„Ich bin ein überzeugter und konsequenter Kritiker des Parteien-Parlamentarismus und Anhänger eines Systems, bei dem wahre Volksvertreter unabhängig von ihrer Parteizugehörigkeit gewählt werden.“
Alexander Issajewitsch Solschenizyn, 2007

Dienstag, 2. Oktober 2018

Wer haßt wen?

von LePenseur


Ein Video gibt Antwort:


»Ganz Münster haßt die AfD!« — so skandieren Sprechchöre vor dem Sitzungssaal. Tja ... ist da überhaupt noch die Frage erlaubt, von welcher Seite da offenkundig Haß und Hetze ausgehen? Oder ist die Frage danach bereits verboten, Frau Merkel?


Ein Zitat

von LePenseur


ist die beste Antwort auf diesen Bericht. Und welches? Nein, nicht das berühmte, welches der junge (und noch nicht Geheimrat) Goethe dem Ritter mit der eisenen Hand in den Mund legte (obwohl auch dieses überaus passend wäre!) — sondern:
Emotions neither prove nor disprove facts. There was a time when any rational adult understood this. But years of dumbed-down education and emphasis on how people 'feel' have left too many people unable to see through this media gimmick. (Thomas Sowell)

Also: es gibt Frauen, die »in sozialen Netzwerken« einem Wissenschaftlicer »Sexismus« vorwerfen, wenn dieser — belegt durch umfangreiche Diagramme, Tabellen und Graphiken — die These vertritt, daß die Physik im wesentlichen von Männern erforscht wurde und werde, und beklagt, daß nunmehr Quotenfrauen »... aus politischen Gründen Posten in den Naturwissenschaften einfordern.«

Da die Naturwissenschaft der unvoreingenommenen Erforschung der Wirklichkeit dient, wäre es doch höchst einfach, die umgfangreichen »Diagramme, Tabellen und Graphiken« Stück für Stück zu untersuchen, und die Thesen des Professors durch anderslautende Ergebnisse  zu falsifizieren. Leider ist das aber nicht möglich, denn das 
»... CERN beendete am Montag vorerst jegliche Zusammenarbeit mit dem Wissen-schafter, wie das Institut in einer Erklärung mitteilte. Zuvor hatte das Cern bereits entschieden, Strumias Vortragsmaterial von der Website des Instituts zu entfernen.«
Das ist etwa so wissenschaftlich, wie die Entscheidung eines IS-Aktivisten, einem »Ungläubigen« den Kopf abzuschneiden.

Wahrlich, wir gehen glanzvollen Zeiten der Wissenschaft entgegen, wenn nicht die Richtigkeit oder Unrichtigkeit von Thesen durch Beweise (und logische Schlüsse aufgrund von Beweisen) geklärt, sondern durch Befindlichkeitsäußerungen von »in sozialen Netzwerken« postenden Dämlichkeiten entschieden werden ...


Der satirische Linksdjihadist

Linke „Satiriker“, die sich darüber freuen, dass man Alice Weidel ungestraft als „Nazischlampe“ und die Deutschen behördlich abgesegnet als „Köterrasse“ bezeichnen darf, sind groß und grob im Austeilen. Sie machen das natürlich augenzwinkernd. Ist ja alles nur „Satire“ und „Humor darf alles“. Bis dahin bin ich auch ganz deren Meinung. Deshalb nehme ich auch für mich das Recht in Anspruch, hier als Satire über Jan Böhmermann zu schreiben. Denn Satire darf alles.

Jan Böhmermann ist der lebende Beweis, dass es den Sozialismus mit menschlichem Gesicht wirklich gibt. Also nicht Böhmermanns Gesicht, das erinnert eher an ein Nagetier mit Gesichtshypertrichose, sonder das des Sozialismus. Denn Sozialismus, so haben wir historisch gelernt, führt in seiner praktischen Anwendung unweigerlich dazu, dass jeder, der diesen Sozialismus kritisiert, ablehnt, nicht voll ganz supi findet oder einfach nur zähneknirschend zur Kenntnis nimmt, früher oder später ausgehungert, abgeknallt oder in sibirischen Bleibergwerken einer produktiven Form des Sterbens zugeführt wird. Wahlweise geht auch Psychoterror, Inhaftierung, Gulag oder, wenn zu viele Leute zuschauen, Abschiebung.

Heute, im Sozialismus des offensichtlich linksradikalen Hetzers Böhmermann, dieser sich selbst urcool findenden Karikatur eines Karl-Eduard von Schnitz *) im Narrenkostüm, wird niemand mehr auf Nimmerwiedersehen abgeführt, sondern man wird auf Nimmerwiedersehen gelöscht. Man mordet nicht mehr den ganzen Menschen sondern nur seine Stimme, das ist eben Sozialismus auf menschlich. Da eine Verweigerung des Mediums Internet im Sozialismus 4.0 automatisch zu sozialer Isolation führt, muss man niemanden mehr in den Gulag schaffen, sondern einfach jedem, den man loswerden will, den Zugang zu Informationen im Netz befreien.

Und jetzt kommt Jan Böhmermann als Großinquisitor der Holy Church of Marx ins Spiel, als eine Art Kardinalpräfekt der kommunistischen Congregatio pro doctrina fidei, der als Messias herabgestiegen ist, um den Menschen Leitung zu geben bei der Sortierung in die Wahren Gläubigen und die Ungläubigen, die geistig Kranken, die nicht nach den Regeln seiner Religion leben wollen. Er sitzt in seinem virtuellen Tempel, der Zwitscherkathedrale, und genügt sich nicht nur damit, als Meinungsdjihadist alle ihn und seinen Glauben kritisch Beäugenden zu blocken, sondern verteilt eine Namensliste mit tausenden Namen an alle seine Gläubigen, wen sie schneiden, blocken, als Ungläubige verhetzen sollen. Eigentlich Verhetzung, aber ich halte von diesen Gesinnungsparagraphen nichts, also wünsche ich sie auch dem kleinen Jan nicht an den Hals. Obwohl er es sich verdient hätte, denn er selbst ruft auf Twitter auf, man möge sich doch als linker Blockwart betätigen und rechte Ausflüsse den Meldebüros der Gesinnungsinquisition melden. Was Gesinnungsschnüffelei und Denunziation jetzt mit Satire zu tun hat, weiß ich nicht, aber in der Denkwelt eines Jan Böhmermann war die Stasi anscheinend eine Art Lach- und Schießgesellschaft. Nun ja, in gewisser Weise war sie das ja auch wirklich, zumindest im zweiten Teil.

Nun gut, wenn dieser von Bonsai-Cäsarenwahn gebeutelte Spaßkardinal der Meinung ist, er wäre dazu berufen, als moralisches Aschenputtel die virtuelle Welt in Gut und Böse zu teilen, dann soll es so sein. Dass er damit einfach nur immer mehr eine eigene Filterblase zimmert, in der er sich als der großartige Meinungsdeuter fühlen kann, der er in der Realität nicht ist (Man darf eines nicht vergessen: solche Leute würden, wenn sie nicht willige Werkzeuge der Agenda politischer Medien wie dem inzwischen geradezu linksextremen „ZDF“ wären und deshalb bei denen unter zwangsabgabenfinanziertem Lohn und steuergefördertem Brot stehen, als mäßig erfolgreiche Clowns über die Provinzbühnen tingeln und jeden Samstag nach einem Auftritt vor sieben Besoffenen in einer Kellerbar ihr Schicksal beweinen.) scheint der sich selbst als eloquent und intelligent empfindende verbale Kettenhund der Linksradikalen wohl niemals begreifen. Wie auch. Gesichtsbehaarung macht aus einem Nagetier eben nicht automatisch einen Einstein.

Und ein ganz besonderes Schmankerl liefert die ebenso hübsche wie kritische Schweizer Journalistin Tamara Wernli. Sie landete auf der Nazi-Watchlist des Großinquisitors, die immerhin an angeblich zwei Millionen „Follower“ genannte Jünger verteilt wird. Wie kam sie zu dieser Ehre?
Ganz einfach, mit diesem Spruch, für den ich mich vor dieser Frau verbeuge, bis die Nasenspitze den Großen Zeh berührt:

"Ein Satiriker blockt alle, die sich über IHN lustig machen. Nebst Hyperempfindlichkeit verrät das auch einiges über Stehvermögen. Und Grösse."

Wohl eher ein sich als Satiriker verstehender ideologiegetriebener Billigpöbler und Parolendrescher blockt alle, die ihn mit der Realität konfrontieren. Und zwei Millionen Linkgläubige (nehmen wir mal an, obwohl man sich heute „Follower“ im Hunderttausenderpack bei Agenturen kaufen kann und ich einem krampfhaften Narzissten wie Böhmermann sofort zutraue, seine Bedeutsamkeit künstlich aufzumöbeln) hängen weiter an seinen virtuellen Lippen und sehnen sich nach dem nächsten „Nazischlampen“- oder „Ziegenficker“-Ausfluss zum Johlen und Schenkelklopfen.
Die linke jugendliche Filterblase als Karikatur des rechten alten Stammtischs.
Das ist die eigentliche Komik.

Böhmermann hat bewiesen, dass er kein Satiriker ist sondern ein von den renommierten Schauspielschulen Deutschlands einhellig wegen Talentfreiheit abgelehnter Soziologie-Studienabbrecher, der es für lustig hält, andere zu verhetzen und anzupöbeln, außer es trifft ihn selbst.
Denn sonst hätte er die eigentliche Komik längst erkannt. Aber das kann das brav Parolen plärrende verwöhnte kleine Mimöschen aus der linken Bobo-Filterblase, das laut kreischt: „Mit dir spiele ich nicht, ich hasse dich!“, wenn jemand ihn nicht wie ein verwöhntes kleines Mimöschen behandelt, rein mental nicht erfassen.
Das ist Böhmermanns eigentliche intellektuelle und satirische Bankrotterklärung.

So, Jan, und jetzt huschhusch ab mit mir auf deine Blockliste. Ach je, ich bin ja gar nicht bei Twitter. Tja, an der Realität endet nun mal dein Universum, gell? So ein Pech aber auch!


*) Erklärung: Natürlich hieß der Mann Karl-Eduard von Schnitzler, aber ich habe mir von einem Spätvertiebenen mit DDR-Hintergrund erklären lassen, dass niemand im Osten je den vollen Namen gehört hat, weil spätestens bei der Nennung des Nachnamens schnell um- oder, heute kaum vorstellbar, die Flimmerkiste aus dem VEB Fernsehgerätewerk Staßfurt ausgeschaltet wurde.

Montag, 1. Oktober 2018

»Geldrauswerfen und endlose Bullshitjobberei auf Kosten der Allgemeinheit«

von LePenseur


Exakt das ist das »System Merkel« — auf den Punkt gebracht von Hadmut Danisch:
Langsam kommt die Rechnung für die Methode Merkel.

Merkels Methode, mit der sie sich jahrelang über Wasser hielt, war, einfach gar nichts selbst zu machen, keinen Standpunkt zu haben, ständig einfach immer nur der Opposition den Wind aus den Segeln zu nehmen, indem man sie oberflächlich kopiert. Merkel macht nichts, Merkel kann nichts, es geht ihr nur darum, Chefin zu sein und sonst gar nichts. Was, genaugenommen, so nicht mal stimmt, denn sie will ja nur die Chef-Position haben, aber nicht Chef arbeiten. Es ist die Kanzlervariante von „Alles mir nach, ich folge Euch!”
Chapeau! Touché!

Schuldunfähigkeit

Es geht immer schneller. Wenn jetzt ein afghanischer Asylant in Ravensburg drei Menschen niedermessert, dann wird offenbar noch vor dem Ausstellen eines Haftbefehles die psychische Unzurechnungsfähigkeit des armen Traumatisierten faktisch in einer Blitzdiagnose festgestellt und sofort die Einweisung in eine Klapse angeordnet. Das scheint jetzt der neue Weg zu sein, um die Abschiebung Krimineller zu vereiteln: man erklärt sie einfach für nicht schuldfähig, und das am besten direkt nach der Tat, noch bevor die Justiz zum Zuge kommt.
Nach dem Motto: Wer extra ein Messer kauft, um zu einem „Treffen“ mit einem verhassten „Kollegen“ zu gehen – wie die „Aussprache“ ablaufen sollte, ist somit wohl klar – und dann aus Frust, weil der nicht kommt, durchdreht und einfach auf andere einsticht, wird sofort für schuldunfähig erklärt. Innerhalb kürzester Zeit.
Zeitgleich trötet dann ein Landespolitiker:
"Wir lassen uns nicht von Menschen auseinander dividieren, die diese furchtbare Tat nun für politische Zwecke missbrauchen und Hass und Häme über all jene ausschütten, die für Zusammenhalt in dieser Stadt standen und stehen."
Somkit dürfte auch geklärt sein, dass der Pöbel gefälligst die Fresse zu halten und es ja nicht zu wagen habe, jetzt irgendwas gegen das Vorgehen zu sagen.
Deutschland ist fertig gefahren. Da ist ein point of no return überschritten, den bekommt auch keine AfD mehr gedreht.

»Kulturschaffende« entsetzen sich

von LePenseur


... jedoch nicht etwa über die grammatikalische Fehler der aktuellen deutschen Führerin, die diese allenthalben in ihre Äußerungen (sie »Reden« zu nennen, wäre entschieden übertrieben!) einfließen läßt, sondern über — Horst Seehofer:
„Wir sind entsetzt“ — das steht in einem Brief von zahlreichen Künstlern, der den Rücktritt von Bundesinnenminister Horst Seehofer fordert. Zu den Unterzeichnern gehören viele Prominente.  

Zahlreiche Kulturschaffende haben den Rücktritt von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) gefordert. „Seehofer beschädigt die Werte unserer Verfassung“, heißt es in dem Aufruf, zu dessen Initiatoren der Dramatiker Moritz Rinke gehört. „Sein Verhalten ist provozierend, rückwärtsgewandt und würdelos gegenüber den Menschen. So verstellt er den Weg in eine zukunftsfähige deutsche Gesellschaft.“ Seehofer einige das Land nicht, er spalte es.
Und von den »zahlreichen Prominenten«, von denen DieWelt berichtet, zeigt sie gleich sechs — offenbar ganz besonders Prominente — als Bildchen zum Text. Nun ja — wer die sechs gesehen hat, der hat (»ein Bild sagt mehr als tausend Worte«) damit quasi schon einen veritablen 6000-Wort-Essay konsumiert! Einen Essay über die Selbstüberschätzung von linientreuen Kleingeistern und Pseudo-Zivilcouragierten, einen über die grenzenlose Eitelkeit von »Kulturschaffenden« (Zwischen-frage: was hat bspw. ein Herr Balder an »Kultur« geschaffen — Tutti-Frutti-Möpse zu präsentieren fällt auch unter Kultur? Oder die Liedchen seines Albums »Elvira, hol’ dein Strumpfband ab«?). Und auch bei der erpresserische Lügenmärchen verbreitenden Undercover-Dreckschleuder Wallraff fragt man sich: »Das soll Kultur sein«?

Nun ist es jedem Menschen (und jeder MenschIn, wir wollen die drei Damen des entsetzten Sextetts nicht übergehen!) unbenommen, sich mit originellen Forderungen an den Weihnachtsmann öffentlich lächerlich zu machen — aber daß eine angeblich seriöse Zeitung wie DieWelt sich dafür als Plattform hergibt, befremdet doch ein wenig.

Aber offenbar hat die Busenfreundin der Buntesmutti einen kleinen Wink an die Redaktion gegeben, daß jetzt nach dem Kauderwelsch (oder heißt das Kuddelmuddel?) in der CDU-Franktion gefälligst eine Entlastungsoffensive zugunsten der Führerin zu erfolgen hat. Ein armes Redaktions-Würstchen namens Kevin Knauer (ach, ein Kevin — was haben sich deine Eltern bloß dabei gedacht ...), der schon Mutmaßungen über Nowitschok texten mußte ... der Arme also muß in einen Artikel fassen, was die Führerin ihrer Friede mutmaßlich durchs Telefon genölt hat: »Mit dem Angriff Steiners wird das alles in Ordnung kommen«. Nun — das hat bei Steiner bekanntlich nicht funktioniert, und wird bei Kevin und den sechs »Kulturschaffenden« auch nicht funktionieren.

Die Stimmung in Berlin heute ist irgendwie bei Reichskanzlei April 1945 angelangt (oder wie bei »Götterdämmerung«, letzter Akt — nur ist die Musik Wagners deutlich besser als das mißtönende Gebrüll der Steineulen-Fangruppe »Feine Sahne Fischfilet«). Und wir dürfen das als Zeitgenossen erste Reihe fußfrei miterleben ...

Na, isses nich schön?

End of Joy

Irgendwie kann ich mich nicht entschließen, irgend etwas über Joy Pamela Rendi-Wagner zu schreiben. Man hat so das Gefühl, das lohnt nicht, weil sie eh nicht lange dabei sein wird. Erst zieren sich alle erfahrenen Bonzen demonstrativ, den im Narzissmus und der Kompetenzfreiheit Kerns verkohlten Parteiklumpen in der moddrigen roten Pizzaschachtel zu übernehmen, und dann wird mit Honig um das Mäulchen einer Quereinsteigerin der Parteivorsitz so lange mundwassrig gemacht, bis sie, mit Vorschusslorbeeren und Unterstützungserklärungen der alten Garde bekränzt, sich auf den Schild heben lässt.

Da hat sich metaphorisch betrachtet eine Unbedarfte mit viel NLP und Heuchelei ein Portfolio aus Schrottaktien und finanziellem Giftmüll als hochwertiges Aktienpaket verkaufen lassen. Und, um die Metapher weiterzuführen, jubeln die Börsenblätter am nächsten Tag, dass der Kurs auch nach der Übernahme durch eine neue Eignerin nicht sofort in den bodenlosen Keller gerasselt ist.

So jubelt denn voller Stolz der linksextreme „Standard“:
„Wechsel von Kern zu Rendi-Wagner hat SPÖ in Umfrage nicht geschadet“

Das muss man sich mal vorstellen: die freuen sich wie die kleinen Kinder, dass sie nicht noch weiter in den Keller rauschen.
Und das, in Verbindung mit den inzwischen tief fliegenden Hackeln, die die Genossen der Neuen mit Begeisterung ins Kreuz schmeißen, lässt in mir den Verdacht keimen, dass diese neue Hoffnungsträgerin nicht als Spitzenkandidatin der SPÖ zur nächsten Wahl antreten wird. Wer die Wiener nicht hinter sich hat und in den Medien schon gefeiert wird, wenn mal kein Bauchfleck gelandet wird, hat keine Zukunft.
Wahrscheinlich wird sie nicht einmal mehr den Beginn des nächsten Wahlkampfes in dieser Position erleben. Denn entweder, sie wird von den eigenen Genossen abgesägt, weil sie es wagt, den alten Bonzen die Stirn zu bieten, oder sie wird so oft gegen Beton rennen und medial den Dreck nachgeworfen bekommen, dass sie sich sagt: Die können mich mal!
Bin mal gespannt, ob es noch mehr zu Rendi-Wagner zu Schreiben geben wird als einen politischen Nachruf zum Jahreswechsel.

Sonntag, 30. September 2018

Hetzjagd

Es handelt sich anscheinend um das Video, das Angela Merkel als Beweis für Hetzjagden rechter Horden gegen Ausländer in Chemnitz gesehen haben muss. Man hätte ihr vielleicht sagen sollen, dass das erstens keine „Rechten“ sind sondern Migranten, die gerade die Regeln des Zusammenlebens neu ausverhandeln, und zweitens nicht Chemnitz sondern Paris. Aber das sind unwichtige Details.

Zivilcourage

Man kann von „Poetry Slams“ halten, was man will, ich persönlich finde bereits die Bezeichnung grauenhaft, weil er klingt wie ein Hintern im Schlamm und nicht wie ein Wettbewerb im geschicktesten Umgang mit Worten. Im Lande der Dichter und Denker wird nicht mehr Poesie gepflegt sondern mit Worten zugeschlagen. Irgendwie auch wieder passend, wenn man sieht, dass das Einhalten politischer Korrektheit dabei eine wichtigere Rolle spielt als der Transport von Inhalten über Worte. Das Spielen mit Worten wird halt recht einseitig, wenn das Verwenden bestimmter Worte verpönt ist; ein Dichterwettbewerb in Zeiten politischer Korrektheit ist wie Schach spielen, während das Ziehen mit Pferden und Türmen verboten ist.

Solche Veranstaltungen werden ja gerne im linken Schickimicki-Milieu organisiert, um zu zeigen, wie intelligent und wortgewandt man in diesen Kreisen doch ist, im Gegensatz zum dumpf grölenden Nazipöbel rund um Chemnitz, Pegida und AfD. Man will sich in seiner Filterblase gegenseitig schulterklopfend bestätigen, wie toll man ist. Fremdkörper sind unerwünscht, und sein wir doch mal ehrlich, der dumpfdunkeldeutsche Dresdendödel frequentiert doch keine Veranstaltung, auf der feinsinnig dichtende Akademikersprösslinge sich gegenseitig ihrer Hochintelligenz versichern, sondern grölen nur am Stammtisch bei Bier und Bratwurst dumpfe Parolen oder veranstalten sich zusammenrottend Hetzjagden auf Ausländer. Hat die Kanzlerin so festgestellt und damit die von der Realität entkoppelte Deutung erschaffen, dass es so ist, egal was wirklich abläuft. Aus der Richtlinienkompetenz wurde die Realitätserschaffung. Aus der Kanzlerin damit die Diktatorin, die gottgleiche Pharaonin, deren Wort Realität erschafft und nicht angezweifelt werden darf.

Doch nun ist es geschehen, womit keiner gerechnet hat. Während einer solchen Dichterveranstaltung zum Thema „Zivilcourage“, die – no na – von einer Anti-Rassismus-Initiative in Speyer veranstaltet wurde, trat auch eine zierliche Vierzehnjährige auf die Bühne und hielt einen Vortrag, dass es doch keine Zivilcourage bedeute, politisch korrekte Texte zum von der Politik erwünschten Spalten der Gesellschaft zu halten, während da draußen mordende, vergewaltigende und raubende Horden marodieren, die frisch importiert wurden. Dass es keine Zivilcourage bedeute, die politische Korrektheit zu streicheln, „Neger“ und „Zigeuner“ aus dem Wortschatz zu hobeln und den Mächtigen brav nach dem Maul zu reden.

Natürlich tobten die Veranstalter, drehten der Kleinen, die ja auch noch Sprössling einer AfD-Abgeordneten ist, das Mikro ab und mussten sie schlussendlich disqualifizieren, weil sie den Wettbewerb sonst gewonnen hätte – sie bekam nämlich ärgerlicherweise den meisten Applaus. Weil sie es wagte, das auszusprechen, was nicht gesagt werden darf, was nicht in diese Filterblase passt. Weil sie es wagte, offen auszusprechen, was jeder denkende Mensch weiß: Zivilcourage bedeutet nicht, mit den Lemmingen trottend die Parolen der Herrschenden zu blöken sondern gegen den Mainstream aufzustehen, den Mächtigen einzusagen, was Sache ist, wider den Stachel zu löcken, auch dann seine Meinung offen auszusprechen, wenn dies bedeutet, dass man bestraft, gedemütigt, beschimpft und diskriminiert wird.

„Müllers Beitrag sei nicht unter dem Wettbewerbsthema „Zivilcourage“ zu verbuchen, sondern eher im Kapitel „geistige Brandstifter schüren Ängste“, sagte eine Stadtsprecherin dem Blatt.“

Irrtum, ihr Hintern im Schlamm, ihr habt nichts begriffen, denn ihr seid schon zu sehr in eurem Sumpf aus Selbstgefälligkeit und Präpotenz versunken. Es ist sogar der einzige wirkliche Beitrag dieser Veranstaltung, der das Thema „Zivilcourage“ trifft, denn die Kleine hat euch gezeigt, was dieses Wort überhaupt bedeutet: Menschen mit Zivilcourage schleimen nicht euren fetten Funktionärsärschen hinterher sondern stehen gegen euch auf, auch wenn sie kleiner und schwächer sind als ihr! Da ist es vollkommen irrelevant, ob man die Wortwahl des Mädchens gut findet oder nicht; allein dass sie es wagt, euch auf die Füße zu treten, euch allein und ohne Visier entgegenzutreten und mit dem Mikro in der Hand die Meinung zu geigen, macht sie zur einzigen Zivilcouragierten dort!

Und ebenso, wie dieses Mädchen die wirklich Zivilcouragierte an diesem Tag war, so seid ihr die wahren geistigen Brandstifter. Und werft einer Vierzehnjährigen noch lautstark Böller hinterher. Und fühlt euch dabei genauso zivilcouragiert wie der Mob von Salem, als er mit Mistgabeln und Fackeln nachts loszog, kleine Mädchen aus dem Bett zu holen und zu verbrennen, die ja Hexen sein müssen, weil sie es wagen, eine andere Meinung zu haben.
Ihr seid der Mob, der Pöbel, die Hetzer. Das wurde einmal mehr deutlich.

Samstag, 29. September 2018

#metoo

In New York hat sich, wie der „Standard“ exklusiv berichtet, neuerlich ein viel beachteter Fall von „#metoo“ abgespielt:
„Van der Bellen und Erdoğan tasteten einander in positiver Stimmung ab“
...lautet der entsprechende Titel.
Das wirklich Schlimme daran ist das unweigerlich einsetzende Kopfkino. Auch die Gegenwart von Frau Kneissl, über deren eventuelle aktive Beteiligung am Abtasten oder eine besondere Rolle als Ziege nichts berichtet wird, macht es nicht besser. Was muss da dem Verfasser durch den Kopf gegangen sein?
Dass es die Formulierung:
„Wenig verhüllte Aufforderung“
...auch noch zur Zwischenüberschrift schaffte, lässt die Vermutung aufkommen, dass da jemand nicht ganz bei der Sache war. Wenn man verliebte Köche nicht salzen lassen sollte, sollte man vielleicht verliebte Journalisten auch nicht schreiben lassen.
Alles in Allem ein nettes Fundstück in der intellektuell hochwertigen Qualitätspresse. Wenn das der Dönmez geschrieben hätte… obwohl ja nicht erwähnt wird, wem der beiden Abtaster jetzt die Knie wehtun. Bei VdB jedenfalls kann ich mir nicht vorstellen, dass er aus dieser Stellung ohne Hilfe wieder aufstehen könnte.
Ja, ich hör‘ ja schon auf!

Obwohl, süß sind sie ja, die Beiden, wie sie so miteinander turteln und sich die Händchen tätscheln...