„Ich bin ein überzeugter und konsequenter Kritiker des Parteien-Parlamentarismus und Anhänger eines Systems, bei dem wahre Volksvertreter unabhängig von ihrer Parteizugehörigkeit gewählt werden.“
Alexander Issajewitsch Solschenizyn, 2007

Montag, 20. März 2017

Jagdschein



Umgangssprachlich steht der „Jagdschein“ für die offizielle Bestätigung, dass jemand mental einen halben Meter neben seinen Schuhen läuft, nicht alle Kerzen im Kandelaber hat, einen Riss in der Schüssel. Es wird Zeit, dem Verhaltenskreativen aus Ankara einen solchen auszustellen. Obwohl man ihm in seinem ganzen Irrsinn zugestehen muss, immer noch die wirklich wunden Stellen aufzubohren.

In seinem bisher recht erfolglosen Versuch, Merkel an die Grenze dessen zu treiben, was sie zum Handeln zwingt, hat er wieder ein kräftiges Schaufelchen nachgelegt, wie die „Kleine Zeitung“ berichtet. Jetzt schießt er nämlich nicht mehr pauschal mit dem groben Schrot der Beleidigung in die Menge sondern setzt zu persönlichen Scharfschüssen an.

„"Du wendest auch gerade Nazi-Methoden an", sagte Erdogan am Sonntag in Istanbul an Merkel gerichtet.“

Naja, also wenn man es genau nimmt und sich die Machenschaften des Merkel-Regimes anschaut liegt der Sultan gar nicht so weit daneben. Die Einschränkung der Meinungsfreiheit, die Unterhöhlung der Versammlungsfreiheit, die Bestrebungen zu Zensur und Deutungshoheit, die Repressalien und virtuellen Bücherverbrennungen, das aktive Vernichten wirtschaftlicher und sozialer Existenzen Andersdenkender – das hat schon die Qualität dessen, was auch das Hitler-Regime in seiner Anfangszeit abgeliefert hat.

Nur, wie bereits erwähnt, das aus dem Munde dessen, der in vier Wochen über ein Referendum seine Einsetzung als nationalistischer Führer aller Türken feiern möchte, die Todesstrafe für politische Verbrecher (eine nette Umschreibung für Opposition zu jeder Zeit) herbeisehnt und bereits ganz unverhohlen den Führungsanspruch für die gesamte Gemeinschaft aller Muslime gestellt hat. Der Zug der Demokratie hat ihn an die erwünschte Station befördert und jetzt springt er ab und schlägt den Weg des Khalifen ein, der zum Djihad gegen die Ungläubigen auffordert. Wenn ausgerechnet ein aufstrebender Turkfaschist anderen Nazimethoden unterstellt, dann hat das etwas von Treppenwitz.

Außerdem führt den großmäuligen Rundumschläger sein eigener Ausspruch in die Irre, wenn er nachlegt:

„"Bei wem? Bei meinen türkischen Geschwistern in Deutschland, bei meinen Minister- Geschwistern, bei meinen Abgeordneten-Geschwistern, die dorthin reisen."“

Abgesehen davon, dass dieses radikalmuslimische „Geschwister“-Sprech bisher dem Vokabular von Pierre Vogel und noch unangenehmeren Gestalten bis zu den IS-Mujahiddin entspricht, lässt der Größenwahnsinnige mit seiner ganzen „Geschwister“-Bagage ja momentan dermaßen die Masken fallen, dass es kracht.

Worin bestehen denn die „Nazi-Methoden“? In der behördlichen Zurückhaltung betreffs sämtlicher Rechtsignoranz seiner „Geschwister“, die bis heute sonntags Gemüseläden ohne Registrierkassa betreiben, wofür jedem Einheimischen schon die Hütte zugedreht worden wäre? In der Ausschüttung von Sozialhilfen und Förderungen, dem gütigen Zulassen von Salafistendemos und Koranverteilungen, der geradezu sanften Umgangsformen deutscher Beamter mit renitent großkotzigen und gewaltaffinen Turkfaschisten der dritten Generation, der gütigen Ignoranz gegen das Zeigen verbotener turknationalistischer Faschisten-Erkennungszeichen durch des Irrsinnigen Ministergeschwister? Meine Fresse, ausgerechnet den Türken ist in den letzten Jahren und Jahrzehnten Staubzucker in den Hintern gepumpt worden, von dem Vietnamesen, Chinesen, Inder, Russen, Serben und andere recht große Communities in Deutschland, von deren Existenz man erstaunlich wenig mitbekommt, nicht einmal träumen können.

Neben den südosteuropäischen Eigentumsumverteilungsgruppen sind es eigentlich ausschließlich die Türken, bei denen Selbstanspruch und Außenwahrnehmung in einem solchen Maße auseinanderdriften, dass es zu Auffälligkeiten kommt. Und meistens geht es um „Geschwister“ in weiterem Sinne. Und wir ertragen dies und geben in vielen Punkten nach – was von Anfang an der entscheidende Fehler war, wie sich jetzt recht deutlich herausstellt.

Merkel, die gerne Härte gegen das eigene Volk demonstriert und mit Leuten wie Maas willige Henker der Freiheit in ihren Diensten hat, schweigt. Okay, so ein bisschen „Ach Recep, nu is‘ aber gut!“ wird über Umwege ventiliert, aber der spätestens heute einzige logische Schritt wäre als Mindestmaßnahme das sofortige Einbestellen des türkischen Botschafters ins Kanzleramt und die offizielle Übergabe einer scharfen Protestnote gewesen.
Aber was macht Merkel? Genau, das was sie am besten kann: nichts.

Warum hat der Großsultan ausgerechnet gestern gegen seine ehemalige Lieblingsziege vom Leder gezogen? Na, wer kann es erraten?
Richtig: Einen Tag vorher hat Trump ihr klargemacht, dass er sie für eine nicht ernstzunehmende Gestalt hält, dass er sie nicht mag und ihre Politik auch weiterhin so ablehnt, wie er es bereits im Wahlkampf angekündigt hat. Er hält sie offensichtlich für eine irre Wachtel, und er hat ihr vor den Augen der ganzen Welt, auch des Obertürken, ganz eindeutig zu verstehen gegeben, dass sie als Person und Politikerin keinerlei Unterstützung durch die USA zu erwarten hat. Und jetzt hockt sie in der Klemme, denn es tritt ein, was jeder kopfschüttelnd vorhergesagt hat, als sie auch nach Trumps Wahl diesen wie einen dummen Jungen behandelte und behandeln ließ. Wenn der Vasall seinem Herren ausrichten lässt, ihn für einen Idioten zu halten, aber ihm zugesteht, man würde sich das überlegen, weiterhin braver Vasall zu sein, wenn der Herr sich an die Regeln des Vasallen hält, dann kann das nur schief gehen. Und so hat sich Merkel endgültig in die dämlichste Situation manövriert, die man sich vorstellen kann: Kein Rückhalt in Europa, kein Rückhalt vom Russen, kein Rückhalt vom Amerikaner und am Ende die Spottfigur eines vorderasiatischen Sultans, an den sie sich mit einem unsinnigen Vertrag und durch das Infiltrieren des eigenen Staates mit Millionen seiner Anhänger gekettet hat. Die Frau hat fertig. Ich wage zu prophezeien: Das, und vor Allem ihre absolute Untätigkeit, bricht ihr politisch das Genick.

Und deshalb kann der Möchtegernkhalif auch weiter große Töne rotzen, ohne mit Konsequenzen rechnen zu müssen:

„Mit Blick auf Europa sagte Erdogan, dort könnten "Gaskammern und Sammellager" wieder zum Thema gemacht werden, aber "das trauen sie sich nur nicht."“

Früher sagte man: Was ich denk und was ich tu, das traue ich den andren zu. Die türkischen Gefängnisse sind Foltergefängnisse, und das ist nicht einmal ein Verdienst Erdogans sondern das Erbe einer, nennen wir es mal Tradition, sind berüchtigt.
Auch hier wieder ein dicker Nasenring, an dem Erdogan die Kuh Europa durch seine prall gefüllten Stadien zieht, und die alte Zähre hat nicht einmal genug Kraft in den Knochen, den Türken den Milchfluss aus ihrem Euter zu versagen und den Geldfluss endlich einzudämmen, mit dem der Irre vom Bosporus seine großkotzigen Hassauftritte finanziert. Das muss man sich mal klarmachen: der trötet daheim von der großen Wirtschaftsmacht der Türkei und der Schwäche der EU und dabei lebt der ganze Sauhaufen nur von unserem Geld und deftigen Mafia-Geschäften, deren Offenlegung Journalisten in den Kerker und bald wohl auch aufs Schafott bringen.

„Die CDU-Vizevorsitzende Julia Klöckner reagierte entsetzt auf die neuen Ausfälle gegen Merkel: "Ist Herr Erdogan überhaupt noch ganz bei Sinnen?", fragte Klöckner.“

Die Antwort kennen wir, Frau Klöckner, uns würde eine andere Frage viel mehr interessieren: Ist Merkel überhaupt noch ganz bei Sinnen? Ist sie noch entscheidungs- und regierungsfähig? Kann dieses Regime noch etwas anderes, als das eigene Volk sukzessive zu zerlegen, die Opposition auszuräuchern, die Freiheiten einzuschränken und es einfallenden Landnehmern zum Fraß vorzuwerfen?

„Klöckner rief die in Deutschland lebenden Türken nun aber auf, sich öffentlich zu wehren.“

Wen die Götter strafen wollen, dem erfüllen sie seine Wünsche. Es wird noch früh genug in eine heiße Phase eintreten. Die nächsten vier Wochen werden mehr als spannend.

„Vielleicht brauche "Herr Erdogan einfach mal ein Blockseminar in Geschichte, Anstand und Völkerverständigung."“

Haha, von euch? Das ist genauso ein Quatsch wie Erdogans Poltern, er wolle uns Demokratie und Freiheit beibringen. Da wollen sich die Blinden gegenseitig die Farbenlehre erklären.

„"Wir sind tolerant, aber wir sind nicht blöd", sagte Gabriel…“

Und der Stinkefingersiggi muss auch seinen Senf dazugeben. Dass die Form der einseitig grenzenlosen Toleranz, die gerade von Merkels Administration gelebt wird, kaum noch mit einem anderen Wort als Blödheit erklärt werden kann, scheint ihm nicht aufzufallen.

„Aus diesem Grund sei der Türkei auch ganz klar gesagt geworden: "Wenn Ihr hier auftreten wollt, dann haltet Euch an unsere Gesetze, sonst geht das nicht", sagte Gabriel.“

Und wie? In einem Zeitungsinterview? Oder auf die Kuppe seines Mittelfingers tätowiert? Wenn du etwas klar sagen willst, dann bitte: „Solange du dich verbal nicht im Griff hast, kommst weder du noch einer deiner Lakaien im Diplomatenstatus hier rein, und solltet ihr Knechte vorschicken um das zu unterlaufen, kannst du dir schon mal überlegen, womit du sie aus der Gefangenschaft auslösen willst. Wir können ja mit dem Yücel anfangen, der geht uns hier zwar auch nur auf den Sack, aber hier gilt Meinungsfreiheit auch für Meinungen, die man zum Kotzen findet.“
Aber das kannst du ja nicht sagen, weil das mit der Meinungsfreiheit hier selbst nicht funktioniert. Ich sage nur Frankfurt und Frauke Petry, dann ist alles klar.

Dass als Drüberstreuer der Kriegswesir des Sultans dem kollektiven Irrsinn anhängt und durch die Blume unterstellt, Deutschland wäre der Drahtzieher hinter der Putsch-Inszenierung, kann nur noch als eine der vielen Facetten der bereits erfolgten Kriegserklärung der Türkei gegen das als abtrünnige Provinz (Wo ein Türke ist, da ist die Türkei…) betrachtete Mitteleuropa gesehen werden. Und wenn die EU nicht jetzt sofort die Reißleine zieht und alle Zahlungen einstellt, wird der Türkenführer seinem geliebten Volk weiter vermitteln können, es handle sich um Tributzahlungen der Provinzen an das mächtige Osmanische Reich und seinen gloriosen Führer.

„Kalin bezichtigte Deutschland auch der Unterstützung von Terroristen, weil am Samstag Zehntausende Kurden in Frankfurt gegen die türkische Regierung demonstrieren durften.“

Noch ein kleiner Hinweis zum Versammlungsrecht und der demokratischen Demonstrationsfreiheit. Diese ist nämlich ein notwendiges Korrektiv im demokratischen Rechtsstaat, indem sie dem Souverän die Möglichkeit gibt, sich auf offener Straße Gehör gegen die Regierungsmacht zu verschaffen. Das Demonstrationsrecht ist ein Oppositionsrecht! Es hat nichts zu tun mit offiziellen Aufmärschen der Regierungsmacht. Und mit offiziellen Aufmärschen ausländischer Regierungsmächte schon gar nicht. Wenn der Erdowahnsinnige diesen Unterschied nicht kennt (was mich bei seinem Umgang mit Opposition nicht wirklich wundert), dann ist das nur ein weiterer Beweis, dass er nicht ganz klar im Oberstübchen ist und der inzwischen seine ganze Lakaientruppe befallende Furor seiner Gesundheit nicht gut tut. Der hat sich einen „Jagdschein“ ehrlich verdient.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Lieber Herr Fragolin,
bei all Ihren vielen guten Artikeln muß ich mich manchmal wundern, so auch hier.
Was bringt es Ihnen in den Chor der BRD-Kroeten einzustimmen und den Erdogan anzuquacken?
Er ist ein Türke und ein Vertreter türkischer Interessen. Und er ist ein muselmanischer Wolf und nicht ein Christenschaf. Schuldstolz und Kriecherei gilt bei Seinesgleichen nicht als ehrsam. Und da er weiß, daß Merkel und ihre BRD-Koeter Kriecher sind (wie lange lebte eine BRDler in der Türkei, der die Türken als 'Kötervolk' beschimpfte?) ehr- und wehrlos sind, handelt er angemessen.

Auch wenn ich Herrn E. persönlich nicht mag, so muß ich ihn doch mehr respektieren als unser ganzes Politikerpack - und die Köter, die dieses zur Macht wählen.
Daher verböte mir der Anstand, Herrn E. nach Köterart anzukläffen.

Und Ihre Belehrung zum Demonstrationsrecht ist doch ein Witz. Regelmäßig verhindern die Kettenköter dieser BRD völlig gefahrlos Kundgebungen mehr oder weniger "rechter" Ausrichter obwohl es mit 3 Jahren strafbewährt ist.
Weisen Sie mir einen Fall nach, wo solche Demoblockierer mehr als nur symbolisch bestraft wurden!

Kreuzweis

Fragolin hat gesagt…

Werter Kreuzweis,
wenn Sie aufmerksam lesen, werden Sie feststellen, dass Merkel und ihre Schergen nicht besser wegkommen als Erdogan und seine Lakaien. Trotzdem stehe ich dazu, den Typen für einen durchgeknallten Diktator zu halten, der auf dem besten Wege ist, den Bürgerkrieg auf unsere Straßen zu holen, und halte ihn für eine weitaus größere Kriegsgefahr als einen Putin, und deshalb werde ich ihn auch weiterhin in Köterart ankläffen.
Und die Hinweise zum Demonstrationsrecht können neben dem Erdowahnsinnigen auch Maas, seine Privatstasi und die nützlichen Idioten von der Antifa gerne lesen; dass die den Sinn des Inhalts nicht erfassen werden, ist mir klar. Aber ich finde, man kann die Rechtslage nicht oft genug darstellen und möglichst vielen Leuten erklären, denn viele haben schon keine Ahnung mehr, was Recht und was Unrecht ist, weil es von offizieller Seite bereits gebeugt, gebrochen und vergewaltigt wird, dass einem das Wort "Rechtsstaat" in der Kehle steckenbleibt. Ist eben ein "Linksstaat". Ich merke das immer wieder bei persönlichen Gesprächen, wie ahnungslos die meisten sind und wie erschrocken, wenn man denen mal ein paar Zusammenhänge nur mal so zum Nachdenken präsentiert.
Danke für den Kommentar, ich hoffe Sie besuchen mich trotzdem gelegentlich in meiner Kläfferecke. :-)
MfG Fragolin

Anonym hat gesagt…

Werter Fragolin,

gehen Sie bitte stets davon aus, daß ich Sie und Ihr Schriften unter keinen Umständen zu den "Kötern" oder "Kröten" bzw. als "Kläffen" oder "Quacken" rechnete - auch wenn Ihre bürgerliche Sichtweise und Rücksichtnahmen mich gelegentlich hippelig machen.
Sollte es mal so scheinen, dann halten Sie es einer zu eiligen Kommentarschreibe, zu der ich gelegentlich neige, zu gute. Manchmal möchte ich es nach nochmaligen Lesen verfeinern, doch das geht leider nicht.

Und an Ihrer Kaffeecke kann ich als langjähriger LePenser-Leser gar nicht vorbeigehen, seit Sie mit ihm inniglich konspirieren. :-)

MfG Kreuzweis