„Ich bin ein überzeugter und konsequenter Kritiker des Parteien-Parlamentarismus und Anhänger eines Systems, bei dem wahre Volksvertreter unabhängig von ihrer Parteizugehörigkeit gewählt werden.“
Alexander Issajewitsch Solschenizyn, 2007

Montag, 24. Juli 2017

Die Haller-Studie 2

Wie gestern hier versprochen, geht es weiter bei der Betrachtung der Haller-Studie mit dem klingenden Namen:
Die „Flüchtlingskrise“ in den Medien – Tagesaktueller Journalismus zwischen Meinung und Information

Bisher blieb die Erkenntnis, dass die gesamte „Berichterstattung“ über das Migrantenthema einen selbstverliebten Reigen aus Politik und Medien darstellt, in dem sich jene, die gerne Mikrofone vor ausgewählte Nasen halten und jene Nasen, die sich besonders gerne vorgehaltenen Mikrofonen gegenübersehen, gegenseitig ihrer moralischen Überwertigkeit bestätigen und großteils dabei von jeglichen Einflüssen lästiger Realität fernhalten. Die Politiker reden für die Medien und die Medien schreiben für die Politiker, und keiner von beiden schert sich einen Dreck um die Leute, die es eigentlich betrifft. Zwei Eliten wanzen sich aneinander an. Der Pöbel interessiert die nicht. Filterblase in Reinkultur.
Das ist und bleibt eine wichtige Grunderkenntnis dieser Studie.

Doch weiter beim nächsten Punkt.

Punkt 10: Einer der zentralen Punkte mit vernichtendem Urteil über die Berichterstattung der gestern erwähnten drei Leitblätter FAZ, SZ und WELT.

Sieben von zehn relevanten Akteuren/Sprechern gehören auch hier zur politischen Elite. Im Sinne der Indexing-These ist der virtuelle Adressat der Kommentare nicht der Leser, sondern die Politik.“

Klatsche. Sie schreiben für ihre Elitenblase, entkoppeln sich komplett von der Realität. Kein Wunder, dass die Printmedien inzwischen nach einer Art Zeitungs-GIS greinen, also einer eigenen Steuer, damit sie genau so weitermachen können, auch wenn das keiner mehr lesen und zahlen will. Das ist mediales Totalversagen. Zeitungsmacher mit Gewissen würden… äh, okay, zuviel des Konjunktivs. Wir reden von vegetarischen Wölfen.

Die Argumente erörtern meist die von Politikern aufgeworfenen Vorschläge in operativer Hinsicht. Bis zum Spätherbst 2015 greift kaum ein Kommentar die Sorgen, Ängste und auch Widerstände eines wachsenden Teils der Bevölkerung auf.“

Warum auch? Wen interessiert dieses Gevölke? Entweder es marschiert begeistert mit bei dem Großen Marsch in die helle Zukunft der abgeschafften Identität oder es sind eh bloß Rassisten, Abgehängte, Dumpfbacken, Weiße Männer, Nazis, Sachsen.

Wenn doch, dann in belehrendem oder (gegenüber ostdeutschen Regionen) auch verächtlichem Ton. Kaum ein Kommentar während der sogenannten Hochphase (August und September) versuchte eine Differenzierung zwischen Rechtsradikalen, politisch Verunsicherten und besorgten, sich ausgegrenzt fühlenden Bürgern. So dienten die Kommentare grosso modo nicht dem Ziel, verschiedene Grundhaltungen zu erörtern, sondern dem, der eigenen Überzeugung bzw. der regierungspolitischen Sicht Nachdruck zu verleihen.“

Absolut richtig. Es kommt aber noch schlimmer. Man könnte dem politisch-medialen Irrenhaus ja einen Adrenalinschub kollektiver Besoffenheit ob der Vorgaukelung ihrer moralischen Herrenmenschlichkeit nachsehen, wenn sich das Ganze nach dem Vorschieben des türkischen Riegels irgendwie wieder eingekriegt hätte. Hat es aber nicht. Die oben stehenden Sätze gelten bis heute in vollem Umfang. Ohne jede Einschränkung. Es wird immer noch gepöbelt, gerotzt, jeder gegen Merkel Demonstrierende mit den NSU-Mördern in eine Kiste gesteckt und der Osten sowieso pauschal zum verlotterten Naziland erklärt, in dem täglich Flüchtlingsheime brennen.
Und das sind exakt jene Protagonisten, die sich erdreisten, den Anspruch zu stellen, die einzig Berufenen zu sein, um Fake News und postfaktische Propaganda ihrer politischen Widersacher zu entlarven. Was für ein Sumpf aus Machtbesoffenheit, Selbsterhöhung, Präpotenz und Widerlichkeit. Und die wundern sich, wenn sie keiner lieb hat.

Außerdem wird bis heute eine Berichterstattungs-Einbahnstraße gefahren, an der auch die Kurzempörung über Hamburg nichts ändern konnte: Ein wenige Zentimeter kleiner Pappgalgen bei einem harmlosen Pegida-Demonstranten, der auch gleich mal mit Klarnamen bloßgestellt wurde, wurde zum Terrorangriff auf Ihre Heiligkeit Angela die Alternativlose erklärt und zum Beweis der kollektiven Radikalisierung des rechten Randes stilisiert, und selbst wenn es mal wieder die radikale Linke war, die sich eine Schlacht mit der Polizei beim Kampf gegen die durch Dresden spazierenden Rentner lieferte, dann hieß es nur, es gäbe gewalttätige Ausschreitungen am Rande der Pegida-Demo. Dieser Stil der Tatsachenverdrehung durch Verschweigen und Täter-Opfer-Umkehr zieht sich bis heute wie ein dickes rotes Seil durch die Berichterstattung. Es ist also eine Unfähigkeit zur Neutralität, die offensichtlich dem gesamten Medienapparat inhärent ist.

Punkt 11: Hier wird nur nochmal zusammengefasst, was bisher erkannt wurde: Die Medien machten sich zum Arschkriecher der Politk, die dafür den Medien hinten reinkroch. Es bleibt ein unappetitliches Bild zweier Körper, deren Köpfe man nicht sehen kann, weil sie zwischen den zwei größten Muskeln des Körpers eingeklemmt sind.
Das liest sich dann so:

Der demokratietheoretisch geforderte verständigungsorientierte Diskurs war (…) für uns nicht auffindbar.“

Ist das allen klar? Das Zitat muss ich einfach fett schreiben. Es ist zu bedeutsam, gleichfalls die als harmloser kleiner Beisatz in einen Text gewobene Quintessenz des Totalversagens der Demokratie unter dem mediengehypten Merkel-Regime.

Wenn etwas, was demokratietheoretisch gefordert ist, praktisch nicht auffindbar ist, hat das Ergebnis praktisch auch nichts mit Demokratie zu tun. Wenn es tauchtheoretisch gefordert ist, unter Wasser ohne Atemgerät die Luft anzuhalten, und man findet das in der Praxis nicht vor, handelt es sich nicht um Tauchen sondern kollektives Ersäufen. Was aus der Theorie nicht erfüllt wird ist in der Praxis nicht vorhanden.

Demokratie ist nicht vorhanden. Und das bei denen, die jeden außerhalb ihrer Herrenmenschenblase als „Demokratiefeind“ anrotzen. Wir haben es mit einer politmedialen Filterblase zu tun, in deren Fettschichten sich eine selbstherrlich herrschende Machtelite eingenistet hat. Demokratie ist nur noch in homöopathischen Dosen als legitimierendes Feigenblatt vorhanden, wird aber ansonsten als überbewertet betrachtet und großflächig außer Kraft gesetzt. Die deutsche Demokratie-Simulation hat inzwischen (wieder, nur diesmal ganzflächig) DDR-Niveau erreicht.

Punkt 12: Ein detailliertes einzelnes Betrachten der drei oben genannten Zeitungen. Wäre locker einen eigenen Artikel wert und würde den heutigen Rahmen sprengen. Nur soviel: Die WELT trennte am besten Berichte von Kommentaren, die FAZ berichtete nicht ausschließlich sondern „nur“ überproportional regierungsopportun und die SZ ergoss sich in faktenentkoppelter humanistischer Besoffenheit. Daran hat sich nach meiner Beobachtung bis heute nicht viel geändert.

Punkt 13: Unerklärlich bleibt, wie es dazu kommen konnte, dass die Parole von der „Willkommenskultur“ zeitgleich in allen Medien auftauchte und sofort zum sich selbst begründenden Euphemismus wurde.
Meiner Meinung nach ist gerade das aber ein starkes Indiz, dass da eine gelenkte Kampagne dahintersteckt, denn auch dieses Vorgehen ist nicht neu und wurde schon mehrfach angewandt. Wir kennen das von den Themen Umwelt, Klima, Energie. Politik auf dem Niveau einer Greenpeace-Kampagne.

Es wird ein positiv belegter Begriff als Kampfparole ausgeworfen und zum Prinzip erhoben. Dabei wird die Begriffswahl nicht zufällig so ausgeführt, dass sie erstens die gesamte Gesellschaft in Geiselhaft nimmt und zweitens jede Gegenstimme automatisch zum Gegner der Gesellschaft punziert, zum sich selbst Ausgrenzenden, zum Abstoßenden, den man bedenkenlos zu all den Umweltsündern, Klimaleugnern und Nazis in den Paria-Topf kübeln kann.

Wer gegen die „Willkommenskultur“ ist, besitzt keine Kultur sondern nur dumpfen „xenophoben“ Fremdenhass und nationalistischen Rassismus und gehört nicht zu diesem Volk, oder wie ein Landesfürst so übel bemerkte: „Diese Leute sind keine Menschen, das sind Verbrecher!“ Das Verbrechen: Demonstration vor einem heimlich nachts anrollenden „Flüchtlingsbus“, in dessen Inneren sich auch keine besonders netten Szenen gegenüber den Gastgebern abspielten. Egal, für Tillich war es genug Grund, die Demonstranten sogar zu entmenschen, ihnen jegliche Menschenrechte abzusprechen – gegenüber demonstrierenden Bürgern seines eigenen Landes eine seit Nazi-Zeiten nicht dagewesene Entgleisung, die allerdings von den Medien nicht aufgegriffen und thematisiert wurde sondern sogar noch in heißen Kommentaren gegen die „typischen Sachsen-Nazis“ befeuert wurde. Für mich eine der Schlüssel-Szenen der Situation, die sich bis jetzt nicht geändert hat. Neben dem Aufruf eines Vertreters einer Landesregierung an seine eigene Bevölkerung, wem die „Willkommenspolitik“ nicht passe, der könne ja Deutschland verlassen und dem Aufruf einer Hasspropagandistin und Funktionärin der SED-Nachfolgerin „Die Linke“, die alliierten Bomber sollten nochmal vorbeikommen und diesmal Dresden endgültig kaputtbomben. Man erinnere sich an den massiven monatelangen vorzeitigen Meinungserguss über jeden Furz eines Björn Höcke („Er hat Jehova gesagt!“) und vergleiche das mit dem donnernden Schweigen zu den anderen, viel tiefer die deutsche Gesellschaft treffenden Ausrutschern.

Die Frage taucht auf, was eine solche Studie wie die vorliegende eigentlich zu Tage bringt, was ein aufmerksamer Beobachter der Vorgänge der letzten zwei Jahre nicht eh schon wusste. Antwort: gar nichts. Aber es ist die erste objektive, neutrale und wissenschaftlich fundierte Bestätigung der Richtigkeit all dessen, was die bisher und wohl auch in Zukunft (an Veränderung zu glauben hat etwas vom Glauben an Einhörner und Blütenfeen) als „rechte Hetzer“ und „Verschwörungstheoretiker“ beschimpften, verächtlich gemachten und verhöhnten politisch interessierten kritischen Bürger vom ersten Moment an gewarnt haben.

Punkt 14: Es wird betrachtet, wie der bereits seit Jahren, aber in einem anderen Zusammenhang entstandene Begriff der „Willkommenskultur“ von einer Forderung der Wirtschaft zur Erleichterung des Zuzugs von Fachkräften zu einer gesamtgesellschaftlichen Moralkeule pervertiert wurde, mit der heute der unkontrollierte Zuzug ganzer Horden von Analphabeten und Sozialmigranten durchgeprügelt wird. Auch wenn die Studie hier keine Antworten liefert, vielleicht auch um sich nicht zu weit aus dem Fenster zu lehnen, sehe ich das als starkes Indiz einer gelenkten Kampagne.

Auch weil eine solche Kampagne zur ganz offen in ihren Strategiepapieren beschriebene, aber eben (auch das nicht hinterfragt, warum) von den Medien absolut nicht transportierte, EU-Massen-Neuansiedlungsstrategie und die Timmermansche Volksvermischungs-Strategie passt wie die Faust aufs Auge. Man wähnt zwar hinter jedem Gedanken an eine gelenkte Propaganda eine krude Verschwörungstheorie, hat aber keine andere Erklärung. Und blendet alle Indizien und Beweise konsequent aus.

Dass diese Studie trotz der Halbherzigkeit, mit der manche Phänomene zur Seite geschoben und nicht weiter hinterfragt werden, zu einem solch vernichtenden Urteil über die Medien kommt, scheint mir ein Hinweis, dass alles noch viel katastrophaler ist als selbst hier beschrieben.

Punkt 15: Nach den drei Großen wird hier ein Blick zurück auf die Lokal- und Regionalpresse geworfen. Und man kommt zu dem erschütternden Ergebnis, dass diese die Vorgabe der sogenannten „Leitmedien“ unreflektiert komplett übernahmen und das Narrativ „Willkommenskultur“ im totalen Gleichschritt mit aufbauten.

Ach so. Aber jeder, der von „gleichgeschalteten Medien“ redet, ist ein vom Verfolgungswahn Getriebener. Natürlich schrieben alle das Gleiche, aber nicht, weil alle das Gleiche schreiben, sondern weil alle das Gleiche kopieren. Es ist wie mit den Bäckern, die die gleichen ukrainischen Teiglinge in Automatiköfen aufbacken wie der Diskonter in seiner Backbox. Es schmeckt alles gleich, bis jeder merkt, dass man sich den Weg zum Bäcker sparen kann, weil eh alles nach Backbox schmeckt. Und in den Medien klingt alles gleich, weil alle die gleichen Textlinge aus den großen Presseagenturen aufbacken. Und diese Presseagenturen werden dominiert von der Politik (öffentlich-rechtliche Sendeanstalten und Parteien) und rein zufällig immer wieder auf die gleichen Hinterleute hinauslaufende Privatstiftungen, wo dann irgendwelche Qataris, Saudis oder milliardenschwere Exil-Ungarn auftauchen.

Die Medien sind nicht gleichgeschaltet, sie sind gleich. Einfache Abfüllstationen aus der immer gleichen Quelle. Und wenn sie das Abfüllen aus dieser Quelle verweigern, wird ihnen erst gar keine Lizenz zum Abfüllen erteilt, sie sind einfach keine Medien, werden zu Unmedien erklärt, bekommen weder Presseausweise noch Rechercherecht und werden massiv verhetzt als „Echokammern“ und „Hetzblogs“. Und dann kommen keine Presseförderungen und keine Werbegelder, denn inzwischen hat sich ja auf der linken Seite bereits eine Hetzkultur nazihaften Ausmaßes etabliert, die auch vor dem Angriff auf Firmen, die es wagen, in den „falschen“ Medien Werbung zu schalten, nicht halt macht. Das sind faschistoide Methoden, aber da hat die Neue Ultralinke keinerlei Berührungsängste.

Wie erwähnt: Viele der in dieser Studie offen gebliebenen Fragen lassen sich offensichtlich leicht beantworten. Man muss keine zentrale Lenkung vermuten, Diktaturen jeder Coleur funktionieren durch das Ineinandergreifen tausender kleiner Rädchen, deren Eigeninteresse mit den Zielen der Diktatur besser kompatibel ist als mit einem Kampf gegen diese. Das nennt sich Opportunismus und ist die stärkste Waffe jeder Diktatur. Die großen Medien sind direkt mit der Politik verzahnte Propagandaschleudern und die kleinen einfach nur opportunistische Mitläufer.
Menschen sind wie Elektronen. Sie bewegen sich immer dort, wo der Weg des geringsten Widerstandes liegt. Und Medien werden von Menschen gemacht. Das Ergebnis: Geschichte wiederholt sich.

Punkt 16: Auch für die Masse der Lokal- und Regionalmedien gilt: Es gab eine Menge Monologe örtlicher Politiker (nach meiner Erfahrung meist Bürgermeister oder mit der Redaktion befreundete Eh-immer-Befragte) aber keinen Diskurs. Das liest sich dann so:

Von diskursiver Themanbearbeitung kann für das Jahr 2015 nicht die Rede sein.“

Naja, bis heute sehe ich da wenig Veränderung. Und dann wundern sich die Medien, wenn sie als moralisierende Volkserzieher und Parolenverteiler wahrgenommen werden? Sie sind doch genau das!
Und wieder ein vernichtendes Urteil: diskursives Totalversagen.

Punkt 17: Ich kann es auch nicht besser formulieren:

In der Tagespresse wurde unseren Befunden zufolge das Narrativ Willkommenskultur als moralisch intonierte Verpflichtungsnorm „top-down“ vermittelt.“

Medialer Frontalunterricht. Und vereinzelte negative Aussagen wurden ausschließlich Politikern zugestanden, die man ob ihrer Parteizugehörigkeit zu den „Schmuddelkindern“ sortieren konnte. Man lässt den fiesen kleinen nonkonformen Björn ab und zu aus seiner Ecke stänkern, um dann mit erhobenem Zeigefinger und vorgehaltenem Rohrstock der Klasse zu erklären, dass jeder, der genauso denke, eben so ein Stinkstiefel wie der kleine Björn wäre und sich gleich zu ihm setzen könne.

Ja, so funktioniert Medienropaganda auf dem Niveau des „Schwarzen Kanals“. Genau auf dem Niveau sind wir hier, jetzt auch wissenschaftlich nachgewiesen, angekommen.
Der Osten hat den Westen medientechnisch und propagandistisch unterwandert und okkupiert. Und der Westen merkt es bis heute kaum. Das Volk im Osten schon, und weil das zu befürchten war, wurde schon seit Jahren das Bild des Ossi-Nazis aufgebaut und gepflegt. Für die Menschen in Ostdeutschland besonders tragisch: diejenigen, die vor 30 Jahren von einer Diktatur als Volksfeinde und Faschisten beschimpft wurden, müssen nun erkennen, dass sich das Gleiche wiederholt und damit in ihrer Wahrnehmung der Westen um nichts besser ist als es der Osten war. Oder um es kurz zu sagen: Die BRD ist DDR mit Bananen im Geschäft.

Punkt 18: Der heute wieder erkennbare Ansatz, dass Lokalmedien ihre Nähe zum Geschehen nutzen, um auch darüber zu berichten (man findet die auf „Politikversagen“ und ähnlichen Seiten mühsam zusammengetragenen Fakten fast nur in Lokalmedien), wurde 2015 überhaupt nicht genutzt. Die Lokalberichterstattung erstarrte wie das Kaninchen vor der Schlange vor der überregionalen Berichterstattung, und es hat den Anschein, dass eine Weile die Opportunisten ratlos waren, in welchen Wind die Fahnen denn nun zu hängen seien, um nicht morgen in Ungnade zu fallen. Merkels Aushebeln des demokratischen Rechtsstaates und des Faktischen im Namen eines selbstgestrickten Humanismus-Ideals schuf eine diktatorische Selbstermächtigungs-Situation, die viele Medien, die nicht über den direkten Draht zu den Schalthebeln der Macht verfügen, in Hilflosigkeit zurückließ.

Sie spürten, dass es eine Neudeutung geben würde, sie sind diese Pirhouetten Merkels und ihres Hofstaates ja schon gewohnt, die immer einsetzen wenn Wahlumfragen gestartet werden, Flutwellen über Japan rollen oder irgendwo ein Eisbär auf einer einsamen Scholle dahintreibt. Aber diesmal dauerte es ungewöhnlich lange, bis Merkel, die immer wenn irgendwas passiert oder von ihr selbst verbockt wird, langfristig abtaucht, mit Parolen wieder auftauchte. Selbst ihr Hofstaat, der sonst schnell seine Loyalität zur Herrscherin beweisen will, indem er ihr Propagandavorlagen liefert, stand recht hilfs- und meinungslos da. (Den Roten ist in Gestalt ihres Spitzen-Kermits jetzt rückwirkend eingefallen, dass sie eigentlich schon immer recht pragmatisch gegen das Vorgehen Merkels in der „Flüchtlingskrise“ waren. Erstaunlich.)

Die Schreckstarre, unter der hunderttausende Nomaden in das Land strömten, hat meiner Meinung nach den größtmöglichen Schaden angerichtet. Ein weisungsgewohnter Beamtenapparat hatte plötzlich nichts außer einer schwammigen Info und schaltete deshalb karriereschonend in den Minimalmodus. Das Einhalten von Gesetzen ist zweitrangig gegenüber dem Erhalt der eigenen beruflichen und damit wirtschaftlichen Existenz. Beamte sind immer Mitläufer, und das von Vertrags wegen. Kritisch wird es nur, wenn im Vertrag nicht mehr definiert ist, was denn jetzt eigentlich zu tun ist. Hunderttausende Beamte im Selbsterhaltungsmodus tun und lassen das, was ihrer Meinung nach das schonendste für die eigene Karriere sein könnte. Das begründet das totale Staatsversagen, das bis heute spür- und sichtbar ist.

Den Medien, immer von der gewährenden Gnade der Mächtigen abhängig und teils mit denen verbandelt (und zwar genau aus diesem Grund), fehlte die Leitung ebenso. Die „Willkommenskultur“ war der Strohhalm, der ihnen (von wem…) zugeworfen wurde, und sie klammerten sich begierig daran, in der Hoffnung, damit nichts falsch machen zu können, denn Gut zu sein kann niemals falsch sein.

Punkt 19: Zusammenfassend wird erkannt, dass es eine erkennbare Kette Politik-Leitmedien-Folgemedien gibt, die von oben nach unten ein Narrativ schafft, das zum Götzen erhoben und angebetet wird, während ketzerische Stimmen nicht gehört, und so sie zu laut werden, angegriffen werden.
Im Klartext: die Medien haben sich bereitwillig zur Hure der Politik gemacht und als Propagandainstrument vergewaltigen lassen. Wenn man vorangegangene Themenkomplexe, besonders „Klima“ betrachtet, ist dies allerdings keine neue und außergewöhnliche Situation; sie wird nur so wahrgenommen, weil das „Flüchtlings“-Thema direkter wahrgenommen wird als die „Energiewende“ oder die „Klimarettung“; diese sind abtsrakt und maximal bei der jährlichen Stromabrechnung oder dem 100er auf der Autobahn wahrnehmbar, aber allein die emotionale Belastung von Menschen, die im TV mit Bildern konfrontiert werden, wie hunderttausende junge Männer die Grenze ihres Heimatlandes überrollen, dann in ihrer Stadt randalieren, Menschen Treppen hinuntertreten, Frauen belästigen, sich wie Landnehmer und Herrenmenschen aufführen, eine Steinzeitreligion aggressiv missionieren und alle hier etablierten Werte verhöhnen, rückt das Thema Immigration in den Fokus des Interesses.

Und wenn die Menschen etwas so brennend interessiert, weil es ihren Alltag verändert, und sie werden von den Medien mit Kampfparolen zugemüllt, mit Märchen abgespeist, ja ignoriert, dann ist es eine logische Konsequenz, wenn die Menschen das Vertrauen in diese Medien verlieren und, wie diese Studie ja beweist, nicht ganz zu unrecht Medien und Politik als abgehobenen und präpotenten Verband wahrnehmen, der das Interesse am Volk verloren hat.

Punkt 20: Es wird noch kurz darauf eingegangen, dass die Silvesternacht in Köln zu einem Drehen in der Berichterstattung geführt hat. Zumindest vorübergehend. Denn schon bald begann das Relativieren, das Ablenken, das Wegschieben des Unangenehmen. Später wurden sogar Morde wieder von der bundesweiten Berichterstattung ausgeschlossen, wenn sie von Migranten begangen wurden und heute stellt sich eigentlich kaum ein anderes Bild dar als 2015.

Auch finde ich, dass man hier gekonnt ausblendet, dass die Medien von Köln erst berichteten, als Informationen über die wahren Ereignisse geleakt wurden (und ich habe bis heute Polizeikreise im Verdacht, die einfach die Schnauze voll hatten, einen Maulkorb aufgesetzt zu bekommen und sich von immer den gleichen südländischen Früchtchen auf der Nase herumtanzen zu lassen). Vorher sangen die Medien brav das offizielle Liedchen der Politik mit. Und auf welchem Niveau die bis heute unterwegs ist, wissen wir nicht erst seit Rekers Entgleisung mit der „Armlänge Abstand“.

Conclusio: Der seit 2015 den Medien entgegengeworfene Vorwurf, eine „Lügenpresse“ zu sein, wurde sich von diesen ehrlich und mühsam verdient, und ich bin der Meinung, dass man jemandem das, was er sich verdient hat, nicht vorenthalten soll. Egal ob die Nazis das auch gesagt haben. Die haben auch Kohlsuppe gegessen und ich esse auch Kohlsuppe; ob mich das für diese Knallfrösche in ihrer dahinschwebenden Filterblase nun zum Nazi macht ist mir vollkommen gleichgültig. Sie haben es sich verdient. Sie bekommen es: Lügenpresse! Lügenpresse!

Wollten sie das Vertrauen der Kunden zurückgewinnen, müssten sie mühsam und langfristig zu investigativem, ausgewogenem und neutralem Journalismus zurückkehren, den sie allerdings schon lange vorher in anderen Themen auch schon sukzessive abgebaut hatten. Sie müssten die Praxis, einfach Agenturbrei wörtlich zu kopieren, aufgeben, und selbst wieder zu arbeiten beginnen.
Der Verdacht, dass dies dem inzwischen nachgerückten postfaktisch-emotional meinungsbildenden Journalistenprekariat nicht mehr möglich ist, liegt nahe. Dieses versteht sich zunehmend als „Vierte Macht im Staat“ und atmet dabei in selbstverliebter Präpotenz die vollkommene Ignoranz der Tatsache, dass die anderen drei Gewalten sich wenigstens noch ein demokratisches Feigenblatt zur Legitimation des Machtanspruchs erkämpfen müssen, während die Medien von exakt niemandem ein Mandat erhalten haben, irgend eine Form von Macht im Staat auszuüben.
Das ist informationsdiktatorische Selbstermächtigung zur Deutungshoheit gepaart mit dem Anspruch auf den alleinigen Besitz der absoluten Wahrheit, oder anders ausgedrückt: unsere Medienwelt krankt an Cäsarenwahn. Und da schließt sich der Kreis zu Leuten wie Merkel und Maas.

Ich hätte einen alternativen Vorschlag für den Titel dieser Studie:

Der politisch-mediale Komplex als Irrenanstalt zur Aktivtherapierung des Cäsarenwahns seiner Vertreter.“

Würde man den Inhalt ernst nehmen, müsste eine Megabombe in der deutschen Medienwelt einschlagen und die Protagonisten aus ihrem Totalversagen aufrütteln. Doch ich wage die pessimistische Prognose, dass man lieber die Studie totschweigen oder, so sich das nicht durchziehen lässt, den Autor niederbügeln wird. Man möge die Kaltschnäuzigkeit der Pfründebewahrer im Merkel-Reich nicht unterschätzen.

Kommentare:

Heinz hat gesagt…

Wenn man nur ein paar wenige Worte tauscht, dann könnte man das gleiche über die Berichterstattung für jeden Krieg der Amerikaner in den letzten Jahrzehnten schreiben.
Schlussfolgerung: Das ständige mediale Totalversagen ist offenbar systeminhärent.

Anonym hat gesagt…

Noch zweckdienlicher wäre eine Studie über die Medienberichterstattung zur bevorstehenden Wahl.

fischer hat gesagt…

Nur auf die Schnelle: Zu Punkt 13 - nein, das ist kein Rätsel. Das ist die Agenda von Project Syndicate ( googeln) und damit die gleichzeitige Information weltweit von rund 5oo Zeitungen. Das "Projekt" wurde seinerzeit von Soros gegründet.

raindancer hat gesagt…

Vielleicht ist alles eine Riesenverschwörung und wir checkens nicht :)