„Ich bin ein überzeugter und konsequenter Kritiker des Parteien-Parlamentarismus und Anhänger eines Systems, bei dem wahre Volksvertreter unabhängig von ihrer Parteizugehörigkeit gewählt werden.“
Alexander Issajewitsch Solschenizyn, 2007

Mittwoch, 12. April 2017

Viel Lärm um Nichts



Großes Gedöns beim steirischen bfi, alle religiösen Symbole sind für alle Angestellten tabu und damit auch das Kopftuch – und die Arbeiterkammer sabotiert erwartungsgemäß und im Sinne einer Trainerin, die sich weder durch ihre Person noch durch ihre Fähigkeiten sondern nur durch ihre Religion definieren kann, was sie meines Erachtens nach für den Job disqualifiziert.

Was bei einem Kreuz um den Hals absolut durchsetzbar ist, ist beim Kopftuch nicht machbar, EUGH hin oder her. Da muss nochmal ein Rechtsgutachten her, das die AK von ihrem Wunschgutachter erstellen lässt, womit das Ergebnis klar sein dürfte.

Für was gibt es eigentlich Urteile des EUGH und Dienstanweisungen des Arbeitgebers, wenn diese diesem Urteil eindeutig folgen? Wer ist hier eigentlich noch für die Rechtssprechung zuständig, Gerichtshöfe oder Gutachter der Arbeiterkammer? Für was wird überhaupt eine Dienstanweisung herausgegeben, wenn in der eigenen Familie (zur Verwandtschaft von AK und bfi muss ich wohl nichts mehr sagen) in eine andere Richtung entschieden wird und Gerichtsurteile nur dann akzeptiert , wenn sie in den eigenen Kram passen? Was bleibt denn da übrig, als viel Lärm um nichts….

Noch mehr gute Freunde



Großkonzerne mit Billigproduktionsstandorten in der Türkei wanzen sich an Erdogan an. Naja, mit Diktatoren und Faschisten hatten Großkonzerne noch nie ein Problem.
Aber vielleicht sollte man sich die Liste einfach merken:

Nestlé
Novartis
Sanofi
Axa
Danone
BNP Paribas
Glaxo Smith Kline
Vodafone
Unilever
Ford
General Electric
Fiat Chrysler
Sberbank
Toyota
Samsung
Hyundai

Und ich habe mir gerade ein Samsung-Handy gekauft.
Naja, wird dann wohl das letzte dieser Marke gewesen sein.

Gute Freunde



Erst legt man sich mit den Hunden ins Bett, jetzt jammert man über die Flöhe.
Erst bekräftigt man die Hetze gegen die einzige wirkliche Oppositionspartei in Deutschland mit billigem Aktionismus a la „Kein Kölsch für Nazis!“ und dann jammert man, weil zum AfD-Parteitag die verbündeten antifaschistischen Kämpfer für ein oppositionsfreies rautengekränztes Einheitsregime zum mutigen Kampf gegen die Realität aufmarschieren und dabei mutmaßlich alles Herumstehende als Wurfgeschoss im Namen der Toleranz und Liebe verwenden. 

Vielleicht erlebt der Eine oder Andere auch noch ein klassenkämpferisches Entglasen seines Ladens. Aber da möge bitte kein Jammern ertönen, denn immerhin geschieht das nur im heldenhaften Kampf gegen die bösen Rechten von der AfD, denen ihr selbst ja auch jede Bewirtung zu versagen wünscht. Wer Wind sät, der darf nicht mit Mitgefühl rechnet, wenn der Sturm über ihn hinwegfegt.

Tja, man sollte sich seine Freunde aussuchen.

Ehre wem Ehre gebührt



Dass die Prediger des Wassers selbst die größten Weinsäufer sind ist ja nun keine wirklich neue Erkenntnis. Aber welch skurrile Formen die Intoleranz der Toleranzprediger und die Diskriminierung der Antidiskriminierungskämpfer annehmen können, das hat schon wieder was von Situationskomik.

In Berlin, jener tollen bunten Stadt, in der vor Allem die Farbe Rot dominiert, egal ob auf den Fahnen der Regierungsparteien, in den Büchern des Finanzsenators oder auf den Bordsteinen nach einer bereichernden Einzeltat, wird jetzt klare Kante gegen rächts gezeigt. Man wirft einfach einen alten Politiker aus dem Ehrenamt, weil der es gewagt hat, auf seine alten Tage der falschen Partei beizutreten und sich somit mit dem stinkenden Ruch der Parias zu besudeln.

„Der SPD-Bezirksverordnete Marc Schulte begründet den Schritt damit, es sei für die SPD nicht hinnehmbar, daß „Mitglieder einer sich selbst als rechtspopulistisch bezeichnenden Partei Migrantinnen und Migranten oder Mitgliedern der LGBT-Community zum runden Geburtstag gratulieren“.“

Der ist gut, ich meine, ehrlich, der ist wirklich gut! Wo bezeichnet sich die AfD bitte „selbst“ als „rechtspopulistisch“? In jedem Medienartikel, in jeder Meldung, bei jedem Furz der einem solchen Pavian entfleucht wird der Name „AfD“ ausschließlich mit einem ekelverzerrt ausgespuckten „rechtspopulistisch“ verkoppelt, und dann begründen sie ihre hinterfotzigen Intrigen und Gemeinheiten gegen einfache AfD-Parteimitglieder ausgerechnet damit, diese würde sich ja selbst so titulieren?

Wie dreist ist das denn?

„Auch SPD-Fraktionschef Holger Wuttig rechtfertigt die Entscheidung. Die AfD kündige in der BVV „den gesellschaftspolitischen Grundkonsens für eine bunte, vielfältige Stadt, die alle mit einschließt“, auf.“

Ach was. Dann schaut euch mal an, welche gesellschaftlichen Grundkonsense von eurer Schwarzraute und ihren roten Speichelleckern aufgekündígt wurden. Wie der, dass die Exekutive dem Schutz der Bevölkerung zu dienen hat und der Schutz nach außen und innen eine Kernaufgabe des Staates ist. Aufgekündigt. Das Einhalten des Völkerrechts auch im Hinblick auf das eigene Volk. Aufgekündigt. Das Einhalten des eigenen Grundgesetzes und der eigenen demokratischen Spielregeln. Aufgekündigt. Es war Grundkonsens, dass Gesetze nur vom Parlament beschlossen werden können und die Regierung sich an diese zu halten hat. Aufgekündigt.

Und die machen hier einen auf Moralapostel? Und stinken einen Rentner an, der sich ehrenamtlich im Bezirk engagiert hat? Weil er in einer anderen Partei ist als sie selbst?
Ach ja, die bunte Stadt. Rot plus Grün gleich Braun.

Ich würde mir sowieso verbitten, dass irgend so ein Politikerfuzzi, dem ich sein Leben mit meinen arbeitslebenslänglichen Zwangsabgaben durchfinanziert habe, mich zu meinem Geburtstag belästigt. Und AfD-ler sollten sich nicht zu Gratis-Nutten der rotgrünbraunen Herrscherkaste machen und lieber solche „Ehrenämter“ unter solchen ehrlosen Obertanen sofort niederlegen. Ehre nur, wem Ehre gebührt.

Dienstag, 11. April 2017

Ein durchaus interessante Theorie

 von LePenseur


... stellt "The Saker" auf "The Unz Review" bezüglich der jüngsten Geschehnisse in Syrien auf:
I don’t think that anybody seriously believes that Assad or anybody else in the Syrian government really ordered a chemical weapons attack on anybody. To believe that it would require you to find the following sequence logical: first, Assad pretty much wins the war against Daesh which is in full retreat. Then, the US declares that overthrowing Assad is not a priority anymore (up to here this is all factual and true). Then, Assad decides to use weapons he does not have. He decides to bomb a location with no military value, but with lots of kids and cameras. Then, when the Russians demand a full investigation, the Americans strike as fast as they can before this idea gets any support. And now the Americans are probing a possible Russian role in this so-called attack. Frankly, if you believe any of that, you should immediately stop reading and go back to watching TV. For the rest of us, there are three options:
  1. a classical US-executed false flag
  2. a Syrian strike on a location which happened to be storing some kind of gas, possibly chlorine, but most definitely not sarin. This option requires you to believe in coincidences. I don’t. Unless,
  3. the US fed bad intelligence to the Syrians and got them to bomb a location where the US knew that toxic gas was stored.

What is evident is that the Syrians did not drop chemical weapons from their aircraft and that no chemical gas was ever stored at the al-Shayrat airbase. There is no footage showing any munitions or containers which would have delivered the toxic gas. As for US and other radar recordings, all they can show is that an aircraft was in the sky, its heading, altitude and speed. There is no way to distinguish a chemical munition or a chemical attack by means of radar.
Bevor jetzt wieder die ganze Transatlantiker-Riege ausrückt: nein, das heißt nicht, daß es so gewesen sein muß und so werden wird, aber daß diese Darstellung ein hohes Maß an Plausibilität für sich hat. 

Leider.


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P.S.: der Artikel ist ebenso interessant wie lang. Das ist in Zeiten von Twitter & Co. natürlich eine gewisse Herausforderung. Und wenngleich ich (wenigstens derzeit noch) nicht den tiefen Pessimismus des Autors bezüglich der weiteren Präsidentschaft Trumps teile, kann ich nach Trumps letzten Aktinoen meine Besorgnis nicht verhehlen. Wenn The Saker schreibt:
Let me be clear he: if pushed into a corner the Russian will fight, even if that means nuclear war. I have said this over and over again, there are two differences between the Americans and the Russians
  1. The Russians are afraid of war. The Americans are not.
  2. The Russians are ready for war. The Americans are not.
The problem is that every sign of Russian caution and every Russian attempt to de-escalate the situation (be it in the Ukraine, with Turkey or in Syria) has always been interpreted by the West as a sign of weakness. This is what happens when there is a clash between a culture which places a premium on boasting and threatening and one which believes in diplomacy and negotiations.
... so ist das für mich ein worst-case-scenario, von dem ich uns allen wünsche, daß es nicht eintreten möge. Doch wenn ich gerade die Meldung lese:
Nachdem US- Präsident Donald Trump zuletzt mit einem Alleingang gegen Nordkorea gedroht hatte , wenn China im Konflikt um das nordkoreanische Atomprogramm nicht den Druck auf das Regime von Diktator Kim Jong Un erhöht, hat die chinesische Führung nun offenbar 150.000 Soldaten an die Grenze zu Nordkorea verlegt. Das berichtet die südkoreanische Tageszeitung "Chosun" auf ihrer Website.
(Hier weiterlesen)
... dann fällt mir gerade ein berühmtes Zitat aus dem Film "All about Eve" ein:

Fasten your seatbelts, it's going to be a bumpy ride!



P.P.S.: Filmpuristen mögen verzeihen, daß ich die gängige Falschzitation "ride" (statt "night") verwendete. Sie trifft sie Sache allerdings besser ...

Das Nasse wollten sie treffen



Komisch. Die Amerikaner haben in Syrien angeblich extra danebengeschossen (wir kennen die gute alte Grundregel: Wenn etwas ein offensichtlicher Schlag ins Wasser war, musst du beteuern, genau das Nasse treffen zu wollen) weil auf dem Stützpunkt ja Chemiewaffen hätten gelagert gewesen sein können. Hätte hätte Fahrradkette.

Erstens: wenn der ernsthafte Verdacht bestanden hätte, dass dort Chemiewaffen lagern die freigesetzt werden könnten, wäre ein Bombardement ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Das zielgenaue Arbeiten der High-Tech-Waffen sieht man ja daran, dass gerade mal die Hälfte der abgeschossenen Marschflugkörper überhaupt das Ziel erreicht haben.

Zweitens: Wenn also hätte gewesen sein können, warum wird dann die Möglichkeit, dass Assads Truppen einen Stützpunkt der Terroristen bombardiert haben, wo die Giftgas gelagert haben, nicht einmal angedacht bzw. kaltschnäuzig vom Tisch gewischt?

Drittens: Warum wird nicht ein einziges Mal hinterfragt, woher die Amerikaner die Informationen haben wollen? Denn bis jetzt hört man nur Konjunktive und „Mutmaßlichkeiten“. Weil mein Nachbar vielleicht ein Cyberkrimineller sein könnte, immerhin hat er einen neuen Laptop, kann man ihn ja auch nicht vorbeugend liquidieren, oder? Wag the dog…

Viertens: Warum sollte Assad dort Giftgas haben und es auch noch einsetzen, wenn es ihm in jedem Fall schaden und seinen Feinden nur nutzen würde? Und warum setzt er es angeblich immer genau dann ein, wenn es den Amerikanern und den Terroristen in den Kram passt? Das ist doch rational nicht argumentierbar.

Ach ja, ein Schmankerl steckt da noch in dem Artikel, ich meine außer der dreisten Behauptung, es wäre einfach so wie das Pentagon (mit welcher Quelle?) behauptet (das zum Thema erzwungener Quellenrecherche und Wahrheitsüberprüfung auch durch private Blogger, für Kaufmedien gilt das scheinbar nicht, die können alles unhinterfragt verbreiten), wird auch noch vermeldet:

„Laut der Beobachtungsstelle für Menschenrechte wurde die Basis einen Tag nach dem US-Angriff wieder benutzt.“

Mal ganz davon abgesehen, dass aus der syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte inzwischen schon die Beobachtungsstelle für Menschenrechte wurde, also scheinbar der einzigen wirklich wahren, wird einmal mehr nicht erwähnt, es dabei mit einer Ein-Personen-Organisation zu tun zu haben, die das Einhalten der Menschenrechte inzwischen scheinbar weltweit aus einem mittelenglischen Reihenhausfenster beobachtet. Und nebenher eine Person ist, die ihren glühenden Hass auf Assad ebenso offen kommuniziert wie eine bereits nachweislich recht lange Liste an Falschmeldungen und Tatsachenverdrehungen.

Man schreibt mal wieder vollkommen unreflektiert offizielle Pressemeldungen von Propagandaschleudern ab, deren Unseriosität bereits mehrfach eindeutig nachgewiesen wurde, ohne zumindest darauf hinzuweisen, dass die Quelle fragwürdig sei. Und das gilt für das „Hussein hat Massenvernichtungswaffen!“-Pentagon ebenso wie für die „Assad lässt Babys in Brutkästen ermorden!“-„Beobachtungsstelle“.

Liebe Medien, so geht FAKE NEWS. Würden die Gesetze gegen das Verbreiten von Faschmeldungen auch für Verlagshäuser greifen, müsste man um die nur noch einen Stacheldrahtzaun ziehen und die Fenster vergittern, dann spart man sich den teuren Transfer in den Knast.