal alle Parteien mit allen Parteien zu sprechen, und wer in welcher Verhandlungsposition ist und welche Optionen es gibt, weiß man nun mal erst nach der Wahl. Da haben die Medien genug meinungsmanipuliert. Und die Wähler sind oft genug umgefragt worden, welche Konstellation sie bevorzugen und welche mehrheitlich ablehnen, die entsprechenden Rückschlüsse müssen schon die Parteien selbst ziehen.

Pech für die Medien, die sich das gerne schon vorher nach Wunsch zurechtlegen würden. Aber jetzt ist erst mal der angebliche Souverän dran. Einmal in fünf Jahren müssen die Medien warten, bis ihre Konsumenten entschieden haben, was morgen in der Zeitung steht. Die nächsten vier Jahre und 364 Tage läuft es dann wieder seitenverkehrt.

Solidarprinzip

Da plärren die Sozen nach einer Maschinensteuer, denn immer wenn ein Automat die Arbeit eines Menschen ersetzt, will der Staat nicht auf seine Einnahmen verzichten. Aber kaum sagt man ihnen, dass die Leistung dieses Automaten auch von irgendwem bezahlt werden muss und das üblicherweise in der Privatwirtschaft jenseits von Weichen und Bahnsteigen immer der Kunde und nur der Kunde allein ist, toben sie los, dass der Kunde aber niemals für eine erbrachte Dienstleistung, auch am Automaten, zur Kasse gebeten werden darf. Denn für den Kunden muss alles gratis sein.

Und was passiert dann?
Richtig, die Vereinigten Sozialisten von Rot, Blau und Grün bestimmen per Gesetz, dass die Inanspruchnahme einer Dienstleistung wie der Bargeldabhebung an einem Automaten eines Drittanbieters grundsätzlich von der Bank bezahlt werden muss. Um es für unsere Prinzessin klar zu machen: Wenn ich als Kunde eine Ware von einem Händler bestelle, hat die Post die Dienstleistung des Transportes entweder gratis zu erledigen oder das Porto allein dem Händler zu verrechnen, der das aber nicht an den Kunden weitergeben darf. Was wird der Händler machen? Er wird das Risiko der Versandkosten eben auf alle Preise und damit alle Kunden aufteilen.

Und so wird des Sozialisten Höschen wieder feucht vor Freude, denn es passiert das, was sie bei anderen ja so kritisieren aber selbst anstreben: die Sozialisation der Kosten. Damit jener Kreis an Kunden, der solche Automaten nutzt, mit dem Gefühl, seine Interessen wären der Politik ein Herzensanliegen, die von ihm selbst angeforderte Dienstleistung gratis nutzen darf (Personifizierung des Nutzens), müssen alle, auch jene, die diese Dienstleistung nicht nutzen, dafür zur Kasse gebeten werden (Sozialisation der Kosten). Alle Bankkunden zahlen. Auch die, die nichts davon haben. Linkes „Solidarprinzip“: Solidarität bedeutet nicht, dass alle in der Not zusammenstehen und sich gegenseitig helfen, sondern das einige eine Leistung schmarotzen, für die alle anderen zu blechen haben.

Die Alternative, von einem Kommentator bei der „Presse“ sogar lautstark gefordert: Wenn den Banken das nicht passt, sollen sie eben die Dienstleistung einstellen. Von denen gibt es eben kein Geld mehr an Bankomaten.
Genau. So stellt sich ein strammer Sozi die Marktwirtschaft vor: Nicht der Kunde kann frei entscheiden, ob und wann er welche Dienstleistung nutzen möchte und was ihm das wert ist, sondern die Bank (oder noch besser: der Staat) legt fest, was es gibt und was nicht.

Denn jetzt kann ich entscheiden, ob ich mir das Bargeld vom Bankomaten meiner Hausbank gebührenfrei hole oder gegen Entgelt an einem anderen Automaten, zu dem ich bequemer komme, aber dafür eben bezahle.
Ich.
Frei.
Liberal.
Neoliberal.
Das muss ja des Teufels sein...

Gedanken zum Wahltag

Bevor es nach dem heutigen Abend ans Eingemachte geht und die Menschen erkennen müssen, dass sie wahrscheinlich einer großen Show aufgesessen sind, die von langer Hand geplant wurde, hier noch eine kleine Grafik:


Was kann man darauf erkennen, wenn man den Linien folgt?
Richtig, ohne den kometenhaften Aufstieg des Herrn Kurz wäre die FPÖ mit Abstand stärkste Kraft und es bestünde keine Chance auf eine Fortführung der unseligen Koalition aus Rot und Schwarz. Es war die letzte Gelegenheit, das Ruder herumzureißen. Und es war wahrscheinlich abgesprochen. Denn die SPÖ wusste von den kommenden vorgezogenen Neuwahlen bereits im Herbst 2016, als sie Silberstein engagierte um den Wahlkampf zu starten. Von wem? Woher? Kurz übernahm erst im Mai 2017 die ÖVP. Vorher wäre auch sinnlos gewesen, es musste erst der Bundeswauwau installiert werden.

Ist das auch anderen aufgefallen, dass Norbert Hofer in den letzten vier Wochen vor der Wahl nicht nur von verschiedenen Seiten äußerst untergriffig angegangen wurde, bis hin zum „Krüppel“ (es riecht nach Silbersteins Ausdünstungen), sondern sich auch extrem zurückgenommen und die letzten Duelle mit einem eher schwachen und inhaltsleeren Van der Bellen fast an diesen verschenkt hat? Als ob man den Braten gerochen hatte und wusste, dass im Falle eines Präsidenten Hofer ein „Antifa“-Wüten durch das Land gegangen wäre. Schon damals war das dümmliche Argument, ein blauer Präsident und eine blaue Regierungsbeteiligung würden sich demokratisch ausschließen, da die Überwachungsfunktion des Staatsnotars dann ausgeschaltet wäre, im Umlauf, und keinem fiel es auf, dass doch genau das, nämlich Präsident und Kanzler von der gleichen Partei, bisher doch der gelebte Normalzustand war, ohne dass das Land untergegangen wäre. Aber Strache wollte wohl auf Nummer Sicher gehen und lieber den wirklich gestaltenden Kanzler angehen anstatt einen Parteisoldaten zum machtlosen Präsidenten zu machen und damit eine Einheitsfront gegen die FPÖ zu zementieren.

Was man auf dem Diagramm gut sehen kann ist der spiegelbildliche Verlauf der Kurven von Blau und Schwarz. Das erfolgreiche Installieren des Plauder-Darlings mit der geilen Frisur scheuchte die von der ÖVP Enttäuschten zurück in deren angeblich erneuerte Reihen. Worin die Erneuerung liegen soll außer im ausgehängten Gesicht, leeren Phrasen, neuer Farbe und dahinter dem gleichen Block aus Banken, Bünden und Beamten wie vorher, kann keiner erklären. Leeres Gefasel von „neuem Stil“ und „neuer Politik“ kennen wir schon von Strolz, da ist nichts originell dran und bietet auch keine Inhalte. Kurz ist nur durch Worte aufgefallen, aber nirgends durch Taten. Wäre er in Opposition, hätte man Verständnis dafür, aber er sitzt in der gleichen Regierung, in der er jetzt aber wirklich mal mit arbeiten anfangen will. Ebenso wie Kern. Hä??

Als Silberstein engagiert wurde, war die ÖVP doch kein Feindbild der SPÖ, ganz im Gegenteil, es war der wegbrechende, absterbende Partner der vergangenen Legislaturperioden und nur dessen Wiederaufstieg der einzige Garant für eine Fortführung der Großen Koalition, zu der bisher der gelernte Österreicher immer nur die Wahl hatte, wer im GroKo-Bett oben liegt. Der erklärte Gegner der SPÖ war immer und ist immer noch die FPÖ.

Die Roten hatten ihre Peinlichkeit Faymann, nicht mit der Verschleppung der Präsidentenwahl rechnend, zu früh entsorgt und durch den Ankündigungsyuppie Kern ersetzt, der aber binnen allzu kurzer Zeit seine Munition bereits verschossen hatte. Da war jetzt nichts mehr im Köcher, um noch mal ein paar Prozente zu generieren. Aber bei den Schwarzen war Luft nach oben, die Peinlichkeit Mitterlehner huschte noch in eine mentale Burka gehüllt hinter dem Präpotenzenkanzler hinterher. Also wurde dieser gegen Strahlemann Basti ersetzt – und der enttäuschte nicht. Aber er musste vorgezogene Wahlen ausrufen, erstens weil nicht sicher war ob Juncker ernst macht mit dem EU-Beschluss gegen Grenzkontrollen im November und zweitens musste ein Ergebnis her, bevor auch Kurz‘ Dampfplauderei als solche entlarvt würde und sein Stern wieder sinkt.

Und jetzt kommt es: Was macht Silberstein? Richtig: Massives Anschütten von Kurz und Kern. Was hat das jetzt mit diesem Wahlkampf zu tun? Ganz einfach, was bei der ganzen Diskussion komplett unterging: die ganze Zeit wurde es so dargestellt, als wäre es die FPÖ, die diese Hetze betreiben würde. Der empfindsame österreichische Wähler ist nämlich nicht aufgerüttelt durch negative Meldungen gegen Kurz und Kern, sondern angewidert von der üblen Hetze gegen die Beiden. Der eigentlich getroffene bei der ganzen Schmiere ist Strache. Und der konnte jetzt nicht real anfangen gegen die beiden zu Felde zu ziehen ohne noch mehr als der miese Anpatzer dazustehen und sich die letzte Hoffnung auf eine Regierungsbeteiligung zu vermauern. Falls die jemals da war.

Und so ist als Ergebnis der ganzen Schmierenkomödie die Koalition aus Schwarz und Rot, nur mit leichtem Stellungswechsel, wieder in der Lage, sich das Land fünf weitere Jahre zur Beute zu machen. Fast wäre die Kiste geplatzt, weil es in den Reihen der Roten wie der Schwarzen Leute gibt, die vom jeweils anderen die Schnauze gestrichen voll haben und die Komödie sabotieren wollten. Aber am Ende wird alles gut: Kurz wird Kanzler, der untragbar gewordene Kern kann abtreten und einen üppigen Dankbarkeitsposten übernehmen und die SPÖ unter Doskozil zu den sich wieder Richtung Schwarz verdunkelnden Türkisen in die Koalitionskiste kriechen, huldvoll angelobt vom präsidialen Mäßigungsprediger. Strache kann trampeln und spucken, ihn hat man mal wieder abserviert. Und die Antifa jubelt, den „Rechtsruck“ abgewehrt und den Ausbruch des Faschismus verhindert zu haben blabla.

Wird sich Österreich grundlegend ändern? Wird der Filz durchbrochen? Werden die Sümpfe ausgetrocknet? Die Pfründe verödet? Werden bürokratische Hürden geschleift? Demokratische Freiheiten etabliert?
Träumen wir durch den Tag. Das Erwachen wird bald kommen.
Vielleicht schon heute Abend.
Die Frage wird dann beantwortet, ob die Mehrheit begriffen hat oder lieber dem Gesülze jener glaubt, die dafür bezahlt werden, sie zu veräppeln.