„Ich bin ein überzeugter und konsequenter Kritiker des Parteien-Parlamentarismus und Anhänger eines Systems, bei dem wahre Volksvertreter unabhängig von ihrer Parteizugehörigkeit gewählt werden.“
Alexander Issajewitsch Solschenizyn, 2007

Freitag, 8. Februar 2019

Kindermörder

Vorneweg sorry, dass es heute etwas länger wird, aber dafür halte ich mich dann am Wochenende kürzer...
Ich bin ja schon eine ganze Weile auf der Welt und habe schon einiges an Unappetitlichkeiten erleben dürfen. Das verhornhautet den Magen schon ordentlich. Aber immer wieder überraschen mich Menschen.

Der demokratische Gouverneur des US-Bundesstaats Virginia ist wegen eines rassistischen Fotos aus seiner Studentenzeit in Bedrängnis geraten. Das Foto zeigt eine Person in der weißen Kutte des rassistischen Ku-Klux-Klans und eine zweite mit schwarz geschminktem Gesicht. Es erschien 1984 auf Ralph Northams Seite im Jahrbuch seiner medizinischen Hochschule.“

Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Das mit dem KKK lässt meinen Magen wenig hochgehen. Weil ich mich damit abgefunden habe, dass es solche Kutten-Idioten damals noch gab, die der fröhlichen Folklore des Neger-Abfackelns zugeneigt waren und es in Amerika vor ein paar Jahrzehnten noch als witzig galt, sich das Gesicht schwarz anzumalen. Heute sieht es glücklicherweise anders aus und auch diese ganzen „Arischen Bruderschaften“ sind inzwischen zu kriminellen Erpresser- und Drogenbanden mutiert. Solche Typen gehören zu denen, die mir die Hornhaut auf die Magenschleimhaut gebracht haben. Unappetitlich, schwer verdaubar und zum Glück gesellschaftlich weitgehend geächtet. Also anders als islamistische Schlächterbanden in ihrer Umgebungsgesellschaft.

Die Demokratische Partei forderte am Samstag Northams Rücktritt. Der Gouverneur lehnte dies ab. Zu dem Foto lieferte er widersprüchliche Erklärungen.“

Das mit den Rücktritten wegen Sachen, die 34 Jahre zurückliegen, sehe ich etwas entspannter, aber okay, jede Partei legt fest, was in ihren Reihen tragbar ist und was nicht. Und wenn die Demokraten sagen, das können sie nicht tolerieren, auch wenn es ein halbes Leben zurückliegt, dann ist es so.
Aber bei der ganzen gespielten Empörung und aufgekochten Skandale ist etwas irgendwie nur am Rande erwähnt worden, und das dankbarerweise von einem Kommentarposter, der sich anscheinend besser mit Virginia auskennt und der ein paar Quellen dazugab.
KKK-Robe? Schwarz angemaltes Gesicht? Alles peanuts.
Der Ekel sitzt viel tiefer. So tief, dass mir das Kotzen kommt.

Ich beginne mal mit diesem Beitrag in den eher republikanischen „CNS News“. Das kann sich jeder selbst auf Englisch durchlesen, ich filtere einfach mal raus, was ich da lese:

In einer Sendung „Frag den Gouverneur“ wurde Northam wohl gefragt, ob er eine Gesetzesinitiative unterstützt, die die Abtreibung bis zur Geburt legalisieren will. (Kommt einem irgendwie bekannt vor…) In seiner Antwort, natürlich nicht einfach „ja“, schwurbelt er herum, dass ein lebend geborenes Baby sich wohlfühlen und auch leben kann, wenn es Mutter und Familie so wollen. (Er verwendet das Wort „resuscitated“, was ja eigentlich „wiederbelebt“ bedeutet…) Das kann man so deuten, dass das Kind eh sterben würde, wenn die Familie es nicht will, und dann kann man es ja auch wegtun. Es kann auch einfach nur bedeuten, dass es keine automatische Wiederbelebung mehr geben soll, wenn ein Kind bei der Geburt Schaden erleidet und reanimiert werden müsste. Das wird mir hier nicht ganz klar, aber ich lege es so aus, dass ja eigentlich eine Abtreibung direkt vor der Geburt die Erfordernis begründet, durch Kaiserschnitt das Kind aus dem Bauch zu holen und jetzt wäre es ja die Pflicht jeden Arztes, das Kind sofort zu reanimieren.
Doch die Entscheidung, ob das Baby leben oder sterben soll, soll den Müttern überlassen werden. Und da der Gesetzgeber hauptsächlich aus Männern besteht, dürfte er sowieso nichts vorschreiben und müsse in diesem Fall das Kind sterben lassen. (Was imo mit dem hippokratischen Eid zwar unvereinbar wäre, aber das ist Abtreibung sowieso.)
Ob es aber wirklich nur um tote Babys geht, die nicht „wiederbelebt“ werden sollen oder nicht doch um lebende, die getötet werden sollen, darauf gehe ich weiter unten ein.

Die Demokratin, die er unterstützt, eine gewisse Kathy Tran, Tochter vietnamesischer Eltern, tritt für die Abtreibung bis zum Tag der Geburt ein. Das wird auch in einem Interview in dem Artikel deutlich. Sie erklärt, dass es für Abtreibung kein Limit geben dürfe und auch direkt vor der Geburt das Kind noch getötet werden dürfe. Sie hat an anderer Stelle wohl sogar betont, dass es erlaubt sein müsse, wenn sich die Frau bereits in den Geburtswehen befindet und sich der Muttermund zu öffnen beginnt bzw. wenn sich das Kind bereits im Geburtskanal befindet.
Wenn man noch etwas über diese Frau wissen will, dann vielleicht das: am gleichen Tag, als sie ihr Gesetz zum Abort bis zum Moment der Geburt vorlegte, stellte sie offenbar auch ein Gesetz vor, mit dem Motten und Insekten geschützt werden sollen. Menschen darf man vernichten, Motten nicht. Kommt mir jetzt irgendwie bekannt vor, solche widerlichen Gestalten haben wir doch hier auch. Wer will sowas in einer gesetzgebenden Versammlung sitzen haben?

An dieser Stelle ein kleiner Einschub: Es ist nachgewiesen und bekannt, dass ein Fötus sehr wohl seine Umwelt erkennt, auf Umweltreize wie vertraute Stimmen reagiert, am Ende seiner Entwicklung sogar hell und dunkel unterscheiden und erste bewusste Handlungen setzen kann. Es ist ein voll ausgebildetes Kind, zu dessen Mord hier aufgerufen wird. Jene, die sich gerade in sozialen Netzwerken aufgeregt haben, weil irgendwo auf einem Tennis-Turnier ein Ballmädchen kaltblütig eine Kakerlake zertrampelt hat, sind verdächtig still bei dem Thema Mord an einem Baby bis wenige Minuten vor seiner Geburt.
Und ebenso nachgewiesen und bekannt ist, dass Frauen besonders gegen Ende der Schwangerschaft extreme psychische Situationen erleben, die sie nicht gerade dafür prädestinieren, eine immer von Vernunft geleitete Entscheidung zu treffen, bei der es immerhin um Leben oder Tod eines Menschen geht. Eine Entscheidung, die für den Rest des Lebens mitgetragen werden muss. Nicht jede Frau ist eine kaltblütige Mörderin, auch wenn seltsamerweise ausgerechnet Feministinnen an diesem Bild aktiv stricken; viele machen sich später Gedanken bis hin zu schweren Vorwürfen. (Wer mehr über den Zustand von Frauen nach einer Abtreibung erfahren will, der kann sich hier interessante Infos und Statistiken holen. Ein erschreckendes Bild.)

Die besondere psychische Situation einer Mutter, vor Allem, wenn sie in einer für sie ausweglosen Situation zu sein glaubt, wird in unserem Rechtssystem sogar so weit berücksichtigt, dass eine Freigabe zur Adoption noch drei Jahre lang widerrufen und den Adoptiveltern das Kind wieder entzogen werden kann. Drei Jahre Bedenkzeit. Eine Adoption kann man rückabwickeln, einen Mord jedoch nicht.
Das alles wird hier komplett ausgeblendet. Das Baby ist nur ein Klumpen Biomasse, den man beruhigt entsorgen kann, eine Schaufel voll Kehrricht – sorry, aber mir fehlt für diese Vorgehensweise jegliches Verständnis. Mörder, die sich in den Mantel des Humanismus kleiden, sind die widerlichsten Heuchler von allen.
Man fordert mehr Gedenken an die Gaskammern von Auschwitz und ermordet in staatlich gestützten Abtreibungskliniken jährlich mehr Menschen, als die Nazis jemals dahinraffen konnten. Erkläre mir bitte mal einer die Logik dahinter.

Aber so richtig unappetitlich, noch einen Zacken schärfer und in einem zivilisierten Land eigentlich indiskutabel wird es, wenn dann weitergebohrt wird und irgendwie die Aussage, dass auch eine Art Abtreibung nach der Geburt erlaubt sein soll, kommt. Was auch logisch erscheint, denn wenn eine Frau bereits in den Wehen liegt und der Kaiserschnitt vorbereitet wird und sie just in diesem Moment entscheidet, das Kind muss weg, dann gibt es wohl kaum noch die Möglichkeit, das anders zu bewerkstelligen, als das Kind herauszuholen und zu töten. Ich bin kein Mediziner, aber ich vermute mal, dass auch schon eine Weile vorher eine Abtreibung immer darauf hinauslaufen wird, das Kind erst aus dem Mutterleib zu holen und dann umzubringen. Was will man sonst machen? Vergiften? Elektroschocken? Ohne die Mutter zu schädigen?

Interessant dabei ist neben der Tatsache, dass es damit offensichtlich auch um die Legalisierung postnataler Kindestötung geht, auch, dass der Herr Gouverneur selbst Arzt ist. Und so nebenher von einer Abtreibungs-Organisation, die Kliniken betreibt, eine Wahlkampfspende von zwei Millionen Dollar kassiert haben soll.
Nun, handelt es sich also um die Spinnerei eines korrupten Gouverneurs, der seinen Spendern einen Gefallen schuldet? Nein, das Ganze geht tiefer, denn es findet wirklich und ernsthaft in internationalen medizinischen Fachpublikationen eine Diskussion darüber statt, ob postnataler Mord überhaupt Mord ist. Das folgende Beispiel zweier australischer Autoren gibt einen kleinen Einblick in die Welt derer, die auch den Moment der Geburt nicht als Grenze zum Töten von Menschen sehen.

Übersetzt liest sich das hier dann so:

...die Autoren argumentieren, dass das, was wir als „Abtreibung nach der Geburt“ (Töten eines Neugeborenen) bezeichnen, in allen Fällen von Abtreibung zulässig sein sollte, auch wenn das Neugeborene nicht behindert ist.“

Hier versagt meine Hornhaut.
Ich habe sowieso rein aus dem Logischen heraus ein Problem mit der industriellen Tötung menschlichen Lebens. Ich kann mich nicht von den Gaskammern der Nazis angeekelt abwenden und dann über millionenfachen Massenmord durch eine ausgefeilte Tötungsindustrie nur die Schultern zucken. Und da helfen auch keine willkürlichen Festlegungen von Fristen etwas. Wenn bis zu einem bestimmten Tag ein Fötus abgetrieben werden darf, weil er nicht als Lebewesen mit Recht auf Leben betrachtet wird, warum ist er es dann einen Tag später? Was macht den Unterschied von einer Minute vor Mitternacht bis einer Minute nach Mitternacht aus, dass das Kind vorher getötet werden darf und nachher nicht mehr? Und das führt unweigerlich zu einem Gedankenspiel des Hin-und-Her.

Wie viele Stunden, Tage, Wochen kann man vor- oder zurückgehen? Wo kann man die Grenze hin verschieben? Was unterscheidet einen Fötus am 30. Tag seiner Entwicklung von einem am 31. Tag? Und sind alle Kinder immer gleich und alle Föten immer gleich entwickelt? Ist das Recht auf Leben wirklich an eine körperliche oder geistige Entwicklungsstufe zu binden? Und was ist mit Leben, das diese geistige Entwicklungsstufe nie überschreitet? Geistig schwer behindert zur Welt kommt? Kann man das dann wieder guten Mutes als „unwertes Leben“ deklarieren und entsorgen?

Was unterscheidet ein Baby, das auf Wunsch einer Mutter, die es tot sehen will, und das per Kaiserschnitt in diese Welt geholt wird, damit es hier getötet wird, von einem Baby, das durch Kaiserschnitt auf diese Welt kommt und diesen Moment überleben darf? Nur der Wunsch der Mutter? Ist es moralisch vertretbar, sich den Tod eines Menschen zu wünschen und dann das gottgleiche Recht zu besitzen, die Tötung sogleich durchführen zu lassen? Wo bleiben da die Menschenrechte?

Doch zurück zu dem Artikel in dem medizinischen Magazin.
Erstmal wird dort klargemacht, dass bereits die Möglichkeit einer psychischen Belastung für die Frau oder deren bereits lebende ältere Kinder (!) ausreichen soll, um ein Ungeborenes abzutreiben. Um sofort die Frage aufzuwerfen, ob die gleichen Argumente, die für das Töten eines menschlichen Fötus gelten, nicht auch konsequent auf das Töten eines neugeborenen Menschen angewandt werden können.
Interessant die Ausführung, dass ein nicht pränatal entdecktes Down-Syndrom dann eben dazu berechtigen soll, das Neugeborene nach Erkennen dieser Anomalie nachträglich abtreiben zu lassen. Unter den Nazis hieß das die Beseitigung „unwerten Lebens“; egal wie das heute verschwurbelt wird, es meint das Gleiche. Auch unter Hitler argumentierte man, es wäre das Beste für alle Betroffenen. Interessante Schuhe, in denen diese Leute da unterwegs sind.

Fußnote dazu: Es wird zwar statistisch argumentiert, dass es einen Prozentsatz an Down-Kindern gebe, die nicht während der Schwangerschaft erkannt wurden, aber an keiner Stelle die Möglichkeit in Betracht gezogen, dass es einen Prozentsatz an fälschlich diagnostizierten Behinderungen geben könnte und auch eine Kollateralmenge ganz normaler, gesunder und lebensfitter Föten einfach mal auf Verdacht abgetötet wurden. Ich kenne persönlich einen Fall, wo den Eltern nach einem Test nahegelegt wurde, das Kind entfernen zu lassen weil wahrscheinlich behindert, und die Eltern lehnten ab. Der Bube ist kerngesund zur Welt gekommen und besucht inzwischen ganz normal die Schule, und das sehr erfolgreich. Solche Fälle werden als Gegenargument nicht erwähnt, was ich erstaunlich finde für die Überlegungen angeblicher Akademiker. Nur das Für akzeptieren und das Wider ausblenden, hat mit Wissenschaft nun mal gar nichts gemein.

Doch zurück zur Verteidigungsschrift für die Kindstötung. Sie verteidigen dies damit, dass es nicht um das Leiden oder Glück des Menschen geht, über den da entschieden wird, sondern darum, dass eine Belastung für die Familie und für den Staat beseitigt werden muss. Eine Belastung, die nicht einmal zwingend da sein muss. Die Gefahr reicht schon.
Und um das Ganze ethisch zu begründen, holen sie den komplette Hammer raus. Festhalten, jetzt wird es hart: Man tut nur dann Unrecht mit dem Mord an einem Lebewesen, wenn dieses Lebewesen persönliche Ziele besitzt, die es erreichen will. Indem man ihm keine Chance gibt, diese Ziele zu erreichen, tut man Unrecht. Hat das Lebewesen aber noch keine eigenen Ziele, dann darf man es beseitigen und tut damit kein Unrecht. Weil das Kind noch nicht weiß, was es alles nicht erreichen wird können, wenn man es umbringt, darf man es töten.

Unappetitlich genug? Nein, einer geht noch. Denn nachdem sich die philosophische Betrachtung bis hierher auf Neugeborene mit schweren Behinderungen bezog, schlägt man jetzt den Bogen zum gesunden Kind. Man hat ja gerade eine tolle Begründung gefunden, die muss man jetzt nur konsequent anwenden:

Wenn der Tod eines Neugeborenen nicht zu Unrecht geschieht, weil es sich sich kein Ziel gesetzt hat, das es auch nicht erreichen kann, dann sollte es auch erlaubt sein, eine Abtreibung nach der Geburt auch bei einem gesunden Neugeborenen zu praktizieren, wenn es noch kein Ziel gebildet hat.“

Woran will man das erkennen? Soll es ein Ziel eindeutig formulieren können? Oder schriftlich niederlegen? Notariell beglaubigt? Wie weit muss das Ziel in der Zukunft liegen und wie konkret muss es sein? Reicht das Ziel, den nächsten Moment zu erleben, und den übernächsten auch, nicht aus? Wie wird das Vorhandensein eines Zieles getestet, welche Anforderungen werden an das Ziel gestellt? Und wo in der UNO-Deklaration der Menschenrechte steht geschrieben, dass nur der als Mensch zu gelten hat und das Grundrecht auf Leben einfordern darf, der wem auch immer wann auch immer welche Art von „Zielen“ auch immer darlegen kann?
Keine dieser Fragen kann beantwortet werden.
Daran erkennt man das eigentliche Übel: es handelt sich um Blabla, mit dem einzigen Ziel, ungestraft Kinder töten zu können. Weil sie das Verbrechen begangen haben, keine höheren Ziele formuliert zu haben als einfach leben zu wollen. Und dabei auch noch anderen Leuten zur Last fallen könnten. Das reicht diesen Leuten aus, um Massenmord zu rechtfertigen. Das Menschenrecht der Mutter auf einen gemütlichen Abend wiegt höher als das Menschenrecht des Neugeborenen auf Leben?!

Der sittliche Status eines Säuglings entspricht dem eines Fötus in dem Sinne, dass beiden die Eigenschaften fehlen, die es rechtfertigen, einem Individuum ein Recht auf Leben zuzuschreiben.“

Mein Gedankenspiel von weiter oben: Was unterscheidet den Fötus am 31. Tag von dem am 30. Tag? Und hier: Was unterscheidet den Fötus nach der Geburt von dem davor? Und was das lebende Kind am zehnten Tag von dem am neunten? Es ist ja immer noch das gleiche Kind.

Nur ein Mensch zu sein, ist an sich kein Grund, jemandem ein Recht auf Leben zuzuschreiben.“

Pff.
Niemand hat ein Recht auf Leben, nur weil er ein Mensch ist. Wenn das mal keine sportliche Aussage ist. Man nimmt die universellen Menschenrechte, und weil man diese wegen ihrer Universalität nicht verändern kann, biegt man einfach die darin verwendeten Begriffe darum.
Um als Mensch auch die Menschenrechte in Anspruch nehmen zu dürfen, gehört nach Ansicht dieser Mordpropagandisten also mehr dazu. Und das erreicht er, nach diesem Pamphlet, sicher nicht in den ersten Wochen nach der Geburt.
Womit auch schon ein erster Zeitrahmen sichtbar wird.
Wochen nach der Geburt. Im Zeitrum der pränatalen Depressionen einer Mutter; wohl der günstigste Zeitpunkt, um sie wichtige Entscheidungen über Leben und Tod fällen zu lassen.
Die wollen Säuglinge umbringen, auch wenn sie kerngesund sind, aber (und das wird im weiteren Text klar) einfach den Zielen und Vorstellungen anderer Menschen, die eben schon Ziele haben, auch wenn der Begriff nicht definiert wird, im Wege stehen könnten. Noch besser: es genügt, wenn der Mutter später einfällt, nein das will ich nicht, ihm also den Status „zukünftiges Leben“ einfach entzieht.
Da kann man dann wohl zur Geburtsklinik hingehen, denen das schreiende Bündel in die Hand drücken, sagen: „Das hat für mich kein zukünftiges Leben mehr, hier ist meine Reklamation, macht das mal weg!“, und dann ist alles gut. Ist kein Mord, das Kleine hatte noch keine Ziele formuliert. Wie auch immer Ziele definiert sind. Denn der Knackpunkt bleibt, dass hier Anforderungen gestellt, aber nicht definiert werden. So dass sogar das Erfüllen der Anforderungen willkürlich ausgelegt werden kann.
Was am Ende jeden Zeithorizont auflöst und die Tür aufstößt zum Kindesmord bis – ja, wann eigentlich? Was unterscheidet ein Kind mit acht Wochen von einem mit acht Wochen und einem Tag?

Da ja, nach der Logik der Mordverherrlicher, einem Kind schon deshalb kein Schaden entsteht, weil es gar nicht begreift, dass ihm ein Schaden entsteht (ohne sagen zu können, wann denn dieses Begreifen nun einsetzt und woran man es zweifelsfrei erkennen oder ausschließen kann), folgt daraus, wenn man den Pfad dieser kranken Logik ein wenig weitertrampelt, dass sowieso niemandem ein Schaden dadurch entsteht, wenn man ihn tötet, weil jeder Mensch, der tot ist, nicht mehr begreifen kann, dass ihm gerade ein Schaden zugefügt wurde.
Der Haken an dieser Büchse der Pandora ist nämlich der: Wenn man einmal einen Grund gefunden hat, einen Menschen auch nach seiner Geburt aus niederen Gründen wie persönlicher Bequemlichkeit zu töten, dann lässt sich da irgendwann keine Grenze mehr ziehen. Sieht man ja an dieser ganzen Diskussion: Als man einmal gesagt hat, okay, Abtreibung, das geht, aber nur bis zu dieser oder jener Schwangerschaftswoche und nur unter diesen und jenen Bedingungen, da setzte bereits der Kampf um das Verschieben der Grenzen ein.

Auch Euthanasie ist damit erlaubt. Der Satz „Ich habe keine Ziele mehr“ aus dem Mund eines kranken alten Menschen reicht ja nach der obigen Begründung vollkommen aus, um den Stecker zu ziehen. Hat sich gerade als Person aufgegeben und formuliert, dass kein Schaden mehr entsteht, und auch noch welcher vermieden werden kann, nämlich für die Familie, die den Kranken ständig besuchen muss und die Versicherung, die die teuren Infusionen zahlt.
Wie war das?
Nur ein Mensch zu sein, ist an sich kein Grund, jemandem ein Recht auf Leben zuzuschreiben.“

Ich lasse es jetzt mal gut sein, hat mich eh schon genug Zeit und Nerven gekostet. Mir schmeckt heute kein Essen mehr.

Das wirklich Besondere aber: Während man sich geradezu episch den Arsch aufreißt, um junge sportliche Glücksritter aus Vorderasien und Zentralafrika zu „Schutzbedürftigen“ zu erklären, denen jede Form der zärtlichsten Zuneigung zusteht, hört man nicht einmal den leisesten Aufschrei gegen das Bestreben der z.B. von Demokraten in den USA tatkräftig unterstützten Kreise, nicht nur Föten bis zur Geburt sondern auch Neugeborene und Kleinkinder kaltblütig umzubringen. Die wirklich und wahrhaftig Schutzlosen und Schutzbedürftigen werden von diesen Leuten kaltschnäuzig gekeult und in den Müll geworfen, weil sie noch nicht in der Lage sind, eindeutig zu formulieren, wie ihr Lebensplan aussieht.

Man darf niemals vergessen: Das Vertrauen seiner Partei hat dieser Gouverneur verloren und seine Wahl wäre gefährdet gewesen, weil er sich wahrscheinlich vor 34 Jahren für ein Klassenbuchfoto das Gesicht schwarz angemalt hat, aber nicht, keine Sekunde lang, weil er für die Tötung von Föten bis zum Moment der Geburt und damit in weiterer Folge die Tötung von Kleinkindern eintritt.

Man kann sich vorstellen, wohin der nächste Schritt jener Gestalten gehen wird, die sich jetzt schon in Deutschland für den Fötenmord bis zum Moment vor der Geburt stark machen. Das Nächste wird der postnatale Mord.
Wo ist dann die nächste Grenze?
Bis zum Ende der Mütterkarenz?
Bis zur Einschulung?
Oder bis zum Zeitpunkt des religiösen Bekenntnisses?

Wer diese politische Richtung unterstützt und solche Politiker wählt, wählt Menschenfeinde, denn sie befürworten den Mord an Kindern. Das sollte inzwischen jedem klar sein.

Kommentare:

Gerd Franken hat gesagt…

Ich unterschreibe diesen Artikel, und das nicht nur weil ich katholischer Christ bin. Sie stellen einige Fragen die es zu beantworten gilt. Allerdings verweise ich auf den Stifter unserer Religion, der gesagt hat: "Sie haben Ohren und hören nicht, sie haben Augen und sehen nicht." Dieses Geheimnis lässt sich nicht so ohne weiteres ergründen und Jesus gibt auch keine Erklärung darüber ab, warum das so ist. Was wir haben ist die Waffe der Wahrheit und die Waffe der Aufklärung. Schießen wir dauerhaft und präzise. Danke für diesen Artikel.

Frolleinwunder hat gesagt…

Dank für diesen Artikel, ganz herzlichen Dank. Ganz besonders dafür, dass Sie erwähnen, dass es eine Vielzahl von "Fehldiagnosen" bezüglich schwerer Behinderungen gibt, die sich nach der Geburt nicht bestätigen. Wobei sich die Frage anschließt, mit welcher Berechtigung die Diagnose Trisomie21 schon jetzt ermöglicht, ein Kind bis zur Geburt zu töten! Jeder, der Menschen mit Trisomie21 kennt, wird bestätigen, dass diese Menschen wirkliche Sonnenscheine sind.
Etwas Wasser in den Wein: das Problem der "Euthanasie" ist keins des Dritten Reiches allein; diese Problematik wurde bereits weit früher und im ganzen westlichen Kuturkreis, sofern man das noch so bezeichnen mag, dikutiert und kam maßgeblich aus den USA. Es soll auch sehr aufschlussreiche PArteitagsprotokolle der SPD um 1920 dazu geben.