„Ich bin ein überzeugter und konsequenter Kritiker des Parteien-Parlamentarismus und Anhänger eines Systems, bei dem wahre Volksvertreter unabhängig von ihrer Parteizugehörigkeit gewählt werden.“
Alexander Issajewitsch Solschenizyn, 2007

Dienstag, 23. April 2019

In Ceylon gibt es mittlerweile 300 Tote durch muselmanische Anschläge

von LePenseur


... doch worüber diskutiert man in Österreich (wenigstens in dessen Medien) mit Schaum vor dem Mund?

Über ein »Gedicht«, das eine FPÖ-Postille in Oberösterreich veröffentlichte. Nun ist das »Gedicht« unzweifelhaft keine literarische Glanzleistung — ganz im Gegenteil: Versfüße stolpern dahin, daß einen schon beim Lesen das Stottern ankommt, und die Reime sind meist nach dem altbekannten Motto: »Reim dich, oder ich freß' dich!« zusammengeschustert. So weit, so unerfreulich. Daß ein gewisser Herr

Mirza Buljubasic

@mib_1990

EU-Wahlkampfleiter der SPÖ NÖ | Politikenthusiast, Jurist, Sportfanatiker | Mostviertler, Wiener | Amstetten, oida, #RH5H oida!
... (wie auf seinem Account exakt so angeführt) hier sofort ausrasten muß, liegt doch fast auf der Hand: FPÖ! Noch dazu: Braunau! Muß man da mehr sagen als:
Das ist doch alles nicht normal! Die #FPÖ mit einem „Ostergruß“ und einem „Gedicht“ namens „Die Stadtratte - Nagetier mit Kanalisationshintergrund!“ Diese nieder-trächtige, menschenverachtende Partei sitzt in der Regierung und der Kanzler schweigt und schweigt und schweigt...
Man müßte. Man müßte zunächst einmal das »Gedicht« (sorry, aber bei solchem Dilettantismus geht das nur in Anführungszeichen!) gelesen haben, was immer man über seine literarische Qualität denkt (es wird ja nicht für einen Literaturpreis nominiert worden sein ...) — denn dann wäre man/frau/x vermutlich draufgekommen, daß der Autor sich und seine Frau selbst ebenfalls als dem Rattenvolk zugehörig darstellt. Folgende Anregung kann sich also auch DiePresse — respektive die APA, von der DiePresse ihren berufsempörten Schmonzes-Artikel einfach abkopiert hat — hinter die Löffel stecken:

DIE FÄHIGKEIT ZU SINNERFASSENDEM LESEN IST DIE
VORAUSSETZUNG FÜR SINNVOLLEN JOURNALISMUS !

 Wenn also DiePresse (bzw. die APA) hyperventiliert:
Ein ausländerfeindliches Gedicht im Parteiblatt der FPÖ Braunau in Oberösterreich lässt die Wogen hochgehen. Unter dem Titel "Die Stadtratte (Nagetier mit Kanali-sationshintergrund)" werden darin Vergleiche zwischen Menschen und Ratten gezogen.  
... dann hat sie damit perfekt bewiesen, daß sie sinnerfassenden Lesens eben nicht mächtig ist. Denn es werden nicht Ausländer mit Ratten verglichen, sondern Menschen schlechthin in Gestalt von Ratten dargestellt. Das ist nichts anderes, als wenn im Musical »Cats« menschliche, allzumenschliche Verhaltensweisen in Gestalt von Katzen auf die Bühne gebracht werden, oder das, was unzählige Filme des Hauses Disney ebenso betrieben haben — und damit in einer 2600-jährigen Tradition seit dem guten, alten Äsop steht.

Doch nicht nur Journalisten, sondern auch Politiker beweisen, daß ihnen diese essentielle Fähigkeit entschieden mangelt:
Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) hatte zuvor eine Distanzierung gefordert. "Dieses 'Gedicht' ist widerlich", reagierte Stelzer, der mit der FPÖ auf Landesebene in einer Koalition ist, auf das "Ratten-Gedicht". "In einem weltoffenen Land wie Ober-österreich haben solche Vergleiche keinen Platz und werden auch nicht toleriert. Ich erwarte mir, dass sich die FPÖ rasch und deutlich von diesem 'Gedicht' distanziert", meinte er weiter. Auch die oberösterreichische SP-Chefin Birgit Gerstorfer reagierte in einer Aussendung schockiert.
Es wäre nicht Österreich, wenn die gehypte Empörung über eine Lokalpostille nicht sofort bis auf die Bundesebene überschwappte:
SPÖ-Bundesparteiobfrau Pamela Rendi-Wagner erinnerte das Gedicht "fatal an einen sprachlichen Umgang mit Menschengruppen, wie er in der NS-Propaganda üblich war". Sie nahm Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) in die Pflicht. Dieser habe erklärt, die FPÖ sei an ihren Taten zu messen. "Will der Kanzler in dieser Sache Glaubwürdigkeit haben, muss er jetzt handeln", forderte Rendi-Wagner Konsequenzen durch den Kanzler.
Ach — die Nazis haben sich als Ratten dargestellt? Hochinteressant! Warum hat uns das noch keiner gesagt! Aber der in die Pflicht genommene kurze Kanzler springt eh gleich brav über das Stöckchen, das ihm Ratten-Dompteuse Joy-Pamela hinhält:
Kanzler Kurz forderte am Nachmittag umgehend von Oberösterreichs Freiheitlichen eine Distanzierung von dem Gedicht. "Die getätigte Wortwahl ist abscheulich, men-schenverachtend sowie zutiefst rassistisch und hat in Oberösterreich und im ganzen Land nichts verloren", so Kurz.
"Es braucht sofort und unmissverständlich eine Distanzierung und Klarstellung durch die FPÖ Oberösterreich", meinte Kurz wörtlich.
»HErr, laß Hirn regnen!« möchte man ausrufen (wie so oft) ...

Auch die FPÖ springt — ebenso eilfertig wie rückgratelastisch — über das hingehaltene Stöckchen und meint ganz kleinlaut:
Der Landesparteisekretär der FPÖ Oberösterreich, Erwin Schreiner, bezeichnete das Gedicht in einer Aussendung am Nachmittag ebenfalls als "geschmacklos". "Dass der Autor auch sich selbst in diesen Rattenvergleich miteinbezieht, macht die Sache dabei nur unwesentlich besser", teilte er mit.
Bullshit! Exakt das ist nämlich der wesentliche Unterschied zwischen Hetze und Nicht-Hetze! Oder wollen uns die Geistesriesen in Medien & Politik etwa verklickern, ein FPÖ-Funktionär »hetze« mit der »Rattifizierung« in seinem Gedicht gegen sich selbst? Geht's noch blöder?!

Immerhin: die FPÖ hat wenigstens bewiesen, daß sie sinnerfassend lesen kann — was die anderen entweder nicht können, oder bewußt nicht wollen. Jetzt muß sie noch daran arbeiten, aus dem Lesen logische Schlüsse zu ziehen. Na, vielleicht wird's irgendwann noch was ...

Und — zur Ehrenrettung sei's erwähnt! — wenigstens ein Presse-Leser hat den Text verstanden, und so kommentiert deshalb

Jean-Claude

Viele aufgeregte Journalisten und auch Kommentare haben das Gedicht nicht gelesen, da bin ich mir sicher.

Hätten sie es, wäre klar ersichtlich, dass das Gedicht nicht wirklich gut geschrieben ist, aber problematische migrations- und ausländerfeindliche Passagen habe ich nicht wirklich vorgefunden. Misleading ist alleine der Titel (...die Stadtratte), da der Autor aus einer Rattenperspektive schreibt. Ich verstehe die Aufregung wirklich nicht... 
Ich gehe nicht davon aus, daß obiger Jean-Claude zufällig »Juncker« heißt (dem traue ich solch subtil ausbalanzierten Sprachsinn nicht [mehr] zu, wenn ich mich an seine Ischias-Probleme in letzter Zeit erinnere ...) — aber exakt so ist es halt einfach!

Daß der Autor dieses »Gedichtes« sich inzwischen für sein Werk entschuldigt hat, ist freilich nur recht und billig, denn man schreibt nicht ungestraft so elende Reime! Aber damit hat sich's eigentlich unter normalen Umständen.

Tja, unter normalen Umständen würde man sich auch eher mit dem muselmanischen Anschlag auf Christen in Ceylon beschäftigen. Denn über dreihundert Tote sind doch wohl ein anderes »Kaliber« als schlechte Reime in einer FPÖ-Bezirkszeitung. Sollte man meinen.

Aber das wird wohl nichts. So, wie Notre Dame selbstmurmelnd sich in einer Kurzschlußhandlung selbst abgefackelt hat, so hat auch in Ceylon eine Bombe in einer Ostermesse sicher mit nix zu tun, als mit einem bedauerlichen Zufall. Sagen unsere Politruks und Systemmedialen. Und die müssen es ja wissen ...


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P.S.: ein Werbeslogan der 1920er-Jahre war: »Worauf freut sich der Wiener nach dem Urlaub? Auf das Wiener Hochquellenwasser und auf Ankerbrot!«. aufs Hochquellenwasser freute ich mich heute in der Tat! Auf die Ratten in Österreichs Politik und Medien eigentlich nicht. Aber man kann sich's halt net aussuchen ...

1 Kommentar:

fredl1 hat gesagt…

warum wundert der ausguß von diesem mirza nicht? ist bestimmt auch so ein vorzeigemoslem der sozialisten. niemand käme doch auf die idee die radikalen moslems mit der SPÖ in verbindung zu bringen.
wie blind kann man eigentlich noch sein???