„Ich bin ein überzeugter und konsequenter Kritiker des Parteien-Parlamentarismus und Anhänger eines Systems, bei dem wahre Volksvertreter unabhängig von ihrer Parteizugehörigkeit gewählt werden.“
Alexander Issajewitsch Solschenizyn, 2007

Dienstag, 3. Juli 2018

Die Wahrheit darf man nie sagen ...

von LePenseur



 Nicht einmal als Botschafter, nicht einmal in einem internen, vertraulichen Memo an den Präsidenten des eigenen Landes:
Frankreichs Botschafter in Ungarn bezeichnete in einem vertraulichen Memo den Umgang der Regierung von Viktor Orbán mit Migranten als modellhaft. Präsident Emmanuel Macron äußerte sich eindeutig – und zog Konsequenzen.

Nach positiven Äußerungen über die Einwanderungspolitik von Ungarns Minister-präsident Viktor Orbán muss der französische Botschafter in Budapest seinen Posten räumen. Präsident Emmanuel Macron ersetzt Eric Fournier durch Pascale Andreani, wie aus dem französischen Amtsblatt hervorgeht.

Fournier war unter Druck geraten, nachdem die Investigativ-Website Mediapart ein an Macrons Büro adressiertes vertrauliches Memo veröffentlichte, in dem der Botschafter Ungarns Umgang mit Migranten als modellhaft lobte.

Zugleich schrieb Fournier darin, französische Medien versuchten mit Antisemitismus-Vorwürfen gegen Ungarn vom „wahren Antisemitismus“ der „Muslime in Frankreich und Deutschland“ abzulenken. Populismusvorwürfe gegen Orbán seien von den Medien konstruiert.
Nun war es ja nicht so, daß Frankreichs Botschafter mit seiner von den Vorurteilen seines Präsidenten abweichenden Meinung an die Öffentlichkeit gegangen wäre — das wäre natürlich eine Illoyalität, die zu Konsequenzen führt. Wenn aber ein Präsident jemanden, der ihm (!) in einem vertraulichen Memo eine andere Sichtweise von Sachverhalten präsentiert, deshalb entläßt, weil dieses Memo von irgendeiner Enthüllungsplattform geleakt wurde, dann ist er — pardon l'expression — einfach ein charakterloses egozentrisches Arschloch mit Diktatoren-Allüren.

Ich habe Macron zwar immer für ein solches gehalten — und doch freut es einen nicht, diese Meinung immer wieder aufs Neue bestätigt zu bekommen ...



Loge, Mono wie Dia

Gestern früh in einem Münchener Tagungsraum:
„Horstl, hast du dir schonmal überlegt, zu kündigen?“
„Wieso, wenn die Alte mich los werden will, muss sie mich schon feuern!“

Gestern mittag in einem Berliner Kaufhaus nahe dem Kanzleramt:
„Guten Tag!“
„Tach!“
„Kann ich Ihnen helfen?“
„Ach, ich guck nur wegen flauschige Socken!“
„Flauschige Socken?“
„Ja, ich krieg sonst kalte Füße beim Zubettgehen.“
„Ach das kenn‘ ich, deshalb habe ich einen Bettvorleger.“
„Ja, ich ja auch, aber der hat geßagt er will kündigen!“

Gestern abend in einem Berliner Politikerdomizil:
„Du Angie, hast du dir auch die Füße gewaschen?“
„Nee, Hotte, aber ich habe neue Socken! Echt flauschig!“
„Warte, ich leg mich hin…. Ohhh…. Ahhhh…….guuuuut!“

***
Neulich in einem Autosalon:
„Dies ist unser neues Modell „Juncker EU 2000“. Wir haben uns freiwillig verpflichtet, dafür zu sorgen, dass bei der Durchsicht nicht geschummelt wird und alle unsere Werkstätten haben zugestimmt, auf freiwilliger Basis nicht zu bescheißen!“
„Gut, den nehme ich gleich mit. Ich werde meiner Bank empfehlen, auf freiwilliger Basis darüber zu reden, eventuell zu bezahlen!“


Neulich in einem Reisebüro:
„Sensationelles Angebot, Sie sparen sich einen Flug!
Zwei Wochen Tunesien, Hinflug, Badeurlaub und am letzten Tag eine Abenteuerfahrt mit einem Schlauchboot...“


Neulich in einem Wohnzimmer:
„Schatzi, muss es wirklich sein, dass wir nur Ökostrom verwenden?“
„Sei still und tritt weiter!“


Aus Merkels nächster Regierungserklärung:
„Niemand hat die Absicht, mehr Migration zu ermöglichen!“

Montag, 2. Juli 2018

Nach der »Logik« der Waffenverbots-Fans

von LePenseur


... müßte Privatpersonen jetzt eigentlich der Besitz von Messern verboten werden:

Mann sticht Kinder bei Geburtstagsfeier nieder

In den USA hat ein Mann neun Menschen bei einem Kindergeburtstag teils lebens-gefährlich verletzt, unter den Opfern sind sechs Kinder.
(Hier weiterlesen)
Aber wer wird bei Waffengverbots-Fans schon Logik annehmen können ...



Fußball-WM? A matte Sach'!

von LePenseur



Daß Drehhofer seinem Namen mit ein- & rückwärts-gesprungenen Rücktrittspirouetten wieder mal alle Ehre macht, fällt ja fast unter Routine und Kleinigkeiten!

In der wirklichen Königsdisziplin aller Sportarten übt sich doch derzeit die CSU insgesamt! Es geht um den Rekordversuch, Mutti so weit wie nur möglich hinten reinzukriegen, und trotzdem nicht zu stinken ...


Mitternachtssonne muß ungesund sein!

von LePenseur


Wenigstens legt das folgender Artikel nahe:

Schweden: Handyapp als Beweis für freiwilligen Sex

Eine schwedische Anwaltskanzlei sorgt mit einer Handyapp, die Freiwilligkeit beim Sex bezeugen soll, für Wut. Die App wurde anlässlich des am Sonntag (1. Juli) in Kraft getretenen Einverständnisgesetzes lanciert.
(Hier weiterlesen)
Entlarvend die wütenden Reaktionen!
Sowohl Politiker der für das Gesetz federführenden, sich als feministisch bezeichnenden rotgrünen Regierung als auch feministische Gruppen lehnen die App ab. „Was für ein Scheiß ist das? Glaubt ihr, dass das Einverständnis eine Art Witz ist? Es ist so furchterregend eklig mit der Verletzlichkeit von Frauen Geld zu verdienen“, bringt etwa eine 27-jährige Schwedin auf der Kommentarseite der App die Kritik auf den Punkt.

Auch im öffentlich-rechtlichen Radio Schwedens kritisieren Feministinnen die App scharf. Diese würde Männern ja einen Freibrief geben, so bald die Frau unterzeichnet hat. Eine Person müsse sich jederzeit dem Sex entziehen können, nicht nur vor Beginn sondern auch wenn man schon dabei ist, argumentieren sie.
»Furchterregend ekelig« ist nicht die Handy-App, sondern offenbar der Standpunkt feminazistischer Krampfhennen, die mit der Kriminalisierung der Männer sich jederzeit ein Körberlgeld verdienen können möchten: zuerst geht frau mit einem ins Bett, und dann kann frau ihn nach Belieben mit Vergewaltigungslügen erpressen ...

Kommentarposter Naserwas hat allerdings noch einen viel besseren Vorschlag für die Sache — Schweden, aufgepaßt!
Ich würde ja ein fünfseitiges Formular in dreifacher Durchschrift empfehlen. Mit dem Smartphone einscannen, der Bürgermeister und der Imam bekommt dies via E-Mail zur sofortigen Prüfung. Der Gemeindesekretär schickt dieses unverzüglich an das Parlament weiter(Telefonnummer aller Einwilligenden obligat). Die Originale bitte im nächsten Anwaltsbüro bzw. Notariat hinterlegen. Bei wirklich nachhaltigem Verlangen sollte eine Wartezeit von zehn Wochen kein Problem sein und es kann los gehen.
Glück auf!
Chapeau! Touché!


Splitter zum Wochenbeginn

In Wien sind 80.000 Menschen gegen den Zwölf-Stunden-Tag auf die Straße gegangen. Hoffentlich haben sie Erfolg, denn der Vierundzwanzig-Stunden-Tag hat sich bewährt.


Gegen Zwölf-Stunden-Dienste unter Kurz gehen ab sofort die ÖBB in den Streik. Zwölf-Stunden-Dienste unter Gusenbauer, Faymann oder Kern waren anscheinend nicht ganz so lang.


In Augsburg marschierten die aufrechten Untertanen gegen die Majestätsbeleidiger der AfD auf. Diese Stadt ist berühmt dafür, dass man die Fäden sieht, an denen jemand hängt.


Wenn die Redner laut den Qualitätsmedien nicht reden, diskutieren und darlegen, sondern poltern, drohen und giften, muss es sich um eine AfD-Veranstaltung handeln.


Rechte demonstrieren gegen die Politik der Linken. Linke protestieren gegen Rechte. Man sieht, wer sachlich agiert und wer emotional.


Wenn immer mehr Leute „Rechtsaußen“ als das kleinere Übel betrachten, sollten die Linken mal darüber nachdenken, was sie falsch gemacht haben.


Sozialisten lieben nicht die Armen, sondern sie hassen die Reichen. Deshalb glauben sie auch, andere würden in gleichen Bahnen denken, und deklarieren Heimatliebe zu Fremdenhass.


Wenn sich progressive Linke auf historisch gewachsene Werte berufen und den Konservativen vorwerfen, sie wollten diese gewachsenen Werte zerstören, dann ist das ein untrügliches Zeichen, dass bei den Linken das Ende der argumentativen Fahnenstange erreicht ist.


Die Osteuropäer behaupten, niemals die Zusage zu einem Rücknahmeabkommen gegeben zu haben. Merkel hat da alternative Fakten, und die sind alternativlos für ihren Verbleib an der Macht.


Seit der letzten Sonnwendfeier werden auch Merkels Tage immer kürzer.


Neulich bei der Fußball-WM, Freistoß in Tornähe: „Die Mauer muss weg!“


Wenn der, der nachgibt, glaubt, der Klügere zu sein, ist er am Ende der Dumme.


Und zum Thema „radikale Rechte“ am Ende noch ein Zitat von Ralf Poehling, gefunden in einem Kommentar bei Tichy:
„Wenn man aufhört, uns permanent als „Menschenfresser“ zu diskreditieren und auch davon ablässt, unsere Parteibüros zu demolieren und die Autos unserer Parteimitglieder nicht mehr abfackelt, kann man zu einem freundlicheren Ton zurückkehren. Es sind nicht wir, die die Situation haben eskalieren lassen.“

Sonntag, 1. Juli 2018

Der mit dem Feuer spielt

von LePenseur


... ist Innenminister Herbert Kickl. Wenigstens meint das DiePresse, näherhin ihr Chefredakteur Rainer Nowak:
Innenminister Kickl ließ im ORF-"Report" erkennen, dass er ein Problem mit investi-gativem Journalismus hat. Eine Klarstellung unsererseits: Hausdurchsuchungen in Redaktionen oder Ermittlungen gegen Journalisten würden wir nicht akzeptieren.
Markige Worte! Offenbar ist die »Rotfront zur Befreiung Österreichs« (von Türkis-Blau) jetzt auch um DiePresse erweitert worden. Unter Rainer Nowak ist dieses einstige Qualitätsblatt derart nach links gerückt, daß es eigentlich schon den »Standard« fast gemäßigt aussehen läßt. Thomas Chorherr ist gewissermaßen gerade noch rechtzeitig gestorben: die endgültige Umfunktionierung »seiner« Zeitung zu einem linken Propagandablattl mußte er doch nicht mehr miterleben.

Nein, wertester Herr Chefredakteur! Nicht Innenminister Kickl hat »ein Problem mit investigativem Journalismus«, sondern dieser vorgeblich »investigative« Journalismus hat ein Problem mit einer Reihe von Gesetzen (bspw. solchen, die aus guten Gründen bestimmte Materien einer vertraulichen Behandlung vorbehalten) und ein noch viel größeres Problem mit seiner Standesethik: denn was da gegen Kickl von unseren Linksmedien aufgeführt wird, spricht jeglicher Objektivität, Sachlichkeit und Unabhängigkeit Hohn.

Vielleicht muß man es ja unseren Medienfuzzis einmal erklären: sie sind für Information zuständig, und nicht für mediale Hetze mit Halbwahrheiten. Natürlich können Vorgänge aus unterschiedlichen Blickwinkeln unterschiedlich gesehen werden — aber die Einrichtung einer Meinungs-Einheitsfront von zwangsfinanziertem Rotfunk (der angesichts des gehässigen Anrotzens von Türkis-Blau längst in »Rotzfunk« umbenannt gehörte) mit durch Inserate und »Presseförderung« bestochenen Printmedien ist da doch etwas völlig anderes. Aber Nowak geht noch einen Schritt weiter. Zum Schluß seiner Suada bellt er markig:
Eine Hausdurchsuchung in einer Redaktion oder Ermittlungen gegen investigative Journalisten wird es nicht geben. Das würden wir niemals akzeptieren. Das ist Österreich.
Nö, Herr Chefredakteur: das ist nicht Österreich — das ist Bananenrepublik! Und zwar nicht die Ermittlungen, sondern die präpotente Attitüde eines Medienfuzzis: »Wir stehen über der Justiz, über dem Rechtsstaat — leckt's uns am Arsch!«

Nein, in einem Rechtsstat steht keiner über den Gesetzen — und wenn Sie und Ihresgleichen noch so verblasene Vorstellung von »l'information c'est Moi!« haben: Sie sind keineswegs eximiert von der Verfolgung strafbarer Handlungen, die Sie begingen im Zuge Ihres  vorgeblich so »investigativen Journalismus«, der nur schon längst dazu übergegangen ist, mediale Femegerichtsbarkeit — man könnte auch Medienpogrome daz sagen — zu inszenieren.

Die Leserkommentare lassen erkennen, daß Rainer Nowak zwar seine linken Kollegen von Kurier, News, Profil (& Consorten) hinter sich wissen mag — aber längst nicht mehr seine Leser, wie schon ein kurzer Überblick verrät:
Warum ermitteln die Investigativen nicht in der Affäre Silberstein, beim Wechsel von Schieders Lebensgefährtin zu Siemens, beim Krankenhausfiasko in Wien, warum die Schulden in Wien in den letzten 3 Jahren so stark gestiegen sind, die Rolle von SPÖ- Mann Gridling im BVT Skandal, im Fall des gestohlenen Tagebuchs einer Staats-anwältin, warum das Wiener Verwaltungsgericht keine Gefahr im Verzug bei den Moscheen sieht,welche Beamten Falter und Profil geheime Akten zuspielen und warum, wer die Reisen für die Betriebsräte nach Wien bezahlt hat, wie die SPÖ Bundespartei ihre Schulden los geworden ist, warum die Pilz-Partei nicht weiß, wo die 2,5 Mio Förderung geblieben sind, warum Pilz am Tag seiner Verhandlung einen Schwächeanfall hatte, warum Kern gegen den Plan A demonstriert, woher die Morddrohungen gegen Kanzler Kurz kommen, die Rolle der NGOs vor der libyschen Küste, Darabos Rolle im Eurofighter Skandal, warum Doszkozil ins Burgenland musste, wie die Stadt Wien ATIP unterstützt, warum die Türkei in Österreich spioniert, welchen Einfluss die AKP auf türkische Staatsbürger in Österreich hat, warum die CIA gegen Altkanzler ermittelt, wie NOVOMATIC Grüne anwirbt usw.

Das würde mich mehr interessieren, als die Pferde, die Kickl kaufen will, Facebook-Einträge von GrünInnen, Wortspenden von EX-Politikern, Symbolfotos von Spezial-einheiten, oder Fotostrecken vom 1.Mai. Warum werden diese Themen nicht bearbeitet?
 Oder:
Parteipolitisch initiierte Agitation als investigativen Journalismus zu bezeichnen ist schon gewagt...

Hausdurchsuchungen im Bereich der Medien sind natürlich kritischer zu hinterfragen als in anderen Bereichen, aber Pressefreiheit kann auch kein Freibrief für gerichtlich strafbare Handlungen sein.  
Oder:
Her Novak - ich bin auch für die Pressefreiheit und die sollte über allem anderen stehen.
Aber dann bitte sagen Sie auch den parteipolitisch motivierten Wadlbeissern in Ihrer Zunft, dass Sie sich gefälligts auch danach verantwortlich benehmen sollten.
Von der miesen Qualität der ORF Berichterstattung möchte ich erst gar nicht reden. Aber keiner berichtet zum Beispiel, dass ein von einem linken Propagandablatt fertig gemachter Politiker nun entlastet wurde.
Dieser Kampagnenjournalismus ist die mieseste Art von Demokratieschädigung die ich kenne — denn niemand kann mir erzählen, dass diese Herrschaften nicht ordentlich recherchieren könnten! 
Oder:
Wenn Journalisten über Meinungsfreiheit sprechen, entbehrt das nicht einer gewissen Pikanterie. Denn es waren die Journalisten selbst, die zur weitreichendsten Einschränkung der Meinungsfreiheit praktisch unisono Applaus spendeten. Hier meine ich den sog. Verhetzungsparagraf, der es ermöglicht, praktisch jede missliebeige Meinung zu kriminalisieren.

Ein weitgehend gleichlautendes Gesetz ist auch in Deutschland in Kraft. Opfer dieser Zensur sind prominente Personen wie Abdel Samad, Imad Karim, Anabel Schunke (AFD), Dieter Stein (Junge Freiheit) und viele, viele andere. 


Ich hätte gehofft, dass die Journalisten unseres Landes ihre Stimme gegen dieses Gesetz erhoben hätte. Doch ganz im Gegenteil wurde dieses Gesetz bejubelt, allen voran vom Hrn. Brandstätter vom Kurier.

Und jetzt hört man die Nachtigall trapsen, wenn der Innenminister sich Gedanken darüber macht, warum und wieso vertrauliche Informationen immer bei weit links positionierten Medien erscheinen. Vielleicht hätte man sich darüber früher Gedanken machen müssen, bevor man selbst betroffen ist.
Oder:
Wenn, wie kürzlich, eine illustre Journalistenrunde mit dem neuen Wiener Bürgermeister beim Heurigen sitzt und der Schmäh rennt - tja, dann gibt's Hofberichterstattung. Wenn ein Minister aktiv Recht und Ordnung vertritt und dabei der illustren Journalistenrunde auf die Zehen tritt - tja, dann gibt's Saures. Wenn dabei noch Journalisten wie Brandstätter, Rainer oder Mitterstieler mitmachen, dann weiß man sowieso, aus welcher politischen Ecke das kommt.  
Oder:
Ja, wenn es darum geht, die schwarz-blaue Regierung zu kritisieren, haben wir auf einmal wieder "investigativen Journalismus"! Die Verbindungen der Grauen Wölfe in Österreich, die Tätigkeiten des BND auf unserem Bundesgebiet, die Finanzierung von Antiraucherkampagnen, die Nutznießer der nicht enden wollenden Baustelle Nordspital, die Gründe, warum es keine Autobahn nach Tschechien gibt, die Verbindungen rund um das Heumarkt-Bauprojekt, all das und unzähliges Anderes ruft nicht einmal 5 Minuten investiven Journalismus hervor. Wäre er doch vielleicht gegen die "Guten" gerichtet. 
 Oder:
Bitte etwas weniger patzig.

Gegen eine Regierung, die die Mehrheit der Wähler gewollt hat, mit allen rechtlich möglichen Mitteln anzugehen - das ist das demokratische Recht derer, die eine andere Regierung wollen.

Das erleben wir zur Zeit übrigens mit Genüge.

Die Angegriffenen freilich haben dasselbe Recht: sich mit allen rechtlich möglichen Mitteln dagegen zur Wehr zu setzen. 
 
Oder:
Man sollte meinen, Sie wissen dass nur die Staatsanwaltschaften und Gerichte eine Hausdurchsuchung anordnen können und nicht der Innenminister. Wenn das dann doch einmal der Fall sein sollte, wird sich auch eine Zeitungsredaktion nicht dagegen wehren können. Wir leben schliesslich in einem Rechtsstaat. 
Oder: 
Geheimnisverrat ist ein Delikt, das selbstverständlich auch zu Hausdurchsuchungen führen kann. 

Wer tatsächlich mit dem Feuer spielt, ist die SPÖ, die zum Sturz der demokratisch gewählten Regierung aufruft. 

Das wäre jetzt einmal echte Volksverhetzung. Ich erwarte, dass die Staatsanwaltschaft diesbezüglich aktiv wird. Sonst geht es ja immer nur gegen 16jährige, die auf Facebook Blödsinn schreiben.  
Oder:
Sehr geehrter Herr Nowak,
was soll dieser Artikel? Herr Kickl hat doch völlig recht.
Hier werden dauernd Fakten verdreht und jede Woche kriegen wir das als neuen Aufguss zu lesen. Als wenn es nichts wichtigeres gibt wie diese abgedroschene BVT Causa, in der die Verfahren immer noch laufen. Zu gegebener Zeit wird uns die Justiz schon ihre Erkenntnisse mitteilen.
Vielleicht wollen Sie uns bis dahin einmal über die wirklich wichtigen Dinge, die uns und unser Land betreffen, umfassend, wahr und neutral (also möglichst objektiv) informieren? Unsere Meinung können wir uns dann schon selber bilden. Vielen Herzlichen Dank im Voraus. 
Oder:
Was bitte ist daran investigativ, wenn Redaktionen von Beamten mit Akten, gestohlenen Tagebüchern und Amtsgeheimnissen versorgt werden. Wird ja sowieso von Partei-soldaten frei Haus geliefert. Ich wollt das Blattl eigentlich abonnieren. Aber das schenk ich mir jetzt.  
Oder:
Die Aussage des Herrn Kickl war ein klarer Appell an die Medien, sich nicht einseitig für parteipolitische Zwecke herzugeben. Womit er ja auch Recht hat. Persönliche Befindlichkeiten oder Antipathien sollten die Arbeit professioneller Journalisten nicht beeinflussen. Man mag den Herrn Kickl mögen oder nicht, es wäre die Verantwortung des ORF gewesen, eine professionelle Moderatorin für das Interview mit Herrn Kickl auszuwählen. Ein "Interview" bei dem jemand, der seinem Gegenüber schon bei der Begrüßung ein solches Maß an Feindseligkeit entgegen bringt und dann keine Fragen stellt sondern bloß Vorwürfe an den Kopf knallt, und so tut als wäre die Sachlage eh schon bis ins Detail geklärt und man müsse jetzt dem vermeintlich Verantwortlichen vor laufendem Publikum oberlehrerhaft nur noch einbläuen wofür er verantwortlich ist, erinnert da schon etwas an die Zeiten der Hexenverfolgung...
 

Die Reaktion des Herrn Kickl ist dafür ja eh noch harmlos ausgefallen. Dass er das Interview überhaupt fertig gedreht hat war schon ein Akt der Selbstbeherrschung. Hut ab! Ich hätte das Studio mit den Worten "Wenn sie professionelle Mitarbeiter haben, rufen sie mich an und wir machen einen neuen Termin" verlassen.

Ja, die Berichterstattung in Österreich ist oft einseitig und ja, oft lässt sie sich für parteipolitische Motive missbrauchen. Das ist ein Faktum und die Kritik muss man sich als Profi auch gefallen lassen ... das macht den Profi schließlich aus. Wir lesen eure Berichte ja trotzdem weiter ;-)
Oder:
Ach bitte, die meisten Journalisten sind eben nur dann investigativ, wenns gegen "den richtigen" geht.
Was auch logisch ist, hängen doch so viele Lobbies mit Beteiligung an den Verlagen, da muss man eben liefern ...
 Oder:
Das ist schon okay. Allerdings entscheiden das ja die Staatsanwälte, die dem Justizministerium unterstehen. Und ach ja: Keinen Aufschrei der politisch-korrekten Presse als die SPÖVP-Regierung samt EU-Nomenklatura die Meinungsfreiheit syste-matisch einschränken. Da sind die Medien ja willfährige Hofschranzen- und Bericht-erstatter! 
 Oder:
Es ging doch darum, dass geheime Akten aus dem Ausschuss an Medien weitergegeben wurden (solche geheime Akten gibt es in allen demokratischen Parlamenten, wenn Ausschüsse Geheimdienste behandeln), und dies ist kein investigativer Journalismus sondern ein ganz normaler Geheimnisverrat gepaart mit Korruption.

Investigativer Journalismus wäre es, wenn die Sache von der Regierung verheimlicht wird,
und die Presse dies offenlegt. Dies ist hier ja nicht der Fall, da ja die Opposition im Parlament diese Papiere im Ausschuss vorgelegt bekam.

Ich habe den Eindruck Herr Nowak will hier eine Aussage des Innenministers gezielt missverstehen.
Natürlich gibt es auch (man kann es im Kommentarthread unschwer nachlesen) auch jede Menge — allerdings erstaunlich substanzloser — Gegenkommentare, die einem irgendwie den Geschmack des »von der Redaktion bestellt« auf der Zunge hinterlassen ...

Nun ist es ja erfreulich, daß gerade die angeblich ach so »investigativen Journalisten« offenbar kein wirkliches Glück mit ihrer Arbeit haben — denn die Konsumenten werden immer kritischer, was aus den jährlich mehr in den Keller purzelnden Auflagezahlen gut erkennen kann. Lincolns alter Satz, daß man nicht alle Leute für immer verarschen könne, bewahrheitet sich eben.

Und das Schöne daran ist: Sie, wertester Herr Chefredakteur Nowak, werden es höchstpersönlich miterleben dürfen, wie Sie und Ihr medialer Popanz in die Irrelevanz abrutschen. Denn Pressefreiheit gibt es natürlich (gegen alle legistischen und gewaltandrohenden Maulkörbe aus Brüssel, Washington und Ankara) weiterhin — aber halt in der Blogosphäre, und längst nicht mehr in den durch und durch korrumpierten, abgehobenen Systemmedien ...


Die alte Leier

Der Sonntag den Künsten, um es mit Meister Klonovsky zu formulieren,, und weil knackige Monatsanfangsfiguren in einigen Blogs auch Tradition haben, darf man das auch mischen. Das fiel mir ein, als ich gestern durch Zufall und einen irrtümlichen Link eines Users im „Standard“-Forum dieses folkloristische Schmankerl entdeckte. Seichte Kost fürwahr, jahrmarktstauglich auf jedem Mittelaltermarkte, denn diese ist nicht nur ansehnlich sondern auch noch historisch wertvoll: ein knackiges deutsches Mädel spielt moderne Musik auf einem mittelalterlichen Instrument.
Nicht jederpersons Sache, aber mir gefällts:

Samstag, 30. Juni 2018

Merkel lügt

von LePenseur


Nichts neues. Aber vielleicht ist diese zu flagrante Lüge geeignet, ihr endlich das Genick zu brechen:
Die deutsche Kanzlerin hatte behauptet, Zusagen von 14 EU-Staaten zur beschleunigten Rückführung von Migranten erhalten zu haben. Darunter Tschechien und Ungarn. 

Die tschechische Regierung hat Informationen zurückgewiesen, sie habe der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel Zusagen zur beschleunigten Rückführung von Migranten gegeben. "Diese alarmierende Nachricht ist völliger Unsinn", sagte Ministerpräsident Andrej Babis am Rande eines Frankreich-Besuchs am Samstag.

"Deutschland ist nicht an uns herangetreten und in diesem Augenblick würde ich ein solches Abkommen auch nicht unterzeichnen", sagte der Gründer der populistischen Partei ANO laut einer Mitteilung der tschechischen Regierung. "Wir planen keine Verhandlungen. Es gibt keinen Grund zu verhandeln. Wir lehnen dies entschieden ab." Bereits vor dem EU-Gipfel in Brüssel hatte Babis erklärt, er werde kein bilaterales Rückführungsabkommen mit Deutschland unterzeichnen.
Und daß Orbán so ein Abkommen unterschreibt — na schön, das fällt vermutlich in die Kategorie »Mich dünkt, die Alte spricht im Fieber« ...

Aber der arme Horsti Drehhofer hat jetzt ein Problem: kaum wollte er wieder mit Schlands Mutti auf Kuschelkurs gehen, weil ja sein Drängen »erfolgreich« war, muß er jetzt wohl liefern: und zwar seinen Fans eine Erklärung, warum er sich doch keinen Muttimord zu begehen traut — und den Wählern, warum sie seine blauweiße Gurkentruppe denn wählen sollten! Oder er besteigt die Szene  mit dem sprichwörtlichen Dolch im Gewande, wobei noch offenbleibt: wird ein TyrannInnenmord daraus, oder bloß ein Harakiri. Wie auch immer:


A R E N A   F R E I !!
HOPP AUF, HORSTI!  
WIR SCHAFFEN DAS!

 


Bischöfe frontal gegen Regierung: Arbeitszeitgesetz verstößt gegen das Völkerrecht

von LePenseur


... berichtet DiePresse:
Der Generalsekretär der Bischofskonferenz, Peter Schipka, betonte: " Man darf keine Auseinandersetzungen scheuen." 

"Völkerrechtswidrig", "demokratiepolitisch bedenklich", "Geringschätzung des Familienlebens": Derart harte Worte kennt man von der österreichischen Bischofskonferenz eher nicht. Die Kirchenvertreter kritisieren die von der türkis-blauen Regierung geplante Arbeitszeitflexibilisierung scharf.
 Ach, man darf keine Auseinandersetzung scheuen, hochwürdigste und exzellenteste Herren? Wie man ja sieht — im von Ihnen nie gesehen tapferen Einstehen gegen diverses kriminelles Gesindel mit Migrationshintergrund, in mahnenden Vorhalten an die Adresse der Muselmanen, die Christen im Orient nicht zu unterdrücken, in aktiver Familienförderung durch Unterstützung von Lebensschützern etc etc.

Aber wenn etwas den Betonköpfen vom Gewerkschaftsbund nicht in den Kram paßt — dann  seid Ihr sofort zur Stelle, ihr verlogenes Pack von Herz-Jesu-Sozen!

Bich ich froh, aus dem Verein ausgetreten zu sein ...

Ein Kommentarposter bringt's auf den Punkt:
“Ladenöffnungszeiten in Gefahr”: “...nicht akzeptablen Eingriffs in das Zusammenleben unserer Gesellschaft und völkerrechtswidrig"”

Ah geh, aber der Vertrag zwischen Österreich und dem Heiligen Stuhl aus dem Jahr 1934 war kein “nicht-akzeptabler Eingriff in das Zusammenleben unserer Gesell-schaft”? Man beachte vor allem auch das Jahr, das ist erstens ewig lange her und wurde zweitens nicht mit der aktuellen Republik geschlossen. Und drittens wurde das vom “Heiligen Stuhl” Menschen unterschiedlichen Glaubens aufgezwungen, nicht nur den eigenen Schäfchen.

Dieser “Vertrag” ist heute nicht akzeptabel und sollte endlich aufgelöst (oder besser, für nichtig erklärt) werden.

Und von wegen “völkerrechtswidrig”:
Welches Volk empfindet das denn so? Überall in der Welt, auch in katholischen Ländern, gibts lockerere Ladenöffnungszeiten, nur Österreich ist am Sonntag tot.

Ich empfinde es als völkerrechtswidrig, wenn eine Religionsgemeinschaft für ein ganzes Land bestimmen darf, wie das Zusammenleben geregelt sein soll.

Die Bischöfe sollen sich um ihren Glauben kümmern. Die Regelung der Arbeitszeiten einer multireligiösen (und primär gar nicht religiösen) Bevölkerung gehört nicht dazu. 
Kleine Nachbemerkung: spätestens seit der Einführung von Abend- und (Sonntags-)Vorabendmessen ist das Argument, daß aus religiösen Gründen am Sonntag alle Rolläden geschlossen zu bleiben haben, obsolet. Und diese einführung erfolgte nicht von der pöhsen türkis-blauen Regierung, sondern von der RKK selbst, und bereits vor Jahrzehnten. Weil sie draufkam, daß immer weniger Leute in die Sonntagsmesse am Vormittag kamen ...