„Ich bin ein überzeugter und konsequenter Kritiker des Parteien-Parlamentarismus und Anhänger eines Systems, bei dem wahre Volksvertreter unabhängig von ihrer Parteizugehörigkeit gewählt werden.“
Alexander Issajewitsch Solschenizyn, 2007

Montag, 13. März 2017

Wer im BILD sein will…



…der kann sich diesen Vergleich geben:
Einmal das angeblich wahrheitstreue anspruchsvolle Qualitätsmedium FOCUS und einmal das angeblich billige Boulevardschmierblatt BILD. Beide zum gleichen Sachverhalt.


„Nach Streit um Zeche - Mann greift mehrere Passanten mit Messer an“

„Streit um Zeche“ ist schon einmal eine witzige Formulierung. Es geht um Zechprellerei – der „Mann“ wollte nicht zahlen. Der Wirt wollte Geld. Typische Reaktion des deutschen Zechprellers ist ja, dann wegzulaufen und ihn dabie rempelnd behindernde Passanten mit dem aus Versehen in der Hand vergessenen Steakmesser anzuritzen.

„Mit einem Messer hat ein Mann im rheinland-pfälzischen Frankenthal anscheinend wahllos mehrere Passanten angegriffen. Vier Menschen trugen leichtere Schnittverletzungen davon, wie die Polizei berichtete. Der 29 Jahre alte Angreifer wurde von Polizisten festgenommen.“

Ein Mann. Der Witz an den Lücken in der Presse ist ja, dass der medienkompetente Bürger, dessen Ausbildung die SPD ja so vehement fordert, sie mit Erfahrung füllt. Und was „ein Mann“ im Zusammenhang mit auffälligem Verhaltismus – Leute versuchen zu zerhacken, anzustechen oder zu amputieren – bedeutet, kann sich jeder denken.
Eine verantwortungsvolle Qualitätspresse wird den wilden Spekulationen ultrarechtsnationalistischer Fremdenhasser ja wohl keine Bühne bieten und gleich einmal klarstellen, dass es keinen Zusammenhang zwischen dem einzelfälligen Verhaltensausrutscher des offensichtlich nur psychisch Labilen und einem Einreisehintergrund gibt. Lesen wir mal weiter.

Der Täter war am Sonntagabend laut Polizei mit dem Wirt einer Bar in Streit geraten, weil er die Zeche nicht zahlen wollte. Der Wirt habe ihn vor dem Lokal zur Rede gestellt. Dort habe der 29-Jährige ein Messer gezückt und sei dann in Richtung Innenstadt davongelaufen. Auf seinem Weg griff er Passanten an.
Über das Motiv des Täters machten die Ermittler zunächst keine Angaben.“

Aha. Der Täter. Der Mann ist ein Täter. Soweit waren wir schon. Sonst welche anderen Merkmale?
Nein. Ah ja, Pressekodex. Wenn es ein Deutscher gewesen wäre… ach lassen wir das. Hätte, hätte, Fahrradkette. Schauen wir mal in die –


„Ein ägyptischer Flüchtling (29) hat auf der Flucht nach einer Zechprellerei wahllos vier Passanten angegriffen.“ 

Natürlich werden die Rothgrünen antifaktischen Informationsbremsen sofort jaulautomaten, dass hier Fremdenhass „bdient wird“. Deshalb gleich vorweg:
Ihr habt einmal für Transparenz und Informationsfreiheit gekämpft und verkriecht euch jetzt hinter Sprech- und Denkverboten. Wie kleine Kinder, die großkotzig die Freiheit der Welt fordern und bei der ersten Begegnung mit einem vorbeilaufenden Horrorclown wimmernd im Straßengraben sitzen und laut Märchen singend der Realität verweigern, zu ihnen vorzudringen. Vom eigenen Übermut traumatisierte verhaltenskreative Kleinkinder, die mit den Erfahrungen mit der Realität nicht klarkommen. Und weil ihr nicht damit klarkommt, wollt ihr empört kreischend der Realität verbieten, sichtbar zu sein. Was ihr denkt und was ihr fordert und ob euch das gefällt oder nicht ist mir – scheinbar auch den Leuten bei der BILD – scheißegal. Gut, hätten wir das geklärt.

Zurück zum Inhalt. In dieser Schlagzeile hat es die BILD geschafft, mehr Informationen zu transportieren, als der FOCUS im ganzen Artikel, und das ohne jede Beschönigung oder Verschwurbelung. Kein „Streit um die Zeche“ sondern Zechprellerei. Es ist was es ist sagt die BILD. Hahaha. Man hätte ja auf die dümmliche Bezeichnung „Flüchtling“ verzichten können, aber da inzwischen jeder weiß, dass ein „Flüchtling“ im Kontext der Berichterstattung keinen Flüchtling meint sondern einen der seit zwei Jahren auf den blockflötig schalmeiten Ruf der alternativen Hosenanzüglichkeit in das Land geströmten illegalen Migranten. Das ist nämlich das Blöde an jedem Euphemismus – irgendwann nimmt er genau jenen Sinn an, den er verschleiern soll. Siehe „ein Mann“. Oder eben „Flüchtling“. Jeder weiß, dass nur ein kleiner Teil der so Bezeichneten einer ist, dass es in der Mehrheit um Glücksritter und zu einem guten Teil um arrogante kriminelle Subjekte und den einen oder anderen geparkten Terroristen handelt. So gesehen passt es, wenn die BILD den falschen Begriff verwendet, denn er klassifiziert den Ägypter als einen von Merkels Gästen.

Und jetzt versteht man auch, warum der die Zeche prellen wollte. Ebenso wie solche Leute keine Bahnfahrscheine kaufen oder sonstwelche Rechnungen begleichen. Es gab da mal eine Meldung im vorigen Jahr, wonach amazon tausende Pakete auf Bestellung zu Adressen geschickt hat, die sich als „Flüchtlingsheime“ entpuppten, und natürlich keinen Cent der Rechnungen bezahlt bekommen haben.
Gäste sind ja eingeladen. Die müssen nichts zahlen. Merkel hat eingeladen, Merkel soll zahlen. (Ein Satz, den ich grundsätzlich unterstütze, wenn auch in einem anderen Kontext zu verstehen.) Und dann wagt es so ein Wirt, der im Lande der Kuffar verseucht wurde, eine Bezahlung zu verlangen? Soll er doch die Rechnung an Merkel schicken, sonst schlitz ich ihn…

„Der Mann lebt in einem Asylbewerberheim. Er war mit dem Wirt einer Bar in Streit geraten, weil er die Zeche nicht zahlen wollte. Der Bar-Besitzer habe ihn gegen 19 Uhr vor dem Lokal zur Rede gestellt, so eine Polizeisprecherin zu BILD. Plötzlich zog der Verbrecher ein Messer und bedrohte den Gastronomen. Mit dem gezückten Messer lief er danach Richtung Innenstadt. Auf seinem Weg griff er die Passanten an. Das Motiv ist noch unklar.“

Naja, so unklar nicht. Habe ich ja oben beschrieben. Ist nur noch nicht bewiesen.

FAZIT:

Wer informiert werden will, sollte scheinbar lieber BILD lesen als FOCUS. Das Pikante daran: Genau jene Leute, die sich für zu intellektuell für die BILD halten und lieber das angebliche Niveau des FOCUS genießen wollen, bekommen in diesem Beispiel weniger Informationen.
Und so kommt es zu dem seltsamen Fall, dass die dummen, primitiven Abgehängten vom unteren Rand der Gesellschaft, wo die Wertschöpfung stattfindet, besser informiert sind als die intellektülle Bildungselite, die es leider nicht zur letzten Konsequenz schafft, und es dem weisen Beispiel der drei Affen folgend nach dem nichts Sehen und nichts Hören wollen auch fertigbringen, nichts zu sagen. Und so versteht es die in ihrer Filterblase dahinschwebende Elite nicht, wenn die Leute mit den Füßen am Boden auf Basis von Fakten entscheiden, die ihnen selbst gar nicht bekannt sind, weil sie sie nicht wissen wollen. Und jeden, der ihnen die Wahrheit trotzdem auftischen will, als Lügner und Hetzer verunglimpfen.
Abschließende Frage an den FOCUS: Warum soll euch jemand kaufen und lesen, wenn er damit weniger Informationen bekommt als einer, der die kostenlose News-App von BILD nutzt?

Kommentare:

raindancer hat gesagt…

mir ist diese Art von beschönigender Berichterstattung auch schon oft aufgefallen..darum seh ich die Medien mittlerweile als Handlanger einer polit. Seite und daher auch kein Vertrauen mehr.
Medienberichte so wie früher für den Bürger als Aufklärung (da die Finanzierung der Medien mittlerweile ganz einem anderen Prozess unterliegt) ..das gibts schon lange nicht mehr.

dna1 hat gesagt…

Hallo Fragolin,

Das passt schon, Focus ist ein Blatt nur für die intelligente Bildungselite, und die etwas Zurückgebliebenen müssen Bild lesen. Deshalb steht in der Bild-Zeitung ohne Umwege und beim Namen genannt, um was es geht, und im Focus bedarf es eines Mindestmaßes an Intelligenz, um den Sachverhalt gleich zu verstehen.
Geistige Herausforderungen kosten immer mehr Geld, logisch ist Focus teurer, und sie müssen zugeben, seine Zeche nicht bezahlen zu können oder wollen als "Streit" zu bezeichnen ist eine Meisterleistung der Manipulation.

Ein Tipp für den nächsten Bankräuber: kein Banküberfall, sondern nur ein Streit zwischen ihm und der Bank.

dna1 hat gesagt…

Da schau her, die Krone will jetzt auch die "Zeitung für Intellektuelle" sein, wo man nicht mehr liest, was Sache ist, sondern sie sich denken können muss.

http://www.krone.at/nachrichten/bub-12-geht-mit-messer-auf-gleichaltrigen-los-in-hand-gestochen-story-558720


Fragolin hat gesagt…

Werter dna1,
das Blöde ist nur, dass dieses ´"Mindestamaß an Intelligenz" ganz besonders bei denen, die sich für eine intellektuelle Elite halten, oft nicht einmal ansatzweise vorhanden sind. Es ist immer wieder erstaunlich festzustellen, dass es gnadenlos bekloppte Leute mit Doktortitel gibt.
MfG Fragolin