„Ich bin ein überzeugter und konsequenter Kritiker des Parteien-Parlamentarismus und Anhänger eines Systems, bei dem wahre Volksvertreter unabhängig von ihrer Parteizugehörigkeit gewählt werden.“
Alexander Issajewitsch Solschenizyn, 2007

Dienstag, 25. Juli 2017

Geschichte wiederholt sich

Wenn intelligente und zeitkritische jüdische Buchhändler in Berlin dicht machen müssen, weil sie von der linksextremen Antifa bedroht werden, die sich selbst für weltoffene intelligente Akademiker halten, aber in Realität strunzdoofe prügelnde Idioten sind, dann ist Deutschland wieder da, wo es 1934 schon einmal war.

Einmal noch Haller

Ich habe mir, was irgendwie dem menschlichen Naturell entspricht und auch von den Medien (bei allem Druck der erste zu sein, der berichtet) häufiger gelebt werden sollte, im Laufe des Tages immer wieder Gedanken über die Haller-Studie gemacht, die ich hier noch anfügen möchte. Keine Sorge, dann ist es gut.

Besonders aufgefallen ist mir, dass es auch meinen Verdacht unterstreicht, dass die, wie gestern erwähnt kampagnengetriebenen, Leitmedien, nicht nur einseitig und abgehoben als Regierungspropagandisten und Volkserzieher aufgetreten sind anstatt diskursiv zu berichten und investigativ neutral zu recherchieren (Recherche fand eigentlich gar nicht statt, nur Zuruf), sondern durch ihr konsequentes Ausgrenzen jeglicher Andersmeinung, von der Ignoranz bis zur aktiven Löschung und Verbannung aus ihren Foren, genau jene Polarisierung und Spaltung erst herbeigeführt haben, die sie jetzt genau denen vorwerfen, die sie damals geschnitten haben.

Wenn Medien zum Beispiel über die großflächige Löschung von Kommentaren oder die Ignoranz jeder Wortmeldung, die nicht zu ihrem Erziehungsauftrag zu passen scheint, das Bild vermitteln: Ihr interessiert uns nicht, ihr habt nicht zu Wort zu kommen, ihr habt uns mit eurem Steuergeld zu bezahlen und ansonsten die Fresse zu halten!, dann führt das zwangsläufig dazu, dass sich die Menschen abwenden.

Und es führt dazu, dass sie im öffentlichen Raum verstummen. Denn wer miterleben muss, wie Medien jeden kritischen Kommentar löschen, Kritik per se als Zugehörigkeitsstempel zum rechtsextremen Rand ansehen und diesen dann zu einer Mischung geisteskranker zerfressener Untermenschen deklarieren („xenophob“, „islamophob“, „Hasskommentare“, „fremdenfeindliche Hetze“, „Rassismus“…), Arbeitgeber Menschen wegen Facebook-Postings fristlos feuern, SEK‘s die Wohnungen von Postern stürmen und nach Beweisen durchwühlen (man hat ja seine geheimen Nazi-Postings und Blogbeiträge zwischen den Unterhosen versteckt – die Polizei als Drohkulisse für unbescholtene Bürger hatten wir auch seit 1989 nicht mehr), man sich ruckzuck in einer Kiste mit Nazi-Wehrsportgruppen, angeblich terroristischen „Reichsbürgern“ und Asylantenheime anzündenden Nazihorden wiederfindet, dann stellt man sich die Frage: Darf ich das überhaupt noch öffentlich sagen, was ich denke?

Auch das hatten wir seit 1989 nicht mehr. Und die Medien haben das kräftig befeuert und befeuern es bis heute. So wird der Unsinn von der „Terrorgefahr durch Reichsbürger“ unreflektiert von den staatlichen Pressestellen abkopiert und verbreitet, obwohl sich jeder denken kann, dass es erstens hauptsächlich um sogenannte „Staatsverweigerer“ geht, aber „Reichsbürger“, da ist das „Reich“ drin und der Hitler und der ganze Nazikram (es lebe das Narrativ, nix gelernt aus der Studie, weiter wie bisher…) und zweitens deren „Straftaten gegen Behörden“ vor Allem aus der Weigerung bestehen, Steuern und Strafzettel zu zahlen oder Beamte anzupöbeln und anzuschnauzen, wie diese es gelegentlich auch mit renitenten Bürgern tun, und nicht mit der Machete in das Amt zu stürmen, und drittens wissen wir, dass es jetzt darum geht, ganz schnell einen „rechten“ Terrorpopanz aufzublasen, um vom real existierenden linksextremen Terror, wie er sich in Hamburg austobte, abzulenken. Ich habe mit den oft recht kruden Welterklärungsversuchen einiger „Weltbürger“ nichts am Hut, aber das sind zu 99,9% harmlose Spinner. Und die Handvoll richtig Durchgeknallten gibt es in jeder Gruppe; bei den Linksextremen waren das die mit den Feuerlöschern voller Säure, den zum Abwurf auf Menschen bereitgelegten Gehwegplatten und den Stahlkugelgeschossen.

Überhaupt der inflationäre Einsatz von falschen Begriffen. Es wird noch immer, wider besseres Wissen, von „Flüchtlingen“ berichtet, wenn es um Einwanderer geht. Man behandelt auch jeden Einwanderer mit Wunschdestination wie einen „Flüchtling“; versehen mit allen Rechten aber faktisch keinerlei Pflichten. Man beharrt darauf, es mit Frauen und Kindern zu tun zu haben, auch wenn die Bilder nur junge Männer zeigen.

Ja, diese Diskrepanz zwischen Bild und Text. Da gab es Beispiele, ungarische Bahnsteige wo syrische „Familien“ ankamen, die nur aus Männern bestanden, es wurden Züge voller Fußmarschierender gezeigt, wütend brennende Autoreifen auf Grenzpolizisten Werfende, die eigenen Zelte samt den noch darin befindlichen Leuten Abfackelnde – aber die Rede war von verzweifelten, hochgebildeten und geradezu goldstückigen Menschengeschenken.

Bis heute wird so verfahren und es ist nicht umsonst dieser Eindruck bei den Menschen entstanden, dass die berichtete nicht mit der gezeigten, und die gezeigte nicht mit der erlebten Realität übereinstimmen. Und im Zweifel vertrauen die Menschen auf ihre Erlebnisse und glauben eher ihren Augen, die frech am Bahnhof marodierende Banden, Drogendealer, Beutelschneider und herumlungernde Gaffer sehen als den Berichten von dem einen Bäckerlehrling aus Gambia, der sogar nach zwei Wochen immer noch wiederkommt und sogar schon weiß, wie man „Mähl“ ausspricht, was beweist, wie hochmotiviert und lernbegierig alle Afrikaner sind.

Die Medien machen fröhlich weiter wie gehabt. Sie wurden einmal mehr in dieser Studie dabei ertappt, wie sie Mist bauen. Von unsereinem werden sie dabei eh schon die längste Zeit beobachtet. Dass die Beobachtungs- und die Studienergebnisse sich decken beweist nur, dass es „alternative Realitäten“ gibt – das Universum der Unteren und das Universum der Oberen. Und das gilt in vollem Umfang schon seit längerer Zeit. Wer auch nur leise anzweifelt, dass der Klimawandel ganz allein menschgemacht ist und von Merkel persönlich gestoppt werden kann, wenn nur alle genau das nachplappern und tun, was sie vorgibt, der kann was erleben. Der wird medial ebenso geschlachtet wie ein Kritiker an unkontrollierter Einwanderung.

Welche Schlüsse ziehen nun die Medien selbst?

Auf „nordbayern.de“ findet man zum Beispiel diese erstaunliche Schlussfolgerung:

Eine gute Berichterstattung zeichnet sich dadurch aus, dass sie beispielsweise in einem großen Hintergrundartikel erklärt, warum etwas geschieht, statt in einer Vielzahl kleinerer Meldungen Ereignisse im Sinne eines Chronisten nur zu verzeichnen.
Letzteres sei aber vor allem am Anfang der Flüchtlingskrise geschehen – die Vielzahl "kontextloser Nachrichten" habe zu einer Überforderung bei den Lesern geführt. Überspitzt formuliert: Ein paar Lücken mehr, dafür zusätzliche Erklärungen, hätten gutgetan.“

Ah ja, die Leser waren einfach nur überfordert, weil ihnen zu wenig erklärt wurde. Das lesen die aus einer Studie, in der kritisiert wurde, dass es eben keine Berichterstattung gab sondern nur abkopierte Agenturmeldungen und haufenweise Statements und Erklärungen durch Regierungspolitiker und selbsternannte Erklärbären.
Nein, mehr Recherche und objektive Berichterstattung und weniger Meinung und Erklärung wären gefragt.
Wundert es jetzt irgendjemanden, dass genau das Gegenteil dessen herausgelesen wird, was drinsteht? Man passt wieder den Inhalt umdeutend den eigenen Vorlieben an, anstatt diese auch nur für den Bruchteil einer Sekunde zu hinterfragen, und mutiert lieber noch weiter zum besserwisserischen Erklärbären, der uns höchstwahrscheinlich in einem Hintergrund-Erklärungspamphlet belehrt, dass das alles wegen dem weißen Mann und der Kolonialzeit und der Ausbeutung Afrikas und der mangelnden Toleranz und Offenheit und sowieso wegen Putin und Trump blablabla...

Die „Leipziger Volkszeitung“ schreibt zum Inhalt der Studie:

Bis dahin (Silvester in Köln, Anm.) hätten sich Andersdenkende bereits übergangen oder ausgegrenzt gesehen, heißt es in der Studie. Statt integrativ zu wirken, habe der Informationsjournalismus die Frontenbildung verschärft. Die von den Journalisten beschriebene Wirklichkeit sei sehr weit entfernt von der Lebenswelt eines großen Teils ihres Publikums, fügte der Leipziger Medienwissenschaftler Haller hinzu. Die Befunde würden die große Entfremdung belegen, die zwischen dem etablierten Journalismus und Teilen der Bevölkerung entstanden sei.“

Gut. Irgend eine Wertung? Irgend eine Reflektion? Irgend eine Meinung dazu?
Oder auch nur eine offene Kommentarfunktion?
Fehlanzeige. Totale Lernresistenz.
Wir nehmen zur Kenntnis, jaja, passt schon, weiter so.

Laut „Migazin“ wischen die Journalistenvertreter das Ganze eh erwartbar mit dürren Argumenten vom Tisch:

Cornelia Haß, Bundesgeschäftsführerin der Deutschen Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju), äußerte sich kritisch zu den Ergebnissen. Weil die Studie nur die Hälfte der Medienlandschaft abbilde und die öffentlich-rechtliche wie private Medienlandschaft außer Acht lasse, sei sie nicht repräsentativ.“

Es wurden ja auch nur Printmedien untersucht, und der Teletext macht die öffentlich-rechtlichen Sender nicht automatisch zu welchen. Und dabei wollen wir nicht einmal darauf hinweisen, dass bei der Auswertung deren Verhaltens das Urteil noch weit katastrophaler ausgefallen wäre.
Warum Journalisten übrigens die Ergebnisse von Umfragen unter einer Handvoll Leute als repräsentativ verkaufen oder sogar den einen Steinewerfer auf einen Flüchtlingsbus als repräsentativ für eine ganze Region darstellen, während sie eine streng wissenschaftliche Untersuchung zehntausender Artikel (!) in einer satten Mehrheit der Printmedien als „nicht repräsentativ“ vom Tisch wischen, bleibt leider unerklärt, aber man kann es sich denken. Und die wollen darüber urteilen, wann etwas Fake ist und wann Fakt.

Wie in den letzten zwei Tagen angemerkt, stecken sie sich die Finger in die Ohren und pfeifen laut, anstatt zu lernen. Die Bodenhaftung ist weg, die schweben entkoppelt vom Boden der Realität weiter auf der Wolke des Selbstbeweihrauch-Duftes dahin und weigern sich mit jeder Faser, etwas anderes als die Bestätigung der eigenen Unfehlbarkeit zur Kenntnis zu nehmen. In den Redaktionsstuben kleiner Lokalblätter werden noch ein paar Köpfe rauchen, zu nah ist man noch den Stöcken und Steinen auf dem Boden der Realität, aber in den höheren Tempeln wandeln die Hohepriester der Deutungshoheit weiterhin ungerührt auf ihrem Pfad der Volksbelehrung dahin.

Eine besondere Pirhouette leistet sich die „taz“, die es ernsthaft schafft zu schreiben:

Aussage der Studie sei jedoch keinesfalls, dass die Medien versagt hätten, so Haller. Es gehe um Dysfunktionen in der Berichterstattung, gemessen an dem normativen Anspruch, eine „gelingende gesellschaftliche Verständigung“ zu ermöglichen.

Äh. Könnte mir bitte jemand den Unterschied zwischen „Dysfunktion“ und „Versagen“ erklären? Mir ist das jetzt nicht ganz klar. Wenn ein Geldautomat meine Karte häckselt, keine Kohle rausrückt aber das Konto auf Null bucht, ist das zwar eine Dysfunktion, kann aber nicht als Versagen bezeichnet werden? Oder ist einfach „Dysfunktionisten“ der neue Begriff für „Versager“?
Naja, hört sich ja irgendwie besser an.
Mediendysfunktionisten.
Hat was. Aber Versager klingt ehrlicher.

Haller selbst wurde auch vom „Deutschlandfunk“ interviewt, wo man durchaus erkannte, dass man die Stimmen der kleinen Leute vergessen hat. Und als Beispiel ein Propagandabild von drei jungen „Welcome“-Püppchen bringt. Sie haben nichts begriffen, gar nichts. Diese Propagandabildchen waren immer präsent: die lachenden, klatschenden, feiernden jungen „Guten“. Oder griesgrämige, schimpfende, alte und als Versager und Abgehängte titulierte „Böse“.
Aber zu Wort kamen sie nie. Und kommen sie bis heute nicht.

Und wenn die dann ihre eigenen Zeitungen, Blogs und virtuellen Flugblätter produzieren und sich gegenseitig informieren, dann werden sie dämonisiert und der Lüge bezichtigt. Und als besonderer Drüberstreuer tönt es dann aus der realitätsentkoppelten Filterblase der Abgehobenen, die Erlebenden hier unten am Boden der Realität würden sich in Echokammern einkapseln. Liebe Pressefritzen, ihr seid herzlich eingeladen, diesen meinen Text in jeder eurer Zeitungen vollkommen honorarfrei abzudrucken, ich bestehe nur auf der Nennung meiner Urheberschaft. Nur zu, Ihr schafft das, holt uns raus aus der „Echokammer“ unserer Blogs und schenkt uns Platz auf Eurem Meinungsforum. Aber Ihr ertragt es ja nicht einmal, einen auf einen unserer Texte verlinkenden Kommentar nicht zu löschen. Nein, von Euch wird auch noch großspurig höhere Sorgfalt der Recherche von den gratis und privat Schreibenden verlangt als von den immerhin damit Geld verdienenden Medienhäusern. Die Fachleute verlangen von den Laien, dass diese die Arbeit besser machen, als sie es selbst hinbekommen. Und wenn sie es schaffen, bewerfen sie sie mit Dreck.

Diese Studie beschreibt nicht nur vergangenes Medienversagen. Sie offenbart auch das heutige (siehe Themen wie Bootsmigranten, Klimagipfel, Trump, „Hatespeech“) und lässt Böses erahnen, was noch auf uns zukommen wird. Inzwischen kommt ja auch noch die Klagswelle gegen kleine private Blogger wie den „Blauen Boten“ oder „Hadmut Danisch“ dazu; die Medien werden sich nicht ändern, ganz im Gegenteil, sie werden den Kampf im Gleichschritt mit ihren Freunderln in der Politik verschärfen und immer größere Geschütze gegen die Konkurrenz auffahren. Denn immerhin erheben sie den Anspruch, dass nur sie die einzig legitimen Verbreiter von Meinung sein dürfen.

Die Kiste ist ziemlich verkeilt. Aber egal, wie schlimm es für die Leute noch kommen wird: die Medien haben ihren Bonus langfristig komplett verspielt. Auf Dauer werden sie die Verlierer sein.
Und das ist offensichtlich gut so.

Montag, 24. Juli 2017

Die Haller-Studie 2

Wie gestern hier versprochen, geht es weiter bei der Betrachtung der Haller-Studie mit dem klingenden Namen:
Die „Flüchtlingskrise“ in den Medien – Tagesaktueller Journalismus zwischen Meinung und Information

Bisher blieb die Erkenntnis, dass die gesamte „Berichterstattung“ über das Migrantenthema einen selbstverliebten Reigen aus Politik und Medien darstellt, in dem sich jene, die gerne Mikrofone vor ausgewählte Nasen halten und jene Nasen, die sich besonders gerne vorgehaltenen Mikrofonen gegenübersehen, gegenseitig ihrer moralischen Überwertigkeit bestätigen und großteils dabei von jeglichen Einflüssen lästiger Realität fernhalten. Die Politiker reden für die Medien und die Medien schreiben für die Politiker, und keiner von beiden schert sich einen Dreck um die Leute, die es eigentlich betrifft. Zwei Eliten wanzen sich aneinander an. Der Pöbel interessiert die nicht. Filterblase in Reinkultur.
Das ist und bleibt eine wichtige Grunderkenntnis dieser Studie.

Doch weiter beim nächsten Punkt.

Punkt 10: Einer der zentralen Punkte mit vernichtendem Urteil über die Berichterstattung der gestern erwähnten drei Leitblätter FAZ, SZ und WELT.

Sieben von zehn relevanten Akteuren/Sprechern gehören auch hier zur politischen Elite. Im Sinne der Indexing-These ist der virtuelle Adressat der Kommentare nicht der Leser, sondern die Politik.“

Klatsche. Sie schreiben für ihre Elitenblase, entkoppeln sich komplett von der Realität. Kein Wunder, dass die Printmedien inzwischen nach einer Art Zeitungs-GIS greinen, also einer eigenen Steuer, damit sie genau so weitermachen können, auch wenn das keiner mehr lesen und zahlen will. Das ist mediales Totalversagen. Zeitungsmacher mit Gewissen würden… äh, okay, zuviel des Konjunktivs. Wir reden von vegetarischen Wölfen.

Die Argumente erörtern meist die von Politikern aufgeworfenen Vorschläge in operativer Hinsicht. Bis zum Spätherbst 2015 greift kaum ein Kommentar die Sorgen, Ängste und auch Widerstände eines wachsenden Teils der Bevölkerung auf.“

Warum auch? Wen interessiert dieses Gevölke? Entweder es marschiert begeistert mit bei dem Großen Marsch in die helle Zukunft der abgeschafften Identität oder es sind eh bloß Rassisten, Abgehängte, Dumpfbacken, Weiße Männer, Nazis, Sachsen.

Wenn doch, dann in belehrendem oder (gegenüber ostdeutschen Regionen) auch verächtlichem Ton. Kaum ein Kommentar während der sogenannten Hochphase (August und September) versuchte eine Differenzierung zwischen Rechtsradikalen, politisch Verunsicherten und besorgten, sich ausgegrenzt fühlenden Bürgern. So dienten die Kommentare grosso modo nicht dem Ziel, verschiedene Grundhaltungen zu erörtern, sondern dem, der eigenen Überzeugung bzw. der regierungspolitischen Sicht Nachdruck zu verleihen.“

Absolut richtig. Es kommt aber noch schlimmer. Man könnte dem politisch-medialen Irrenhaus ja einen Adrenalinschub kollektiver Besoffenheit ob der Vorgaukelung ihrer moralischen Herrenmenschlichkeit nachsehen, wenn sich das Ganze nach dem Vorschieben des türkischen Riegels irgendwie wieder eingekriegt hätte. Hat es aber nicht. Die oben stehenden Sätze gelten bis heute in vollem Umfang. Ohne jede Einschränkung. Es wird immer noch gepöbelt, gerotzt, jeder gegen Merkel Demonstrierende mit den NSU-Mördern in eine Kiste gesteckt und der Osten sowieso pauschal zum verlotterten Naziland erklärt, in dem täglich Flüchtlingsheime brennen.
Und das sind exakt jene Protagonisten, die sich erdreisten, den Anspruch zu stellen, die einzig Berufenen zu sein, um Fake News und postfaktische Propaganda ihrer politischen Widersacher zu entlarven. Was für ein Sumpf aus Machtbesoffenheit, Selbsterhöhung, Präpotenz und Widerlichkeit. Und die wundern sich, wenn sie keiner lieb hat.

Außerdem wird bis heute eine Berichterstattungs-Einbahnstraße gefahren, an der auch die Kurzempörung über Hamburg nichts ändern konnte: Ein wenige Zentimeter kleiner Pappgalgen bei einem harmlosen Pegida-Demonstranten, der auch gleich mal mit Klarnamen bloßgestellt wurde, wurde zum Terrorangriff auf Ihre Heiligkeit Angela die Alternativlose erklärt und zum Beweis der kollektiven Radikalisierung des rechten Randes stilisiert, und selbst wenn es mal wieder die radikale Linke war, die sich eine Schlacht mit der Polizei beim Kampf gegen die durch Dresden spazierenden Rentner lieferte, dann hieß es nur, es gäbe gewalttätige Ausschreitungen am Rande der Pegida-Demo. Dieser Stil der Tatsachenverdrehung durch Verschweigen und Täter-Opfer-Umkehr zieht sich bis heute wie ein dickes rotes Seil durch die Berichterstattung. Es ist also eine Unfähigkeit zur Neutralität, die offensichtlich dem gesamten Medienapparat inhärent ist.

Punkt 11: Hier wird nur nochmal zusammengefasst, was bisher erkannt wurde: Die Medien machten sich zum Arschkriecher der Politk, die dafür den Medien hinten reinkroch. Es bleibt ein unappetitliches Bild zweier Körper, deren Köpfe man nicht sehen kann, weil sie zwischen den zwei größten Muskeln des Körpers eingeklemmt sind.
Das liest sich dann so:

Der demokratietheoretisch geforderte verständigungsorientierte Diskurs war (…) für uns nicht auffindbar.“

Ist das allen klar? Das Zitat muss ich einfach fett schreiben. Es ist zu bedeutsam, gleichfalls die als harmloser kleiner Beisatz in einen Text gewobene Quintessenz des Totalversagens der Demokratie unter dem mediengehypten Merkel-Regime.

Wenn etwas, was demokratietheoretisch gefordert ist, praktisch nicht auffindbar ist, hat das Ergebnis praktisch auch nichts mit Demokratie zu tun. Wenn es tauchtheoretisch gefordert ist, unter Wasser ohne Atemgerät die Luft anzuhalten, und man findet das in der Praxis nicht vor, handelt es sich nicht um Tauchen sondern kollektives Ersäufen. Was aus der Theorie nicht erfüllt wird ist in der Praxis nicht vorhanden.

Demokratie ist nicht vorhanden. Und das bei denen, die jeden außerhalb ihrer Herrenmenschenblase als „Demokratiefeind“ anrotzen. Wir haben es mit einer politmedialen Filterblase zu tun, in deren Fettschichten sich eine selbstherrlich herrschende Machtelite eingenistet hat. Demokratie ist nur noch in homöopathischen Dosen als legitimierendes Feigenblatt vorhanden, wird aber ansonsten als überbewertet betrachtet und großflächig außer Kraft gesetzt. Die deutsche Demokratie-Simulation hat inzwischen (wieder, nur diesmal ganzflächig) DDR-Niveau erreicht.

Punkt 12: Ein detailliertes einzelnes Betrachten der drei oben genannten Zeitungen. Wäre locker einen eigenen Artikel wert und würde den heutigen Rahmen sprengen. Nur soviel: Die WELT trennte am besten Berichte von Kommentaren, die FAZ berichtete nicht ausschließlich sondern „nur“ überproportional regierungsopportun und die SZ ergoss sich in faktenentkoppelter humanistischer Besoffenheit. Daran hat sich nach meiner Beobachtung bis heute nicht viel geändert.

Punkt 13: Unerklärlich bleibt, wie es dazu kommen konnte, dass die Parole von der „Willkommenskultur“ zeitgleich in allen Medien auftauchte und sofort zum sich selbst begründenden Euphemismus wurde.
Meiner Meinung nach ist gerade das aber ein starkes Indiz, dass da eine gelenkte Kampagne dahintersteckt, denn auch dieses Vorgehen ist nicht neu und wurde schon mehrfach angewandt. Wir kennen das von den Themen Umwelt, Klima, Energie. Politik auf dem Niveau einer Greenpeace-Kampagne.

Es wird ein positiv belegter Begriff als Kampfparole ausgeworfen und zum Prinzip erhoben. Dabei wird die Begriffswahl nicht zufällig so ausgeführt, dass sie erstens die gesamte Gesellschaft in Geiselhaft nimmt und zweitens jede Gegenstimme automatisch zum Gegner der Gesellschaft punziert, zum sich selbst Ausgrenzenden, zum Abstoßenden, den man bedenkenlos zu all den Umweltsündern, Klimaleugnern und Nazis in den Paria-Topf kübeln kann.

Wer gegen die „Willkommenskultur“ ist, besitzt keine Kultur sondern nur dumpfen „xenophoben“ Fremdenhass und nationalistischen Rassismus und gehört nicht zu diesem Volk, oder wie ein Landesfürst so übel bemerkte: „Diese Leute sind keine Menschen, das sind Verbrecher!“ Das Verbrechen: Demonstration vor einem heimlich nachts anrollenden „Flüchtlingsbus“, in dessen Inneren sich auch keine besonders netten Szenen gegenüber den Gastgebern abspielten. Egal, für Tillich war es genug Grund, die Demonstranten sogar zu entmenschen, ihnen jegliche Menschenrechte abzusprechen – gegenüber demonstrierenden Bürgern seines eigenen Landes eine seit Nazi-Zeiten nicht dagewesene Entgleisung, die allerdings von den Medien nicht aufgegriffen und thematisiert wurde sondern sogar noch in heißen Kommentaren gegen die „typischen Sachsen-Nazis“ befeuert wurde. Für mich eine der Schlüssel-Szenen der Situation, die sich bis jetzt nicht geändert hat. Neben dem Aufruf eines Vertreters einer Landesregierung an seine eigene Bevölkerung, wem die „Willkommenspolitik“ nicht passe, der könne ja Deutschland verlassen und dem Aufruf einer Hasspropagandistin und Funktionärin der SED-Nachfolgerin „Die Linke“, die alliierten Bomber sollten nochmal vorbeikommen und diesmal Dresden endgültig kaputtbomben. Man erinnere sich an den massiven monatelangen vorzeitigen Meinungserguss über jeden Furz eines Björn Höcke („Er hat Jehova gesagt!“) und vergleiche das mit dem donnernden Schweigen zu den anderen, viel tiefer die deutsche Gesellschaft treffenden Ausrutschern.

Die Frage taucht auf, was eine solche Studie wie die vorliegende eigentlich zu Tage bringt, was ein aufmerksamer Beobachter der Vorgänge der letzten zwei Jahre nicht eh schon wusste. Antwort: gar nichts. Aber es ist die erste objektive, neutrale und wissenschaftlich fundierte Bestätigung der Richtigkeit all dessen, was die bisher und wohl auch in Zukunft (an Veränderung zu glauben hat etwas vom Glauben an Einhörner und Blütenfeen) als „rechte Hetzer“ und „Verschwörungstheoretiker“ beschimpften, verächtlich gemachten und verhöhnten politisch interessierten kritischen Bürger vom ersten Moment an gewarnt haben.

Punkt 14: Es wird betrachtet, wie der bereits seit Jahren, aber in einem anderen Zusammenhang entstandene Begriff der „Willkommenskultur“ von einer Forderung der Wirtschaft zur Erleichterung des Zuzugs von Fachkräften zu einer gesamtgesellschaftlichen Moralkeule pervertiert wurde, mit der heute der unkontrollierte Zuzug ganzer Horden von Analphabeten und Sozialmigranten durchgeprügelt wird. Auch wenn die Studie hier keine Antworten liefert, vielleicht auch um sich nicht zu weit aus dem Fenster zu lehnen, sehe ich das als starkes Indiz einer gelenkten Kampagne.

Auch weil eine solche Kampagne zur ganz offen in ihren Strategiepapieren beschriebene, aber eben (auch das nicht hinterfragt, warum) von den Medien absolut nicht transportierte, EU-Massen-Neuansiedlungsstrategie und die Timmermansche Volksvermischungs-Strategie passt wie die Faust aufs Auge. Man wähnt zwar hinter jedem Gedanken an eine gelenkte Propaganda eine krude Verschwörungstheorie, hat aber keine andere Erklärung. Und blendet alle Indizien und Beweise konsequent aus.

Dass diese Studie trotz der Halbherzigkeit, mit der manche Phänomene zur Seite geschoben und nicht weiter hinterfragt werden, zu einem solch vernichtenden Urteil über die Medien kommt, scheint mir ein Hinweis, dass alles noch viel katastrophaler ist als selbst hier beschrieben.

Punkt 15: Nach den drei Großen wird hier ein Blick zurück auf die Lokal- und Regionalpresse geworfen. Und man kommt zu dem erschütternden Ergebnis, dass diese die Vorgabe der sogenannten „Leitmedien“ unreflektiert komplett übernahmen und das Narrativ „Willkommenskultur“ im totalen Gleichschritt mit aufbauten.

Ach so. Aber jeder, der von „gleichgeschalteten Medien“ redet, ist ein vom Verfolgungswahn Getriebener. Natürlich schrieben alle das Gleiche, aber nicht, weil alle das Gleiche schreiben, sondern weil alle das Gleiche kopieren. Es ist wie mit den Bäckern, die die gleichen ukrainischen Teiglinge in Automatiköfen aufbacken wie der Diskonter in seiner Backbox. Es schmeckt alles gleich, bis jeder merkt, dass man sich den Weg zum Bäcker sparen kann, weil eh alles nach Backbox schmeckt. Und in den Medien klingt alles gleich, weil alle die gleichen Textlinge aus den großen Presseagenturen aufbacken. Und diese Presseagenturen werden dominiert von der Politik (öffentlich-rechtliche Sendeanstalten und Parteien) und rein zufällig immer wieder auf die gleichen Hinterleute hinauslaufende Privatstiftungen, wo dann irgendwelche Qataris, Saudis oder milliardenschwere Exil-Ungarn auftauchen.

Die Medien sind nicht gleichgeschaltet, sie sind gleich. Einfache Abfüllstationen aus der immer gleichen Quelle. Und wenn sie das Abfüllen aus dieser Quelle verweigern, wird ihnen erst gar keine Lizenz zum Abfüllen erteilt, sie sind einfach keine Medien, werden zu Unmedien erklärt, bekommen weder Presseausweise noch Rechercherecht und werden massiv verhetzt als „Echokammern“ und „Hetzblogs“. Und dann kommen keine Presseförderungen und keine Werbegelder, denn inzwischen hat sich ja auf der linken Seite bereits eine Hetzkultur nazihaften Ausmaßes etabliert, die auch vor dem Angriff auf Firmen, die es wagen, in den „falschen“ Medien Werbung zu schalten, nicht halt macht. Das sind faschistoide Methoden, aber da hat die Neue Ultralinke keinerlei Berührungsängste.

Wie erwähnt: Viele der in dieser Studie offen gebliebenen Fragen lassen sich offensichtlich leicht beantworten. Man muss keine zentrale Lenkung vermuten, Diktaturen jeder Coleur funktionieren durch das Ineinandergreifen tausender kleiner Rädchen, deren Eigeninteresse mit den Zielen der Diktatur besser kompatibel ist als mit einem Kampf gegen diese. Das nennt sich Opportunismus und ist die stärkste Waffe jeder Diktatur. Die großen Medien sind direkt mit der Politik verzahnte Propagandaschleudern und die kleinen einfach nur opportunistische Mitläufer.
Menschen sind wie Elektronen. Sie bewegen sich immer dort, wo der Weg des geringsten Widerstandes liegt. Und Medien werden von Menschen gemacht. Das Ergebnis: Geschichte wiederholt sich.

Punkt 16: Auch für die Masse der Lokal- und Regionalmedien gilt: Es gab eine Menge Monologe örtlicher Politiker (nach meiner Erfahrung meist Bürgermeister oder mit der Redaktion befreundete Eh-immer-Befragte) aber keinen Diskurs. Das liest sich dann so:

Von diskursiver Themanbearbeitung kann für das Jahr 2015 nicht die Rede sein.“

Naja, bis heute sehe ich da wenig Veränderung. Und dann wundern sich die Medien, wenn sie als moralisierende Volkserzieher und Parolenverteiler wahrgenommen werden? Sie sind doch genau das!
Und wieder ein vernichtendes Urteil: diskursives Totalversagen.

Punkt 17: Ich kann es auch nicht besser formulieren:

In der Tagespresse wurde unseren Befunden zufolge das Narrativ Willkommenskultur als moralisch intonierte Verpflichtungsnorm „top-down“ vermittelt.“

Medialer Frontalunterricht. Und vereinzelte negative Aussagen wurden ausschließlich Politikern zugestanden, die man ob ihrer Parteizugehörigkeit zu den „Schmuddelkindern“ sortieren konnte. Man lässt den fiesen kleinen nonkonformen Björn ab und zu aus seiner Ecke stänkern, um dann mit erhobenem Zeigefinger und vorgehaltenem Rohrstock der Klasse zu erklären, dass jeder, der genauso denke, eben so ein Stinkstiefel wie der kleine Björn wäre und sich gleich zu ihm setzen könne.

Ja, so funktioniert Medienropaganda auf dem Niveau des „Schwarzen Kanals“. Genau auf dem Niveau sind wir hier, jetzt auch wissenschaftlich nachgewiesen, angekommen.
Der Osten hat den Westen medientechnisch und propagandistisch unterwandert und okkupiert. Und der Westen merkt es bis heute kaum. Das Volk im Osten schon, und weil das zu befürchten war, wurde schon seit Jahren das Bild des Ossi-Nazis aufgebaut und gepflegt. Für die Menschen in Ostdeutschland besonders tragisch: diejenigen, die vor 30 Jahren von einer Diktatur als Volksfeinde und Faschisten beschimpft wurden, müssen nun erkennen, dass sich das Gleiche wiederholt und damit in ihrer Wahrnehmung der Westen um nichts besser ist als es der Osten war. Oder um es kurz zu sagen: Die BRD ist DDR mit Bananen im Geschäft.

Punkt 18: Der heute wieder erkennbare Ansatz, dass Lokalmedien ihre Nähe zum Geschehen nutzen, um auch darüber zu berichten (man findet die auf „Politikversagen“ und ähnlichen Seiten mühsam zusammengetragenen Fakten fast nur in Lokalmedien), wurde 2015 überhaupt nicht genutzt. Die Lokalberichterstattung erstarrte wie das Kaninchen vor der Schlange vor der überregionalen Berichterstattung, und es hat den Anschein, dass eine Weile die Opportunisten ratlos waren, in welchen Wind die Fahnen denn nun zu hängen seien, um nicht morgen in Ungnade zu fallen. Merkels Aushebeln des demokratischen Rechtsstaates und des Faktischen im Namen eines selbstgestrickten Humanismus-Ideals schuf eine diktatorische Selbstermächtigungs-Situation, die viele Medien, die nicht über den direkten Draht zu den Schalthebeln der Macht verfügen, in Hilflosigkeit zurückließ.

Sie spürten, dass es eine Neudeutung geben würde, sie sind diese Pirhouetten Merkels und ihres Hofstaates ja schon gewohnt, die immer einsetzen wenn Wahlumfragen gestartet werden, Flutwellen über Japan rollen oder irgendwo ein Eisbär auf einer einsamen Scholle dahintreibt. Aber diesmal dauerte es ungewöhnlich lange, bis Merkel, die immer wenn irgendwas passiert oder von ihr selbst verbockt wird, langfristig abtaucht, mit Parolen wieder auftauchte. Selbst ihr Hofstaat, der sonst schnell seine Loyalität zur Herrscherin beweisen will, indem er ihr Propagandavorlagen liefert, stand recht hilfs- und meinungslos da. (Den Roten ist in Gestalt ihres Spitzen-Kermits jetzt rückwirkend eingefallen, dass sie eigentlich schon immer recht pragmatisch gegen das Vorgehen Merkels in der „Flüchtlingskrise“ waren. Erstaunlich.)

Die Schreckstarre, unter der hunderttausende Nomaden in das Land strömten, hat meiner Meinung nach den größtmöglichen Schaden angerichtet. Ein weisungsgewohnter Beamtenapparat hatte plötzlich nichts außer einer schwammigen Info und schaltete deshalb karriereschonend in den Minimalmodus. Das Einhalten von Gesetzen ist zweitrangig gegenüber dem Erhalt der eigenen beruflichen und damit wirtschaftlichen Existenz. Beamte sind immer Mitläufer, und das von Vertrags wegen. Kritisch wird es nur, wenn im Vertrag nicht mehr definiert ist, was denn jetzt eigentlich zu tun ist. Hunderttausende Beamte im Selbsterhaltungsmodus tun und lassen das, was ihrer Meinung nach das schonendste für die eigene Karriere sein könnte. Das begründet das totale Staatsversagen, das bis heute spür- und sichtbar ist.

Den Medien, immer von der gewährenden Gnade der Mächtigen abhängig und teils mit denen verbandelt (und zwar genau aus diesem Grund), fehlte die Leitung ebenso. Die „Willkommenskultur“ war der Strohhalm, der ihnen (von wem…) zugeworfen wurde, und sie klammerten sich begierig daran, in der Hoffnung, damit nichts falsch machen zu können, denn Gut zu sein kann niemals falsch sein.

Punkt 19: Zusammenfassend wird erkannt, dass es eine erkennbare Kette Politik-Leitmedien-Folgemedien gibt, die von oben nach unten ein Narrativ schafft, das zum Götzen erhoben und angebetet wird, während ketzerische Stimmen nicht gehört, und so sie zu laut werden, angegriffen werden.
Im Klartext: die Medien haben sich bereitwillig zur Hure der Politik gemacht und als Propagandainstrument vergewaltigen lassen. Wenn man vorangegangene Themenkomplexe, besonders „Klima“ betrachtet, ist dies allerdings keine neue und außergewöhnliche Situation; sie wird nur so wahrgenommen, weil das „Flüchtlings“-Thema direkter wahrgenommen wird als die „Energiewende“ oder die „Klimarettung“; diese sind abtsrakt und maximal bei der jährlichen Stromabrechnung oder dem 100er auf der Autobahn wahrnehmbar, aber allein die emotionale Belastung von Menschen, die im TV mit Bildern konfrontiert werden, wie hunderttausende junge Männer die Grenze ihres Heimatlandes überrollen, dann in ihrer Stadt randalieren, Menschen Treppen hinuntertreten, Frauen belästigen, sich wie Landnehmer und Herrenmenschen aufführen, eine Steinzeitreligion aggressiv missionieren und alle hier etablierten Werte verhöhnen, rückt das Thema Immigration in den Fokus des Interesses.

Und wenn die Menschen etwas so brennend interessiert, weil es ihren Alltag verändert, und sie werden von den Medien mit Kampfparolen zugemüllt, mit Märchen abgespeist, ja ignoriert, dann ist es eine logische Konsequenz, wenn die Menschen das Vertrauen in diese Medien verlieren und, wie diese Studie ja beweist, nicht ganz zu unrecht Medien und Politik als abgehobenen und präpotenten Verband wahrnehmen, der das Interesse am Volk verloren hat.

Punkt 20: Es wird noch kurz darauf eingegangen, dass die Silvesternacht in Köln zu einem Drehen in der Berichterstattung geführt hat. Zumindest vorübergehend. Denn schon bald begann das Relativieren, das Ablenken, das Wegschieben des Unangenehmen. Später wurden sogar Morde wieder von der bundesweiten Berichterstattung ausgeschlossen, wenn sie von Migranten begangen wurden und heute stellt sich eigentlich kaum ein anderes Bild dar als 2015.

Auch finde ich, dass man hier gekonnt ausblendet, dass die Medien von Köln erst berichteten, als Informationen über die wahren Ereignisse geleakt wurden (und ich habe bis heute Polizeikreise im Verdacht, die einfach die Schnauze voll hatten, einen Maulkorb aufgesetzt zu bekommen und sich von immer den gleichen südländischen Früchtchen auf der Nase herumtanzen zu lassen). Vorher sangen die Medien brav das offizielle Liedchen der Politik mit. Und auf welchem Niveau die bis heute unterwegs ist, wissen wir nicht erst seit Rekers Entgleisung mit der „Armlänge Abstand“.

Conclusio: Der seit 2015 den Medien entgegengeworfene Vorwurf, eine „Lügenpresse“ zu sein, wurde sich von diesen ehrlich und mühsam verdient, und ich bin der Meinung, dass man jemandem das, was er sich verdient hat, nicht vorenthalten soll. Egal ob die Nazis das auch gesagt haben. Die haben auch Kohlsuppe gegessen und ich esse auch Kohlsuppe; ob mich das für diese Knallfrösche in ihrer dahinschwebenden Filterblase nun zum Nazi macht ist mir vollkommen gleichgültig. Sie haben es sich verdient. Sie bekommen es: Lügenpresse! Lügenpresse!

Wollten sie das Vertrauen der Kunden zurückgewinnen, müssten sie mühsam und langfristig zu investigativem, ausgewogenem und neutralem Journalismus zurückkehren, den sie allerdings schon lange vorher in anderen Themen auch schon sukzessive abgebaut hatten. Sie müssten die Praxis, einfach Agenturbrei wörtlich zu kopieren, aufgeben, und selbst wieder zu arbeiten beginnen.
Der Verdacht, dass dies dem inzwischen nachgerückten postfaktisch-emotional meinungsbildenden Journalistenprekariat nicht mehr möglich ist, liegt nahe. Dieses versteht sich zunehmend als „Vierte Macht im Staat“ und atmet dabei in selbstverliebter Präpotenz die vollkommene Ignoranz der Tatsache, dass die anderen drei Gewalten sich wenigstens noch ein demokratisches Feigenblatt zur Legitimation des Machtanspruchs erkämpfen müssen, während die Medien von exakt niemandem ein Mandat erhalten haben, irgend eine Form von Macht im Staat auszuüben.
Das ist informationsdiktatorische Selbstermächtigung zur Deutungshoheit gepaart mit dem Anspruch auf den alleinigen Besitz der absoluten Wahrheit, oder anders ausgedrückt: unsere Medienwelt krankt an Cäsarenwahn. Und da schließt sich der Kreis zu Leuten wie Merkel und Maas.

Ich hätte einen alternativen Vorschlag für den Titel dieser Studie:

Der politisch-mediale Komplex als Irrenanstalt zur Aktivtherapierung des Cäsarenwahns seiner Vertreter.“

Würde man den Inhalt ernst nehmen, müsste eine Megabombe in der deutschen Medienwelt einschlagen und die Protagonisten aus ihrem Totalversagen aufrütteln. Doch ich wage die pessimistische Prognose, dass man lieber die Studie totschweigen oder, so sich das nicht durchziehen lässt, den Autor niederbügeln wird. Man möge die Kaltschnäuzigkeit der Pfründebewahrer im Merkel-Reich nicht unterschätzen.

Sonntag, 23. Juli 2017

Kohn, also

von LePenseur 


… soll die Wahlen entscheiden. Denn »Kohn« darf man nicht sagen. Das ist ein »antisemitischer Code«. Hm. Was sagten eigentlich die Zeitungen und TV-Redaktionen welt- wie österreichweit, als anläßlich der Präsidentschaftskandidatur des damaligen Senators Kerry bekannt wurde, daß dessen Familie nicht irischer, sondern altösterreichischer Herkunft sei, und vor ihrer Auswanderung in die USA, Anfang des 20. Jahrhunderts, also nicht der Nazis halber — eben Kohn geheißen hatte?

Waren das damals auch »antisemitische Codes«, dies zu erwähnen? Nur so nebenfüglich gefragt …

Deshalb also, weil er einen der Väter der Ursprungsversion des BV-G von 1920 (an dessen großer Umgestaltung von 1929 hatte er keinen Anteil mehr) mit dem Familiennamen Kohn — ob dieser nun wirklich der seiner Vorfahren war, entzieht sich LePenseurs Kenntnis, ist aber durchaus plausibel, denn »Kelsen« ist nun wirklich kein typisch jüdischer Familienname! — bezeichnet hat, deshalb also soll ein Abgeordneter zurücktreten, und darf mit einer Partei, der dieser Abgeordnete angehört oder auch nur unausgeschlossen früher angehört hat, keine Koalition gemacht werden? Ei, wie putzig!

Darf man die p.t. Berufsempörten und Antifanten daran erinnern, daß in der SPÖ-Regierungsriege aktuell u.a. eine Staatssekretärin enthalten ist, die zwar nicht »Kohn« gesagt hat, aber dafür — als Muselmanin (oder heißt das »Muselfrau«?) mit Kreisen engstens zusammengearbeitet hat und zusammenarbeitet, die die Ausrottung der Juden auf dem Territorium von Palästina propagieren? Nun — was ist da im Vergleich wohl verwerflicher …?

Interessant ist, daß bezüglich besagter Staatssekretärin seitens der Israelitischen Kultusgemeinde Wien keine Rücktrittsaufforderungen bekannt sind. Daß die SPÖ, die derlei Personen offensichtlich für Regierungsämter tauglich befindet, deshalb bei Koalitionen nicht in Frage käme, wäre ja auch neu.

Aber unsere Systemmedien können’s noch besser! Da wird »herausgefunden«, daß die FPÖ Salzburg zu einem Verein »Kontakte habe«, dessen Vorgängerverein bis zum Jahr 1939 (also vor kaum mal achtzig Jahren) Mitglieder hatte, welche damals Nazis waren. Schröcklich! Darf man die p.t. redaktionellen Herrschaften und Dämlichkeiten darauf hinweisen, daß die SPÖ in den 90er-Jahren sogar den Namen einer früheren, dezidiert marxistischen Partei angenommen hat — denn vorher hieß sie (seit 1945) bekanntlich »Sozialistische Partei Österreichs« (ohne Bekenntnis zum Marxismus in ihren Statuten), nunmehr benennt sie sich wieder nach der Vorgänger-Organisation »Sozialdemokratische Partei Österreichs« (welche einst die Hochburg des sogenannten »Austro-Marxismus« war). Wenn die Tatsache, daß eine Partei Kontakt zu einem Nachfolgeverein unterhält, dessen Vorgängerverein vor knapp 80 Jahren Nazis als Mitglieder hat, diese Partei angeblich unwählbar und zu politischen Outcasts macht — was ist dann erst von einer Partei zu sagen, die sich nach einer marxistischen Kaderpartei, die ihre Vorgängerorganisation war, sogar umbenennt? Wobei die besagte Vorgängerorganisation in ihren Reihen u.a. einen Herrn Dr. Tandler zählte (nach dem sie auch einen prominenten Platz in Wien benannte), der noch vor den Nazis in lupenreiner Nazi-Diktion die »Vernichtung lebensunwerten Lebens« propagierte.

Und wie gehen die SPÖ und ihre linke Systempresse mit der Tatsache um, daß von Bruno Kreisky seinerzeit das Diktum »Wenn die Juden ein Volk sind, dann ein mieses!« verbürgt ist? Dagegen verblaßt der Antisemitismus-Gehalt einer Kohn-Nennung in homöopathische Dosierung! Und daß ebendieser Säulenheilige Kreisky in seiner Regierungszeit nicht weniger als sechs Minister (und zwar die sukzessiven Landwirtschaftsminister Öllinger, Weihs und Haiden, weiters Innenminister Rösch, Bautenminister Moser und Verkehrsminister Frühbauer) mit seinerzeitiger NS-Mitgliedschaft in seine SPÖ-Alleinregierung (!) berief, fand auch allerhöchstens mildes Befremden als Reaktion. Wenn es überhaupt thematisiert wurde. Und die Büberei der de facto Landesverweisung von Simon Wiesenthal, bei der ihm eine weitere, noch lebende Ikone der SPÖ, assistierte, sei ebenfalls nicht ganz vergessen ...

Und? Gibt’s Forderungen in Richtung einer Ausgrenzung der SPÖ aus möglichen Koalitionen? Na, aber sicher nicht! »Kein Feind auf der Linken«, lautet schließlich die Devise der (inbesondere französischen) Freimaurerei. Ach ja, und da hat sich dieser Abgeordnete auch noch erfrecht, die gute Vernetzung des Slim-fit-Kanzlers zur Großloge von Österreich zu erwähnen. Als ob nicht schon die Spatzen von den Dächern pfiffen, daß die SPÖ in — mal mehr, mal weniger — symbiotischer Zusammenarbeit mit der österreichischen Freimaurerei am Tempelbau ihrer Zukunft mauert! Wobei … zum »Tempel« pflegt’s in der Regel nicht zu reichen: aber »mauern« geht, und Mauern, hinter die Andersdenkende gesperrt werden, gehen sich da auch noch locker aus …

Offenbar sind die Systemparteien schon höchst nervös wegen des Wahlausganges, daß der von daran interessierten Kreisen finanzierte (denn zum Nulltarif gibt’s sowas ja nicht; unsere Presstituierten wollen ordentlich bestochen sein!) Mega-Medienhype um den Slimfit- & Pizza-Kanzler und den neuen Heiland der ÖVP (die nicht mehr so heißen darf und von »schwarz« auf »türkis« umlackiert wurde — das beliebte Soros-Orange ging ja wegen Haider hierzulande leider nicht mehr …) in die Hosen geht. Na, wär’s nicht schrecklich, wenn die Wähler sich »irren« würden, und eine Partei wählten, die die Interessen Österreichs in den Vordergrund stellt, statt jene der EUrokratie und der internationalen Hochfinanz & Konzerne! Das darf einfach nicht sein! Kein zweites Ungarn, bitte sehr! Jawoll, Herr Soros, wird geliefert: kein zweites Ungarn, bitteschön, wie bestellt …

Daß der Wunderbasti im ÖVP-Parlamentsclub das Porträt des früheren Bundeskanzlers Dollfuß abhängen ließ, gegen das die SPÖ seit Jahrzehnten Sturm lief, weil dieser vor 85 Jahren auf linke Bürgerkriegsverbände schießen ließ, die die damalige bürgerliche Regierung stürzen wollten, paßt da genau ins Bild jener feigen, geschichtsvergessenen Schäbigkeit dieser vorgeblich immer noch »bürgerlichen« Kurzpartei, die sich ihr Welt- und Geschichtsbild gerne von Links modellieren läßt. Is do eh wuascht! Daß der inkriminierte Herr Dollfuß 1934 zwar von Nazis erschossen worden ist, wogegen der von der SPÖ nach wie vor als Säulenheiliger verehrte Renner 1938 situationselastisch genug war, sich in der Zeitung für den Anschluß an Hitler-Deutschland auszusprechen, und daraufhin völlig unbehelligt bis 1945 seine ansehnliche Politikerrente genießen durfte, wogegen der durch die Nazis gestürzte Bundeskanzler Schuschnigg bis 1945 im KZ Dachau saß — ach, wen kümmert denn das noch in dieser Kurzpartei, die nur aus dem Hut gezaubert wurde, um einen möglichen Sieg der pöhsen »Rechtspopulisten« zu verhindern, der der Globalisierungsagenda ebenso lästig wäre, wie — Gott mög’ abhüten! — dem armen Herrn Soros wieder ein paar Milliarden Spekulationsverlust einbringen könnte, so wie seinerzeit der Sieg von Trump über die System- (& Soros-)Kandidatin Killary ...

Leider ist es unwahrscheinlich, daß die FPÖ im Herbst die absolute Mehrheit schafft. Obwohl die Österreicher längst die Schnauze voll haben von jenem verfilzten Parteienkartell, das sich seit 1945 wie die Maden im Speck ungeniert an Österreichs Ertrag und Substanz bedient. Obwohl die Österreicher längst mitbekommen haben, daß ihre angeblichen »Volksvertreter« aus diesen Parteien alles mögliche, aber sicher nicht die Interessen dieses Volkes vertreten.

Sie werden daher — ein »Hofer-Wunder«, das sich dann ja, sei’s durch Fälschung oder tatsachlich, letztlich doch knapp nicht ausgegangen ist, steht leider nicht zu erwarten — ihr Kreuzerl wieder bei den bisherigen Verwaltern des Untergangs dieser Republik machen. Weil der Slim-fit-Kanzler ihnen »verspricht«, daß die Pensionen sicher sind, und der Basti, daß die Mittelmeerroute geschlossen wird. Irgendwann. Kompromißlos (wenn’s die Italiener zulassen. Und die EU. Und die Caritas) ...

Und dieselben Wahltrottel werden sich danach trotzdem wundern, wenn der scheindemokratische Selbstbedienungsladen unserer Systempartei SPÖVP weitergeht wie zuvor, und unser Land von diesen Marionetten an den Fäden Brüssels und transatlantischer Interessenkreise weiter in den Abgrund gedrängt wird.Sie kapieren es einfach nicht.

LePenseur wird beim großen Krach, den’s irgendwann geben wird (weil geben muß — die Mühlen der Ökonomie mahlen langsam aber unerbittlich, und jede Konkursverschleppung hat irgendwann ein Ende …), die dann freilich nur sehr mäßige Befriedigung haben, sagen zu können: »Ich habe es euch gesagt!«

Keine Frage: Kassandra ist keine dankbare Rolle. Nicht einmal eine notwendige, wenn ihr eh keiner zuhört. Außer der Stimme des eigenen Gewissens. Nun, dann halt … »in verbo autem tuo«


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P.S.: Morgensterns »Galgenlieder« müssen ebenfalls aus den Bibliotheksbeständen ausgesondert werden. Nicht verbrannt (das machen doch nur Nazis!), sondern ausgesondert und eingestampft. Und aus Google entfernt. Denn darin steht u.a. ein Gedicht über das damalige Regietheater:
Auf einer Bühne steht ein Baum,
geholt vom nächsten Wäldchensaum.
Ihn überragt zur rechten Hand
ein Felsenstein aus Leinewand,
indes zur Linken wunderbar
ein Rasen grünt aus Ziegenhaar.
Im Stehparkett der kleine Cohn
zerbirst vor lauter Illusion.
Der kleine Cohn ward zum Gericht
für das, was Kunst ist und was nicht. 
Also, diese antisemitischen Codes von Herrn Morgenstern ...

Die Haller-Studie 1

Mit Spannung wurde sie erwartet, und kurz vor ihrem offiziellen Erscheinen im Internet freigeschaltet, wohl auch, um jedem die Möglichkeit zu geben, sich objektiv dem Inhalt zu widmen, bevor die üblichen Propagandamühlen zu mahlen beginnen: die „Haller-Studie“ über, um es vorsichtig und diplomatisch auszudrücken, das mediale Totalversagen ab 2015. Ich habe schon aus Zeitgründen (zumindest noch) nicht den kompletten Inhalt der wissenschaftlichen Datenauswertung und der detaillierten Beschreibung der Phänomene „Flüchtlinge“ und „Willkommenskultur“ durchgelesen, aber das Gute an solchen Studien ist ja, dass es immer ein „Fazit“ gibt, und allein schon das hat es in sich. Dem möchte ich mich widmen und ein paar Kernaussagen herauslösen, die meiner Meinung nach betrachtenswert sind.

Ich glaube, nicht zu übertreiben, wenn ich feststellen kann, dass diese Studie ein Paukenschlag ist. Ich rechne damit, dass sie zwar das Potenzial hat, wie ein Tornado durch die Medienlandschaft zu fegen und in den Redaktionsstuben zu Selbsteinsicht und Veränderungen zu führen, dem entgegen aber wahrscheinlich eher verrissen, der Autor mit Dreck beworfen und diskreditiert wird, irgendeiner Nähe zu irgendwelchen Rechten bezichtigt, beschimpft und mit Hass und Hetze überkübelt. Allein, dass er es wagt, Ulfkotte zu zitieren, wird zu einer Skarabäuskugel komprimiert und dem Autor über den Schädel gerollt werden. So erging es noch jedem, der es wagte, den Selbstgerechten in ihren Redaktionskammern den Spiegel vor das Gesicht zu halten. Und dieser Spiegel besitzt auch noch die Brutalität, absolut faktenbasiert und wertneutral, also unverzerrend klar und deutlich eine ziemlich unansehnliche Fratze zu zeigen.

Doch zu den einzelnen Punkten des Fazit, in der Studie zu finden ab Seite 132.

Punkt 1: Bereits ab Anfang 2015 überschütteten die Medien ihre Kunden mit Meldungen über „Flüchtlinge/Asylanten“, dabei kam es nachweislich zu einer unüberschaubaren Menge von Meldungen, was laut Studie einer „sehr schwachen Selektionsleistung der Newsredaktionen“ geschuldet war.
Noch ohne in irgend einer Weise darauf einzugehen, was die Ursache dieser „schwachen Selektionsleistung“ gewesen sein könnte, wird bereits hier der Eindruck des aufmerksamen Medienkonsumenten bestätigt, dass es damals ein das Kommende vorbereitende Trommelfeuer mit extremer Sensationslust an tragischen Schicksalen, angeschwemmten Kinderleichen und weinenden Frauen gab, das sich ja wie inzwischen auch nachgewiesen gestellter Bilder und billiger Propaganda bediente und keine Quelle hinterfragte, wenn das daraus hervorsprudelnde Konzentrat nur der eigenen Meinung der Redaktion entsprach.
Alles kulminiert in drei Aussagen: Flüchtlinge sind arm, die EU ist hilflos und der Osten besteht aus Nazis. Und wir reden hier von Anfang 2015, also lange vor Merkels Ruf in die Wüste. Wir vergessen gerne, dass es eine Zeit vor dem Öffnen dieser Büchse der Pandora gab und sich alles angekündigt hat und von den als Pessimisten, Nestbeschmutzer und Verschwörungstheoretiker verlachten und verschrienen Kritiker vorhergesagt wurde.

Punkt 2: Es gab zehn Ereignisse, die besonders medial befeuert wurden. Unter anderem Merkels Entscheidung, unter Außerkraftsetzung demokratischer Grundprinzipien internationales Recht auszusetzen oder die Vorfälle der Kölner Silvesternacht. Diesen zehn Ereignissen ist ein eigenes Kapitel gewidmet, deshalb gehe ich hier nicht näher darauf ein. Es wird aber auch so interessant.

Punkt 3: Den muss ich mal zitieren, um ihn zu erklären.

Die Inhaltsanalyse der drei als Leitmedien geltenden Tageszeitungen Frankfurter Allgemeine Zeitung, Süddeutsche Zeitung und Die Welt zeigte erstens, dass der Inhalt überwiegend aus nachrichtlichen Berichten und meinungsbetonten Beiträgen besteht. Nur rund 4 Prozent der Texte gehören zu den Formen, die dialogisch funktionieren (wie Interviews), nur rund 6 Prozent sind authentisch recherchierte Berichte und/oder erzählende Formen (wie Reportagen). Fast jeder
fünfte Text gehört zu den kommentierenden Formen – ein ungewöhnlich hoher Anteil, der
für die ausgeprägte Meinungsfreude der drei Redaktionen steht.“

Klartext: Bei diesen drei als „Leitmedien“ bezeichneten und nur wenig im Verdacht reiner linker Parteizugehörigkeit stehenden Printprodukten ist bereits festzustellen, dass das Thema hauptsächlich subjektiv und wertend, ohne störenden Einfluss fremder Meinungen und mit einem fast verschwindenden Minimum an investigativer Arbeit behandelt wurde. „Ausgeprägte Meinungsfreude“ bringt es auf den Punkt, was aufmerksame Medienkonsumenten (übrigens schon früher, denn das hat sich aufgebaut) bemerkten und mir sogar von einer leitenden Redakteurin einer führenden österreichischen Tageszeitung bestätigt wurde: Es wird nicht objektiv berichtet sondern die Meinung des Berichtenden über Formulierungen und Wertungen eingewoben (und das nach ihrem Selbstverständnis, weil die Leser ja wissen wollten, wo die Redaktionen ihrer präferierten Zeitung politisch meinend zu verorten wären – dass Leser einfach Informationen wollen, fiel der gar nicht ein und wurde auch präpotent vom Tisch gewischt).

Für sich selbst als „intellektuell anspruchsvolle Qualitätsmedien“ verstehende Informationsproduzenten eine schallende Ohrfeige. Fast kein investigativer Journalismus, keine andere Meinung, nur Abkopieren von Agenturmeldungen und Einweben eigener Meinung. Statt Dienstleistung eher Selbstverwirklichung. Und die wundern sich über Konsumentenschwund und Niedergang.

Punkt 4: Es wird aufgelistet, wer alles in den Berichten zitiert wird. Und wie durch ein Wunder sind zwei von drei Zitierten Politiker. Ach, wer hätte das gedacht. Die Medien lassen sich immer wieder zum Sprachrohr der Politik machen, warum auch immer, aber es ist so. Und wollen sich darüber echauffieren, wenn vom „politisch-medialen Komplex“ die Rede ist. Es ist ein einziges gegenseitiges Anwanzen: sie halten ihre Mikrofone nur den Politikern vor das Gesicht, und diese gieren danach, permanent ihre Propaganda in die Mikros zu ergießen.
Polizisten und Anwälte stellen noch 9% der Zitierten, 4% Migranten selbst, 3,5% Freiwillige und Helfer, knapp 1% Experten zum Thema.
In der Studie nicht einmal mehr erwähnt, weil absolut NULL ist die Gruppe der schon länger hier Wohnenden, die mit den noch nicht so lange hier Wohnenden zwangsbereichert wurden. Und vielleicht nicht so ganz einverstanden waren damit. Wer fragt schon den dunkeldeutschen Abschaum, wer will schon wissen, was dieses xenophobe Pack so denkt?
Ein fataler Punkt, der in weiterer Folge noch sehr wichtig werden wird.

Punkt 5: Hier wird sich der Zusammensetzung der Gruppe dieser zwei Drittel Politiker, die zu Wort kommen, gewidmet. 43% Bundespolitiker, etwa 25% Landespolitiker, etwa 20% EU. Vier Fünftel konnten einer der drei Regierungsparteien (CDU,CSU,SPD) zugeordnet werden, dann erst die Grünen, abgeschlagen die Linke, mikroskopisch die NPD und fast gar nicht (ein Promille) die AfD. Allein die Selektion der Medien, mit wem sie zu reden bereit sind und wen sie bewusst ausgrenzen, ist ein eklatanter Verstoß einfacher journalistischer Grundregeln der Ausgewogenheit der Quellen. Journalistisches Totalversagen. Und wir reden hier nicht vom Unterwasserbacher Regionalanzeiger sondern den Leitmedien.

Punkt 6: Gerade einmal 5% der Medienberichte beschäftigen sich mit Konflikten und Kontroversen. Und auch hier kommen fast nur Politiker, meist Vertreter der Regierungsparteien, zu Wort.

Den Konflikten auf der konkreten Vollzugsebene der Bundesländer maßen die Leitmedien während des Untersuchungszeitraums in ihren Berichten keine Relevanz zu. Thematisiert wurden Probleme auf der Vollzugsebene fast nur dann, wenn es um Gewaltakte rechtsradikaler Gruppen ging.“

Und die Konflikte, mit denen sich fast ausschließlich durch Regierungspolitiker beschäftigt wurde, betrafen eben nur die „rechtsradikalen Straftaten“. Wobei man hier nicht lesen kann, aber inzwischen auch erkannt ist, dass besonders in ostdeutschen Bundesländern jede Straftat, die nicht eindeutig einem Täter und einem Motiv zugeordnet werden kann, automatisch zu einer rechtsradikalen Straftat erklärt wird. Das erspart die Ursachenforschung brennender Asylantenheime, weil Täter und Motiv per Dekret schon während des Vorfalls bekannt sind. Und besonders pittoresk die Praxis, an eine Hauswand geschmierte Hakenkreuze als „rechtsradikale Straftat“ zu führen, auch wenn es ganz offensichtlich von linken „Aktivisten“ an das Haus eines AfD-lers gesprüht wurde.
Und dann befragen die Medien nicht die Betroffenen oder wenigstens Politiker aller Parteien sondern nur genau jene, die solche schwachsinnigen Dekrete erlassen haben und das auch noch für ihre eigene Propaganda missbrauchen, Steuergeldeinsatz für den Kampf gegen den politischen Mitbewerb zu argumentieren.
Ist es Aufgabe unabhängiger Medien, das Sprachrohr von Regierungspropagandisten zu sein? Und wenn nein, warum hängen sie sich dann so rein?

Punkt 7: Die Medien sind ein Sprachrohr der Politik, und zwar hauptsächlich der Regierungspolitik. Alle darunter angesiedelten und vor Ort mit der Bewältigung der Probleme beschäftigten Chargen kommen faktisch nicht zu Wort und interessieren auch keinen.
Man suhlt sich im Sonnenschein der Elite: Medienelite berichtet über Politelite und bescheinigt sich gegenseitig, dass die Elite nicht das Problem sei, sondern der Pöbel, das Pack, der dunkeldeutsche Dreck, die Verbrecher, die am Straßenrand ein Plakat entrollen. Und deshalb wird das Pack ignoriert und man genügt sich in Nabelschau.

Punkt 8: Man muss es wieder wörtlich zitieren, um zu verstehen, wie schallend die Ohrfeige ist, die hier den Medien gegeben wird:

Der journalistische Qualitätsgrundsatz, aus neutraler Sicht sachlich zu berichten, wird in rund der Hälfte der Berichterstattungen nicht durchgehalten.“

Pause. Zum Genießen. Meine Worte, seit Jahren. Wobei ich höher als Hälfte schätze, aber ich lese ja auch noch in andere Medien rein, und da ist es vielleicht noch schlimmer als in den hier betrachteten.

Insbesondere die Art und Weise, wie über die Positionierung eines Politikers berichtet wird, ist oftmals wertend und beurteilend, bei Vertretern der Opposition mitunter auch „von oben herab“.
Zudem schreiben die Korrespondenten nicht selten in einer Diktion, die persönliche Nähe, auch Vertrautheit zur politischen Elite suggeriert (auktorialer Duktus). Diese Attitüde kann beim Leser den Eindruck erzeugen, die berichtenden Journalisten seien weniger am Thema selbst als an den über das Thema transportierten Querelen interessiert.“

Vor Allem wird beim Leser der Eindruck erzeugt, dass hier bewusst den Regierenden in den Hintern gekrochen und die Opposition, besonders die neue, abgekanzelt wird. Es entsteht der Eindruck, es mit einer Verbrüderung, einer gemeinsamen Agenda zu tun zu haben. Und wenn nichts gegen diesen Eindruck spricht, dann muss man sich wohl bemühen, mal das Gegenteil zu beweisen. Mit ein bisschen Merkelkritik wäre es da nicht getan. Man müsste zur Neutralität zurückkehren.
Können das die Medien?
Zweifel sind angebracht.
Vor Allem, wenn man sich den aktuellen Umgang mit den Themen AfD oder Trump betrachtet.

Punkt 9: Abgesehen davon, dass das Phänomen der Politikfixierung bekannt ist, baut sich hier etwas Besonders auf:

Unsere Befunde sind gleichwohl überraschend, erstens, weil das hier untersuchte Megathema, aus dem die sogenannte Flüchtlingskrise hervorging, die Einstellung der Bürger zu den Grundwerten betrifft und moralisch stark überformt ist.“

Richtig, und das führte auch zu diesem extremen Moralisieren der Medien, die sich als Transporteure der Reinen Lehre verstanden und bis heute verstehen, die zu kritisieren als Blasphemie betrachtet wird und deren Wahrheit die Einzige und Alternativlose ist. Und genau da ergibt sich die Schnittmenge mit dem Merkel-Regime. Man fühlt sich gemeinsam im Boot der Weltenretter. Das ist nicht neu. Stichwort: Klima. Ich finde, dass das Flüchtlingsthema keine ganz besonders neue Umgangsform der Medien mit ihren Konsumenten und keine neue Qualität der Medien im Umgang mit den Machthabern erreicht hat sondern einfach nur die konsequente Fortsetzung jahrelanger Arschkriecherei darstellt.

Gutes Beispiel Schulz: als er noch als Schreckgespenst durch die Korridore des Straßburger Marionettenparlaments und des Brüsseler Reichssitzes schlich, wurde er von den Medien mit (durchaus berechtigtem und auf faktenbasierter Kritik beruhendem) Hohn und Spott übergossen; kaum zum Heiligen Letzten Strohhalm der Partei der Verzweifelten erkoren und Gefahr laufend, einst der Mann am Schalthebel der Presseförderung zu sein, rutschten die gleichen Blätter faktisch auf der Schleimspur der Schulzverehrung aus. Jetzt, wo sich abzeichnet, dass er wahrscheinlich doch nicht Merkels Erbe antreten sondern, wenn überhaupt, statt der Ersten Geige eher die letzte Blockflöte spielen wird, weht ihm wieder ein rauherer medialer Wind um die Segelohren. Die Medien sind so verblendet, dass sie nicht einmal begreifen, wie offensichtlich diese Vorgänge ihre wahren Interessen verraten: sie schreiben nicht für die Information der Kundschaft sondern für diejenigen, in deren Anus sie sich kuschelig einrichten wollen, weil sie Gold scheißen.

Doch zurück zur Studie.
Zweitens, weil in vielen Regionen auch „bürgerliche“ Teile der Bevölkerung von einer tief sitzenden Fremdenangst besetzt sind, die publizistisch in den Blick zu nehmen wäre.“

Spätestens hier erkennt man, dass der Vorwurf an den Autor, rechtsgerichtet zu sein, weder aus seinem Werdegang noch aus seinen Worten ableitbar sein kann, sondern, so er (wie zu erwarten) aufkommt, reine Propagandalüge ist, die dem linken Schema folgt:
1. Wenn der Inhalt unpassend ist, wird der Autor angeschüttet.
2. Wenn der Autor diskreditiert ist, kann man den Inhalt als irrelevant beiseiteschieben und die Argumentation verweigern.
Ist immer dann praktisch, wenn man keine Argumentation hat, was bei den Linken den Dauerzustand darstellt.

Der richtige Kern der Aussage ist, dass sich mit den Vorbehalten der gesamten Bevölkerung gegen eine Invasionspolitik Merkelscher Prägung nicht auseinandergesetzt wurde sondern nur festgestellt, dass jeder wahre Deutsche Merkels Entscheidungen alternativlos bejubelt oder eben ein feiger xenophober Nazi und damit kein wahrer Deutscher oder zumindest Helldeutscher ist. Vorbehalte gegen zügellose Zuwanderung sind keine „tief sitzende Fremdenangst“.
Aber: Wenn diese Studie sich bereits bei dem Versuch, eine neutrale Analyse zu erstellen, in linken Vorurteilen und der Diktion linker Propagandisten wiederfindet, dann fällt das Urteil über die Unfähigkeit der Medien zur neutralen Berichterstattung noch weit vernichtender aus, als würde man wirklich ganz neutral arbeiten.

Drittens, weil die mit der Flüchtlingskrise einhergehende Problemwahrnehmung auf der kommunalen und regionalen Ebene spielt.“

Die Obertanen sonnen sich in der Leistung der Untertanen und lassen sich bei ihren Hofberichterstattern feiern. Wen interessieren die niederen Chargen? Merkel hat es geschafft, eine DDR 2.0 zu etablieren, in der das Neue Deutschland das Zentralbüro des ZK der SED zitiert, wie es die Leistungen der Werktätigen pauschal lobt und die eigene Weisheit und Kühnheit feiert. Nicht mehr und nicht weniger. Der Osten hat Erfahrung und erkennt die Mogelpackung, deshalb wird er auch pauschal zum Naziland erklärt und jede Wortmeldung, Kritik, Protestnote aus ostdeutschen Landen zu dunkeldeutschem Nazirülpsen erklärt und der Rest funktioniert nach oben erwähntem Zwei-Punkte-Plan.

Viertens schließlich, weil die mit der Idee der Integration verbundenen Tätigkeiten nicht von Parteien und Ministerien in Berlin, sondern von den direkt beteiligten Personen und Organisationen vor Ort zu erbringen sind.“

Eben, DDR 2.0. Da war „Wir schaffen das!“ Programm. Zwar nur über Statistiktricks und Faktenabkopplung, aber da erkennt man schon die Sozialisation von IM Erika.
Hat es einer Bestätigung bedurft?
Hier ist sie.

War das alles? Nein, es kommt noch besser. Insgesamt 20 Punkte, in denen noch einige deftige Aussagen liegen. Aber um die kümmere ich mich morgen, es wird sonst zuviel.