„Ich bin ein überzeugter und konsequenter Kritiker des Parteien-Parlamentarismus und Anhänger eines Systems, bei dem wahre Volksvertreter unabhängig von ihrer Parteizugehörigkeit gewählt werden.“
Alexander Issajewitsch Solschenizyn, 2007

Sonntag, 4. Juni 2017

Blau-Rot oder Schwarz-Rot?

Blau-Rot. Dies scheint die immer wahrscheinlichere Koalition nach der Wahl am 15. Oktober zu sein. Abgesehen von der Katastrophe Schwarz-Rot, denn wenn nach einem halben Jahr Theaterdonner die Leute, egal, wie sie wählen, doch wieder den gleichen Sauhaufen vorgesetzt bekommen, dann kann passieren, dass selbst dem sonst eher bierselig-gemütlichen Österreicher der Kragen platzt. Aber dazu später.

Wie ich darauf komme?
Ganz einfach, Strache lehnt sich weit aus dem Fenster und formuliert eine Forderung, die ihm, wenn er dabei bleibt, dies als Koalitionsbedingung festzuschreiben, durchaus weitere Stimmen von Einzel- und Kleinunternehmern bringen könnte: Er will den Kammerzwang kippen.

Man kann davon ausgehen, dass die Schwarzen keine Sekunde lang auch nur den Gedanken daran zulassen, dass ihr Zwangsabgabenverein Wirtschaftskammer abgeschafft wird oder auch nur der Freiwilligkeit unterstellt. Sie wissen, was das bedeuten würde: Das wäre wie ORF ohne GIS. Übrigens eine Forderung, die ich auch gerne auf der gleichen Liste der Koalitionsbedingungen der FPÖ sehen würde. Denn dann wären auch die Roten nicht mehr in der Lage, mit den Blauen zu paktieren und Österreich müsste fast zwangsläufig eine Minderheitsregierung erleben. Oder eben wieder Schwarz-Rot. Aber das nur am Rande.

Jetzt kann man einwenden, dass die Arbeiterkammer ja auch Zwangsbeiträge kassiert. Stimmt. Aber ich gehe jede Wette ein, dass die Roten keine Sekunde zögern würden, die dem Erhalt des Platzes am Futternapf zu opfern, mit Floskeln wie „wichtiger ist es, für die Arbeiter und Angestellten in Regierungsverantwortung beste Ergebnisse blablablupp“ oder so.

Es wird eng für Kurz. Ob er seine Schwarzen jetzt türkis (Warum eigentlich türkis?) anpinselt oder ihnen offiziell den Statistenstatus aufs Auge drückt, an dem Beton, in den Gewerbeordnung, Abgabenverordnung und Wirtschaftskammer eingegossen sind, beißt er sich die Zähne aus. Vorher trennt sich die SPÖ von AK, ÖGB und bfi.

Also eher Blau-Rot als Blau-Türkis.

Oder doch Schwarz-Rot? Immerhin brennt in der SPÖ momentan der Hut, Kern hat die Situation fast nicht mehr im Griff, die eigene Parteijugend droht mit Austritt aus der Partei im Falle einer Ehe mit den Blauen.

Ist nicht unmöglich, egal wie stinkig das Wahlvolk das aufnehmen wird. Immerhin gibt es linke Kampfgruppen, die sich zur Not solidarische Hilfe aus Deutschland holen und den Schwarzen Block einkarren lassen. Für den Fall, dass „Rächte“ dagegen protestieren, es wieder mal mit einer Neuauflage der GroKo zu tun zu bekommen und allzu unzufrieden mit der Nichtbeteiligung der „Rechtspopulisten“ an der Regierung sind.

Warum genau ist jetzt noch mal Neuwahl?

Ach ja, Die EU hat gesagt, nach der Wiederwahl Ihrer Alternativlosigkeit zur Deutschen Königin müssen zwingend alle Grenzen weit offen stehen, damit sich Italien der Hunderttausenden Flüchtilanten entledigen und noch viele mehr von der afrikanischen Küste abholen kann. Und weil im Falle der durchziehenden und einfallenden Menschenwürmer aus jungen kräftigen Afrikanern auch die anderen beiden betroffenen Länder, Italien und Österreich, keine Chance mehr hätten, ein Wahlergebnis ohne Absolute für die bösen bösen „Rechtspopos“ zu erreichen, muss vorher noch schnell gewählt werden. In Italien und in Österreich. Um den Weg frei zu machen für die kommenden Jahre.
Mal sehen, ob das irgend eine Partei zum Thema macht.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Ich habe, in völliger Unkenntnis, die einzige Dame auf Ihrem Zettel angekreuzt. Recht so?

Fragolin hat gesagt…

Werter Anonym,
bei einer Wahl ist es erstens in der Verantwortung des Wählenden, selbst zu entscheiden, ob man jemanden wählt, den man nicht kennt oder sich doch lieber erst kundig macht, um wen es sich handelt, oder sonst die Teilnahme an der Wahl aussetzt, und zweitens ist es vollkommen irrelevant, wie ich Ihre Entscheidung bewerte. Wenn es für Sie richtig so ist, dann ist es wohl so. Mir steht keine Bewertung Ihrer Entscheidung zu. Man wählt ja nicht, um es anderen recht zu machen.
MfG Fragolin